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Strausberg | Im zweiten Versuch fast schon Bürgermeisterin

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Annette Binder war nach der annulierten Wahl wenige Tage Bürgermeisterin und könnte es nun für acht Jahre werden. Foto: dpa/Julia Otto Wer der neue Bürgermeister von Strausberg wird, entscheidet sich am 11. Oktober bei einer Stichwahl zwischen der parteilosen Annette Binder und dem als Einzelbewerber angetretenen FDP-Mitglied Robert Krause. Binder erzielte bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag 48,3 Prozent und war damit nicht weit weg von einer absoluten Mehrheit, bei der es gar keine Stichwahl mehr gegeben hätte. Krause kam auf 19,0 Prozent der Stimmen.

Der Kandidat Knut Steinkopf (Linke) hat mit 18,6 Prozent die Stichwahl wieder knapp verpasst. So erging es ihm bereits bei der Bürgermeisterwahl im Februar. Diese Wahl musste nun wiederholt werden. Denn es hatte damals wegen einer ungewöhnlich geringen Rücklaufquote beantragter Briefwahlunterlagen den Verdacht der Wahlmanipulation gegeben. Im Frühjahr war Annette Binder als Siegerin aus der Stichwahl hervorgegangen.

Jetzt erhielt der vierte Bewerber Stephan Blumenthal 14,0 Prozent. Er war bei der Bürgermeisterwahl vor acht Jahren noch für die CDU angetreten und auch da schon gescheitert. Diesmal hatte er es als parteiloser Einzelbewerber probiert und erzielte auch kein besseres Ergebnis. Die Wahlbeteiligung betrug 47,9 Prozent.

Sein Wahlkampf sei auch der Versuch gewesen zu zeigen, wie Politik anders funktionieren könne, nah an den Menschen und mit der Einladung, selbst mitzumachen, erklärte Knut Steinkopf (Linke). Man habe an fast 12.000 Haustüren geklopft, 36.000 Wahlzeitungen und rund 8000 Flyer verteilt – »und immer wieder neue Menschen gewonnen, die mit uns losgezogen sind«, sagte Steinkopf. »Wir sind als Linke in Strausberg mehr geworden – und wir sind handlungsfähiger geworden. Deshalb messen wir den Erfolg dieses Wahlkampfs nicht allein am Wahlergebnis. Was wir miteinander aufgebaut haben, bleibt: Menschen, die sich kennen, Verantwortung übernehmen und bereit sind, ihre Stadt mitzugestalten. Denn eine soziale und klimafeste Stadt entsteht nicht allein im Rathaus oder in der Stadtverordnetenversammlung. Sie entsteht dort, wo Menschen sich einmischen.«

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Source: nd