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+++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Russland nimmt Angriffe auf Kyjiw wieder auf
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Großbritannien unterstützt die Ukraine mit einem zusätzlichen Paket zur Luftverteidigung im kommenden Winter im Volumen von 100 Millionen Pfund (rund 117 Millionen Euro). Es werde unter anderem Patriot-Luftabwehrraketen umfassen, teilt die Regierung in London mit. Damit solle die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine gegen russische Angriffe gestärkt werden. (rtr)
Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Hauptstadt Kyjiw mindestens zwei Menschen getötet worden. Sieben weitere Menschen seien bei den ersten Attacken auf die Stadt nach Ablauf einer dreitägigen Angriffspause verletzt worden, teilte Kyjiws Militärverwaltung am Dienstag im Onlinedienst Telegram mit. Der ukrainische Präsident Selenskyj äußerte sich derweil im US-Nachrichtenportal „Axios“ zu den Verhandlungsaussichten mit Russland nach dem Besuch ranghoher US-Gesandter am Wochenende.
Die Angriffe verursachten laut Behörden Schäden an Gebäuden in der gesamten Hauptstadt, darunter an einem fünfstöckigen Wohnhaus im Bezirk Solomjanskyj. Im Bezirk Podilskyj gerieten demnach Fahrzeuge in Brand. Laut Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko waren Menschen in einem Wohnhaus verschüttet. Auch in mehreren anderen Regionen in der gesamten Ukraine wurde Luftalarm ausgelöst.
Nach Angaben der Behörden wurden sowohl in Kyjiw als auch in Boryspil östlich von Kyjiw sowie in der rund 70 Kilometer südwestlich gelegenen Stadt Fastiw Gebäude getroffen. Zuvor hatte Kyjiws Militärverwaltung mitgeteilt, dass wegen der Gefahr eines Drohnenangriffs durch den „Feind“ Luftalarm in Kyjiw ausgelöst worden sei. Sie forderte die Bewohner auf, Schutzräume aufzusuchen. Die ukrainische Armee meldete einen Raketenangriff. Es waren die ersten russischen Angriffe seit dem Ende einer dreitägigen Feuerpause. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten am frühen Dienstagmorgen mehrere heftige Explosionen in Kyjiw. Später wurde der Luftalarm in der Hauptstadt wieder aufgehoben. (afp)
Auf die Beobachtung von Luftangriffen spezialisierte Telegram-Kanäle berichteten, Russland habe damit begonnen, ballistische Raketen zu transportieren und schwere Bomber aus dem Osten des Landes auf Flugplätze in der Nähe der Ukraine zu verlegen. Das EU- und Nato-Mitglied Polen versetzte seine Luftstreitkräfte in Alarmbereitschaft. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass hatte zuvor bestätigt, dass die von Russlands Staatschef Wladimir Putin angeordnete Angriffspause abgelaufen sei. Putin hatte zuvor angeordnet, die Angriffe auf Kyjiw wegen des Besuchs der US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff für drei Tage einzustellen.
Die beiden US-Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump waren am Wochenende nach Russland und erstmals auch in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen. Kushner und Witkoff trafen sich am Samstag in Moskau mit Russlands Staatschef Putin und tags darauf mit Selenskyj in Kyjiw. Zudem brieften sie die in Kyjiw anwesenden Vertreter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens.
Witkoff bezeichnete die Gespräche in Moskau und Kyjiw über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine am Montag als erfolgreich. Zudem stellte er die Möglichkeit neuer trilateraler Friedensgespräche in Aussicht. Witkoff und Kushner hätten ihm mitgeteilt, dass „die Russen zu Verhandlungen bereit sind“, sagte Selenskyj am Montag der US-Nachrichtenseite „Axios“. Weiter sagte er dem Bericht zufolge, dass die USA auf eine Deeskalation vor dem bevorstehenden Winter drängten.
