Faultline Faultline Kommando 161

Germany · jungle.world · · 2h

»Die nuller Jahre waren durchaus noch ambivalent«

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Die kurze Phase der florierenden Queer-Kultur in Russland. Die Band Tatu im Jahr 2003. Julija Wolkowa (links) kandidierte 2021 einer Vorwahl der Kreml-Parei Einiges Russland

Die kurze Phase der florierenden Queer-Kultur in Russland. Die Band Tatu im Jahr 2003. Julija Wolkowa (links) kandidierte 2021 einer Vorwahl der Kreml-Parei Einiges Russland

Ihr Buch über die nuller Jahre beginnt überraschend mit Erinnerungen an damals beliebte Tretroller.

Ich zitiere auch einen Comic der Serie »Calvin und Hobbes« aus dem Jahr 1989. Die Figur Calvin fragt sich, was aus den großen Versprechungen der Technik geworden ist. Am Ende träumt er von einem Raketenantrieb, während er auf seinem Tretroller weiterfährt. Diese Art Tretroller wurde das Fortbewegungsmittel der Jahrtausendwende. In Berlin-Mitte fuhren damals alle wichtigen Leute mit diesen lächerlichen Rollern herum. Dort hat sich schon jene Hipster- und Start-up-Kultur angebahnt, die nicht erwachsen werden wollte. Heute können sich verschiedene Generationen noch an diesen Tretroller erinnern. Der ist ein Emblem für Mobilität. Damals bildeten sich die »immateriellen Arbeiter« heraus (ein Begriff des postoperaistischen Theoretikers Maurizio Lazzarato; Anm. d. Red.). Alle wollten Nomaden sein. Man fühlte sich nicht mehr an eine bestimmte Stadt gebunden, sondern wollte ständig an anderen Orten sein.

»Der Begriff der Leitkultur wurde von den Republikanern entwickelt. Ende der Neunziger speiste ihn dann die CDU mit Nachdruck in den Mainstream ein, bis Friedrich Merz die Bewahrung der Leitkultur im Jahr 2000 zum Wahlkampfthema gemacht hat.«

Dabei diskutierte man damals doch auch über die sogenannte deutsche Leitkultur.

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Source: jungle.world