Germany · taz · · 2h
Kinder fragen, die taz antwortet: Was ist eigentlich in meinem Hoden? Eier, Nüsse oder Mandeln?
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Eier, Nüsse, Kronjuwelen: Für die Hoden gibt es viele alberne Begriffe. Das liegt daran, dass diese kleinen Organe mit Sex zu tun haben – und Erwachsene sich oft für ihre Sexualität schämen. Darum haben sie sich einerseits komische Umschreibungen für ihre Geschlechtsteile ausgedacht. Oder aber sie reden erst gar nicht über sie. Daraus folgt dann, dass sich selbst die Erwachsenen nicht so gut mit ihrem Körper auskennen. So können in dieser Kinderfrage auch die Großen etwas dazulernen.
Hoden sind zwei kleine, eiförmige Organe, die in einem Hautsack außerhalb des Körpers hängen: dem Hodensack. Man kann sie durch die Haut fühlen und spürt irgendetwas, das sich rund anfühlt. Wie Nüsse oder Mandeln vielleicht? So hart sind die Hoden schon mal nicht! Vielmehr sind sie unheimlich empfindlich und tun tierisch weh, wenn sie gequetscht werden. Offenbar möchte der Körper, dass man mit den Dingern vorsichtig umgeht.
Der Grund: In den Hoden wird unter anderem ein Botenstoff hergestellt, das Testosteron. Das gibt dem Körper Anweisungen. In der Pubertät sorgt es dafür, dass Jungen eine tiefere Stimme bekommen und ihre Muskeln und Körperhaare wachsen. Außerdem stellen die Hoden Spermien her. Das sind winzige Zellen, die später einmal dafür zuständig sind, neues Leben zu zeugen.
Wegen der Spermien werden die Hoden außerhalb des Körpers in einem eigenen Sack aufbewahrt. Denn Spermien mögen es ein paar Grad kühler, um richtig gut zu arbeiten. Der Hodensack ist also so etwas wie eine kleine, körpereigene Klimaanlage, die ihre Fracht ganz automatisch mal näher an den warmen Bauch heranzieht oder mal weiter von ihm wegrückt – je nachdem, wie kalt es gerade ist.
Man könnte meinen, dass die Hoden im Hodensack herumkugeln wie Murmeln in einem Beutel. Aber so ist es nicht. Jeder Hoden ist an einem Samenstrang befestigt. Darin befindet sich ein dünner Schlauch, durch den später die Spermien befördert werden. Außerdem versorgt ein feines Geflecht aus Adern den Hoden mit Blut. Nervenfasern sorgen dafür, dass man die Hoden deutlich spüren kann.
Ein Muskel umschlingt den Samenstrang, der den Hoden hochziehen und absinken lassen kann. Die Hoden hängen dabei nicht auf gleicher Höhe. Das ist praktisch: Es spart Platz im Hodensack. Außerdem stoßen sie so beim Rennen und Sitzen nicht ständig gegeneinander. Das würde auch ganz schön nerven!
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Source: taz