Faultline Faultline Kommando 161

Germany · taz · · 1h

Kinder fragen, die taz antwortet: Wenn der Tag 24 Stunden hat, wo ist dann die Nacht?

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Schau mal auf den Kalender, Johannes. Welches Datum ist heute? Vielleicht der 3. Oktober? Dieser Tag, der 3. Oktober, fängt um Mitternacht an, um 0 Uhr. Wahrscheinlich bist du da im Bett. Dann geht der Tag genau 24 Stunden – Frühstück, Spielen, Mittag, Rausgehen, Abendbrot, Zähneputzen, ins Bett, und schon ist es wieder 0 Uhr. Diese 24 Stunden, das ist genau die Zeit, die die Erdkugel braucht, um sich einmal um sich selbst zu drehen. Daher kommt die Zahl. Weil wir uns mit der Erde mitbewegen, merken wir gar nicht, dass sie sich dreht. Das ist wie, wenn man im Zug sitzt und gar nicht merkt, dass er fährt.

Was wir aber bemerken, ist, dass es morgens heller und abends wieder dunkler wird. Das hat auch damit zu tun, dass die Erde sich dreht. Sie ist ja rund, und du bist auf einem ganz bestimmten Punkt auf der Kugel. Wenn es bei dir Nacht ist, hat sich unsere Stelle gerade von der Sonne weggedreht.

Wenn wir von Tag sprechen, dann meinen wir oft gar nicht die ganzen 24 Stunden. Wir meinen die Zeit zwischen Sonnenaufgang, also morgens, bis Sonnenuntergang, also abends. Wenn die Sonne da ist, sind wir wach, wenn sie nicht da ist, schlafen wir. Das ist unser ganz natürlicher Rhythmus. Das war schon so, als wir Menschen noch keine Häuser und Autos gebaut haben. Tag und Nacht. Hat der Tag dann nicht doch bloß 12 und nicht 24 Stunden?

Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!

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Ein Wort mit mehreren Bedeutungen – das gibt es öfter! Zum Beispiel sagst du: Der Fernseher läuft. Dabei bewegt er sich ja gar nicht von der Stelle, so wie du, wenn du läufst.

Dass es den 24-Stunden-Tag gibt, haben die Menschen so festgelegt. Das war Ende des Mittelalters, als die Zeit so eingeteilt wurde: von Mitternacht bis Mitternacht in 24 Portionen, die Stunden heißen. Du musst dir vorstellen: Solche Sachen hat sich jemand ausgedacht. Man hätte den Tag ja auch in nur 6 lange Abschnitte teilen können, morgens beginnen und die Abschnitte Turfel nennen können. Dann hätte jetzt jeder Tag 6 Turfel.

Damals im Mittelalter hat man die ersten mechanischen Uhren gebaut. Und da war es einfacher, den Beginn des neuen Tages in die Nacht zu legen als an den Zeitpunkt, wo die Sonne am höchsten steht und die Menschen viel zu tun haben. Weil Menschen also im Mittelalter entschieden haben, dass wir alle Stunden mitzählen, hat der Tag 24 Stunden. Und die Nacht passt mit rein.

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Source: taz