„Russland glaubt wirklich, dass dieser Winter ihnen helfen kann, uns zu brechen“, sagte der ukrainische Staatschef „Axios“. Die US-Regierung könne jedoch Druck auf Putin ausüben, um eine Deeskalation zu erreichen, fügte er hinzu. Putin wolle Trump „nicht verärgern“. Die USA versuchen seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus, ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Ukrainekriegs zu erreichen. Bisherige Gesprächsrunden unter Beteiligung von Unterhändlern der USA, Russlands und der Ukraine brachten jedoch keinen Durchbruch. (afp)
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Stadt Saratow an der Wolga wird zivile Infrastruktur getroffen; mehrere Menschen werden verletzt. Das teilt der regionale Gouverneur Roman Busargin auf dem Messenger-Dienst Telegram mit. In der Region Saratow befinden sich eine große Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Rosneft sowie weitere industrielle und militärische Anlagen. (rtr)
Die für ihr humanitäres Engagement bekannte US-Schauspielerin Angelina Jolie hat ukrainischen Angaben zufolge überraschend die Stadt Charkiw besucht – und sich dabei auch ein Boxstudio angeschaut. „Die berühmte Schauspielerin Angelina Jolie besuchte den Boxklub ‚Spadkoyemez‘ in Charkiw“, erklärte der ukrainische Boxverband am Montag im Onlinedienst Instagram. Ein dazu veröffentlichter Schnappschuss des Verbandes zeigt Jolie gemeinsam mit ihrem Sohn Knox in einem Boxstudio. Der Sohn des Filmstars habe gemeinsam mit ukrainischen Verteidigern ein Muay-Thai-Training in dem Klub absolviert, fügte der Verband hinzu. Weder die Schauspielerin noch die ukrainische Regierung äußerten sich zunächst dazu.
Klubinhaber Pawlo Chyschko erklärte, er habe „keine Ahnung“ gehabt, dass er den Hollywoodstar treffen würde, als er die Buchung für das Studio am Sonntag entgegengenommen habe. In einem auf Instagram veröffentlichten Video sagte er: „An alle, die gefragt haben: Das ist kein Scherz, keine KI. Es war purer Zufall: Zu unserer großen Freude schaute Angelina Jolie bei uns im Studio vorbei.“ Jolie habe Komplimente verteilt und unter anderem gesagt, dass ihr das Studio gefalle. „Sie fragte meinen Sohn, wie lange er schon Sport treibe“, sagte Chyschko und fügte begeistert hinzu: „Das zeugt von echter Klasse.“ Auch von Jolies Sohn Knox zeigte sich der Studiobesitzer angetan: „Und ihr Sohn ist genauso.“ Er habe unermüdlich Hände geschüttelt. „Es war wirklich cool“, sagte er.
Charkiw liegt im Nordosten der Ukraine nahe der russischen Grenze. Die zweitgrößte Stadt der Ukraine wird seit Kriegsbeginn immer wieder von Russland attackiert. Sie ist nahezu täglich Ziel russischer Drohnen- und Raketenangriffe. (afp)
Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko ist nach Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. „Ich möchte nicht, dass das Amt des Generalstaatsanwalts als Instrument in politischen Auseinandersetzungen genutzt wird. Meine Haltung zu den Vorwürfen bleibt unverändert“, erklärte er am Montag im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatte Krawtschenko die am Wochenende gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe entschieden zurückgewiesen.
Die Anschuldigungen im Zusammenhang mit betrügerischen Callcentern seien „durch nichts belegt“, hatte Krawtschenko am späten Sonntagabend auf Telegram geschrieben. Am Samstag hatten die ukrainische Antikorruptionsbehörde Nabu und eine Spezialstaatsanwaltschaft mitgeteilt, ein Geldwäschenetzwerk aufgedeckt zu haben, das „von einem Verantwortlichen im Büro des Generalstaatsanwalts geführt“ worden sei.
Im Rahmen der Ermittlungen waren die Büros der Generalstaatsanwaltschaft durchsucht worden. Die Antikorruptionsbehörde Nabu veröffentlichte ein Bild von einem Safe, der mit Dollar-Bündeln gefüllt war, und teilte mit, sie habe fünf Mitglieder des Netzwerks identifiziert. Namen nannte sie indes nicht. Den Ermittlern zufolge erhielt das Netzwerk Geld, um betrügerische Callcenter zu schützen. Es seien „Vermögen in Höhe von Millionen“ gewaschen worden. Mit diesen Bestechungsgeldern wurden demnach Immobilien, Schmuck und andere Wertgegenstände bezahlt.
