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Grönland-Abkommen unterzeichnet: Happy End in New York
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Jens-Frederik Nielsen steht in einem Konferenzraum des UN-Gebäudes, am Tisch neben ihm sitzen US-Präsident Donald Trump und Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Die beiden haben bereits die Bedeutung des Augenblicks hervorgehoben – jetzt ist der Regierungschef von Grönland an der Reihe. Er sagt es mit Überzeugung: Dies sei eine „Win-Win-Win“-Situation. Und dann ist es so weit: Sie unterzeichnen das Abkommen, das alle Probleme zwischen ihren Ländern endgültig lösen soll. Die von den USA aufgeworfene Grönland-Frage gilt damit seit Dienstag als beantwortet.
Der Zeitplan geriet nur ein bisschen durcheinander. Presse und Diplomaten der beteiligten Länder mussten in dem für die Unterzeichnung vorbereiteten Raum eine Weile warten, während der US-Präsident noch seine Rede vor der UN-Vollversammlung hielt. Darin war dieser Deal nur eins von vielen Themen, aber Trump vergaß jedenfalls nicht, seine Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit den „wunderbaren Menschen von Dänemark und Grönland“ zu betonen. Direkt nach der Rede eilte er zur Unterschrift.
Kurz vor den drei Hauptpersonen des Tages waren auch US-Außenminister Marco Rubio, der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und dessen grönländischer Amtskollege Mute B. Egede in dem Konferenzraum erschienen. Auch an der hohen Top-Politiker-Dichte ließ sich die Bedeutung der Einigung für die beteiligten Länder erkennen.
Mette Frederiksen sprach dann in ihrer kurzen Rede von einem Meilenstein der langen dänisch-amerikanischen Beziehungen. Das Abkommen sei „größer und besser“ als das bisherige und eines, das für immer halten könne. Die dänische Ministerpräsidentin lobte die Rolle der USA als Beschützer der freien Welt und äußerte sich stolz über Dänemarks traditionell enge Verbundenheit als Alliierter. Streit unter Verbündeten nütze nur den Gegnern, spielte sie auf die Konflikte an, die Trumps wiederholt geäußerter Besitzanspruch auf Grönland ausgelöst hatten.
Grönlands Regierungschef Nielsen hob schließlich hervor: „Für Grönland ist dies nicht nur ein Abkommen über uns, sondern ein Abkommen mit uns.“ Die Vorgänger-Version aus dem Jahr 1951 musste 2004 erst aktualisiert werden, damit Grönland offiziell Mitunterzeichner wurde. Nielsen betonte, das neue Abkommen führe das alte nun ins Jahr 2026.
An diese Einigung war Anfang des Jahres noch nicht zu denken gewesen. Da hatte man sich in Europa ernsthaft zu sorgen begonnen, die USA könnten eine militärische Bedrohung für Grönland und Dänemark darstellen. Der dänische Außenminister und seine damalige grönländische Kollegin Vivian Motzfeldt fuhren zusammen nach Washington, und der diplomatische Einsatz resultierte in der Einrichtung einer Arbeitsgruppe. Über deren Fortschritte wurde nach außen so gut wie nichts bekannt – bis vergangenen Freitag, als zunächst der US-Präsident eine Einigung verkündete und dann Grönland und Dänemark die Angaben bestätigten.
Bis jetzt konnte nur spekuliert werden, was denn nun diese Einigung genau von der bisherigen unterscheidet. Auch in dem Abkommen von 1951 werden den USA weitreichende Rechte eingeräumt, Militärbasen auf Grönland einzurichten und sich dort frei zu bewegen – solange sie nicht dabei nicht die Souveränität Dänemarks einschränken.
Kurz nach der Unterschriften-Zeremonie am Dienstag wurde der neue Deal veröffentlicht. Erste konkrete Erkenntnisse laut dem dänischen Rundfunk DR: Die USA wollen zwei neue Militärbasen in Grönland einrichten. Das hätten sie also auch unter den bisherigen Bedingungen schon gekonnt. Grönland soll zudem ein Standort für das geplante US-Verteidigungssystem Golden Dome werden.
Derzeit haben die USA auf der strategisch wichtigen Insel nur eine Basis – die Pituffik Space Base. Während des Kalten Krieges betrieben sie dort unter anderem vier Radarstationen, außerdem Militärflughäfen und unterirdische Forschungseinrichtungen, insgesamt einst mehr als 30 militärische Anlagen.
Anderthalb Stunden nach der Unterzeichnung erklärte Mette Frederiksen am Dienstagabend dann auf einer im DR übertragenen Pressekonferenz, das neue Abkommen baue auf dem von 1951 auf. Es stärke die gemeinsame Verteidigung im Nordatlantik und sei tief verankert in der Nato. Auch Grönlands Regierungschef Nielsen blieb bei seiner Einschätzung: „Insgesamt ein fantastisches Abkommen.“
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Source: taz