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Einwanderung von Fachkräften: Pflegeverband fordert Tempo bei Work and Stay Agentur
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Immer mehr Menschen in Deutschland sind auf Pflege angewiesen. Entsprechend riesig ist der Personalbedarf der Branche. Doch obwohl viele ausgebildete Pflegekräfte aus anderen Ländern gern nach Deutschland kommen wollen, tut die Bundesregierung kaum etwas dafür, ihnen den Weg zu ebnen. Am Donnerstag richtete deshalb der Verband katholischer Altenhilfe in einem Pressegespräch deutliche Forderungen an die Politik.
Verbandsgeschäftsführer Andreas Wedeking betonte: „Jede fünfte Pflegefachkraft hat inzwischen einen ausländischen Hintergrund.“ Doch Zehntausende weitere versuchten jedes Jahr erfolglos, nach Deutschland zu kommen, denn auch nach der Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes 2024 seien die Hürden weiter hoch. Um das zu ändern, forderte Wedeking insbesondere eine effektive Work and Stay Agentur, die Visaverfahren, Anrechnung von Berufsabschlüssen und Ankommenshilfe zentralisieren, vereinheitlichen und digitalisieren soll.
Eine solche Work and Stay Agentur ist tatsächlich von der Bundesregierung geplant, allerdings lässt sich das zuständige Arbeits- und Sozialministerium von Bärbel Bas (SPD) mit der Umsetzung bisher Zeit. Im November 2025 beschloss das Kabinett zwar erste Eckpunkte für die Agentur, seitdem war von dem Projekt aber nichts mehr zu hören. Weitere Projekte im Bereich Fachkräfteeinwanderung haben Union und SPD sich gleich gar nicht vorgenommen.
So sind die verschiedenen Anerkennungsverfahren bisher von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, meist nicht digitalisiert und teils extrem langwierig. Die Geschäftsführerin der Caritas-Altenhilfe, Bärbel Arwe, berichtete am Dienstag, dass es für Betroffene teils einfacher sei, in Deutschland noch einmal neu eine Ausbildung zu durchlaufen. Deshalb brauche es die Agentur als „verlässliche Anlaufstelle für Träger und Arbeitnehmer“ möglichst bald.
Sinken sollten dabei auch die Kosten, sowohl für die angeworbenen Pfleger*innen als auch für die Träger. Letztere geben mittlerweile große Summen dafür aus, die Angeworbenen auf ihrem Weg durch die bürokratischen Prozesse zu unterstützen. Und wer monatelang in Anrechnungsprozessen steckt, fällt so lange weitgehend als Arbeitskraft aus. Die Kosten, die hier für die Trägereinrichtungen entstehen, würden sich direkt in dem niederschlagen, was Bewohner*innen, Angehörige und Versicherungen für einen Platz im Pflegeheim bezahlen müssen.
Der Pflegeverband fordert des Weiteren eine Positivliste für Berufsabschlüsse aus bestimmten Ländern, die dann ohne weitere Überprüfung anerkannt würden. Auch längere Visa bei der Ersteinreise seien nötig, genauso wie längere Fristen, um sich um eine Anerkennung des ausländischen Führerscheins zu kümmern. Bislang überfordere die Vielzahl unterschiedlicher Verfahren in kurzer Zeit die Immigranten oft, was dann wiederum neue Anträge erforderlich mache.
Neben den bürokratischen Hürden kommen noch gesamtgesellschaftliche Probleme hinzu, die neu eingereisten Fachkräften besonders zu schaffen machen. Dazu gehörten etwa die anhaltende Wohnungskrise oder die schlechte Verkehrsanbindung auf dem Land. Hier müsse die Bundesregierung konkrete Verbesserungen schaffen – nicht nur für die eingewanderten Pfleger*innen, aber eben auch für sie.
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Source: taz