„Ich weise die Anschuldigungen zurück, wonach ich an der Entgegennahme und der Wäsche von Geldern beteiligt gewesen sein soll, die aus illegalen Callcentern stammen“, erklärte Generalstaatsanwalt Krawtschenko, bevor er seinen Rücktritt bekanntgab. Er versicherte, seine Ausgaben erfolgten „unter Einhaltung geltender Gesetze“ und im Rahmen der angegebenen Einkünfte.
Schätzungen der Schweizer Organisation Global Initiative Against Transnational Organized Crime zufolge beschäftigen illegale Callcenter in der Ukraine fast 60.000 Menschen und erwirtschaften im Monat bis zu einer Milliarde Dollar (860 Millionen Euro). In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Korruptionsskandale die Ukraine erschüttert, auch im direkten Umfeld von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Sein früherer Bürochef Andrij Jermak trat wegen Ermittlungen zu Korruption im Energiesektor zurück. Die Korruption ist eines der größten Hindernisse für die Bemühungen der Ukraine um einen EU-Beitritt. (afp)
Die dringend benötigte Stromzufuhr für das frontnahe ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja ist nach fast drei Wochen wieder hergestellt worden. Während einer begrenzten Feuerpause konnte eine beschädigte Leitung repariert werden, wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mitteilte. Dies sei ein entscheidender Schritt zur Vermeidung eines Atomunfalls, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi.
Das von Russland besetzte Atomkraftwerk benötigt eine stabile Stromversorgung, um radioaktives Material zu kühlen. Die letzte verbleibende Stromleitung war am 20. August im Zuge von Kampfhandlungen beschädigt worden. Seitdem hatten Notstromgeneratoren für Energie gesorgt, doch der Diesel für diese Aggregate war in den vergangenen Tagen zur Neige gegangen. Ohne die Reparatur der Stromleitung hätte es zu einem Blackout in der Nuklearanlage kommen können, hieß es von der IAEA.
Das größte AKW Europas geriet bereits kurz nach Ausbruch des Ukrainekriegs unter russische Kontrolle. Die sechs Reaktoren sind derzeit abgeschaltet und produzieren keine Elektrizität. Vor dem Konflikt verfügte das Kraftwerk noch über zehn externe Stromleitungen, um unter anderem die Kühlsysteme zu versorgen. (dpa)
Zur Abschreckung von illegalen Migranten aus Russland hat Finnland einen 200 Kilometer langen Zaun an der gemeinsamen Grenze errichtet. Dieser sei Bestandteil der Grenzsicherung und solle neben einer Überwachung auch dabei helfen, „Menschen bei Bedarf vom finnischen Hoheitsgebiet fernzuhalten“, sagte Innenministerin Mari Rantanen am Montag bei einer Veranstaltung nahe dem Grenzübergang Nuijamaa im Südosten des Landes. Der Stacheldrahtzaun ist 4,5 Meter hoch und mit Kameras und Sensoren ausgestattet.
Finnland hatte im Dezember 2023 die Grenze zu Russland komplett geschlossen, nachdem mehr als 1.300 Migranten ohne Visa versucht hatten, ins Land zu kommen. Helsinki warf Moskau vor, die Menschen als Teil einer „hybriden Kriegsführung“ gezielt an die Grenze geführt zu haben. Der Kreml wies die Anschuldigung zurück. Wenige Monate zuvor war Finnland in der Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine der Nato beigetreten.
Russland und Finnland teilen sich eine mehr als 1.300 Kilometer lange Grenze. Laut Innenministerin Rantanen ist die Situation derzeit relativ ruhig, es gab nur vereinzelt illegale Grenzübertritte. „Aber wir wissen nicht, was morgen geschieht“, sagte sie. Die Situation könne sich schnell ändern und darauf wolle das Land vorbereitet sein. Die Grenze zu Russland bleibe „bis auf weiteres“ geschlossen.
Mehr als 350 Millionen Euro hat Finnland der Zaun gekostet, weitere zwei bis drei Millionen kommen laut Projektleiter Erkki Matilainen für die jährliche Instandhaltung dazu. Rund tausend Landbesitzer und hunderte Unternehmen waren an dem Infrastrukturprojekt beteiligt. Ähnliche Zäune wurden bereits in Lettland, Litauen und Polen entlang der Grenzen zu Belarus sowie an der Grenze zwischen Estland und Russland errichtet – ebenfalls, um Migranten abzuschrecken. (afp)
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Source: taz