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Edeka-Verbund und Schwarz-Gruppe unterstützen Bundeswehrübung „Red Storm Charlie“

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Zusammen mit Behörden, Polizei und Feuerwehr trainiert das Landeskommando Hamburg Abläufe für Krisen- und Ausnahmesituationen. Auch mehrere deutsche Unternehmen beteiligen sich an der Bundeswehrübung „Red Storm Charlie“. Zeitgleich kooperiert die IT-Sparte der Schwarz-Gruppe mit dem Rüstungskonzern Hensoldt.

Von Werbeschildern der Bundeswehr an jeder Ecke bis zur Zwangsmusterung für Männer ab dem achtzehnten Lebensjahr – die Vorbereitungen auf einen möglichen Kriegsfall laufen auf Hochtouren. Und nicht nur die Bundeswehr soll sich vorbereiten, auch alle notwendigen Branchen sollen mit ins Boot geholt werden.

In Hamburg werden seit dem Jahr 2024 jährlich Bundeswehr-Übungen unter dem Namen „Red Storm“ durchgeführt. Diese Zivil-Militär-Übungen sollen unter der Leitung des Landeskommandos Hamburg die Zusammenarbeit in Krisensituationen trainieren. Dafür werden fiktive Krisen- und Ausnahmesituationen simuliert.

Vergessenes Gesetz aus Zeiten des Kalten Krieges

Bereits im vergangenen Jahr wurde in der Hafenstadt die Bundeswehr-Übung „Red Storm Bravo“ absolviert. Teilgenommen an dieser Übung hat auch die Agentur für Arbeit. Diese sollte das Arbeitssicherstellungsgesetz (ASG) erproben, das im Jahr 1968 erlassen wurde und seitdem nie in der Praxis Anwendung gefunden hat. Die Agentur für Arbeit ist demnach im „Verteidigungsfall“ verantwortlich, dass kritische Jobs, die beispielsweise wichtig für die Versorgung der Bürger:innen sind, besetzt bleiben oder besetzt werden. Dabei können auch Kündigungen verboten werden.

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Das Vorgehen der Agentur für Arbeit ist im Arbeitssicherstellungsgesetz geregelt und gilt nur in einem „Spannungs- oder Verteidigungsfall“. Der Bundestag muss den „Ernstfall“ mit einer Zweidrittelmehrheit beschließen, damit das Gesetz gilt. Erst im Frühjahr 2025 wurde das Gesetz überarbeitet.

Dabei wurde auch festgehalten, dass die Agentur für Arbeit Menschen im wehrfähigen Alter von 18 bis 60 Jahren zukünftig zwangsversetzen darf – auch Kriegsdienstverweigerer. Frauen können bis jetzt nur zur Arbeit im Lazarett gezwungen werden. Zusätzlich sind viele weitere Branchen und unterschiedliche Jobs betroffen: von Abfallunternehmen, Energieversorgern und Pflegeeinrichtungen bis hin zu den einzelnen Jobs wie Ärzt:innen, Lokführer:innen, Busfahrer:innen sind viele weitere mit eingeschlossen.

Hamburg trainiert für möglichen Kriegsfall

Vom 24. bis 26. September wird nun die innerstädtische Übung der Bundeswehr „Red Storm Charlie“ stattfinden. Das fiktive Szenario beschreibt „politische Entwicklungen und erste Spannungen an den Grenzen der baltischen Staaten“. Deutschland dient als Drehscheibe für militärische und zivile Transporte, denn verbündete Streitkräfte sollen in dem angenommenen Fall in Hamburg ankommen und nach Aufnahme „über Straßen und Autobahnen in Richtung Osten weiterverlegt werden“.

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„Wie auch im vergangenen Jahr bei Red Storm Bravo trainieren wir bei Red Storm Charlie die Verlegung von Truppen und Material an die Ostflanke des Bündnisgebietes“, berichtet Kurt Leonards, Kommandeur des Landeskommandos Hamburg. Zusätzlich werden Szenarien wie Strom- oder Chemieunfälle und die Versorgung vieler verletzter Menschen geübt.

An der Übung nehmen dieses Jahr rund 500 Bundeswehrsoldat:innen teil. Die genaue Anzahl von Fahrzeugen ist nicht bekannt, jedoch seien „zahlreiche“ militärische, zivile, sowie Kolonnenfahrzeuge und auch Hubschrauber eingeplant. Die Übungen sollen überwiegend in der Nacht stattfinden, um Auswirkung auf „Verkehr und Wirtschaft“ so gering wie möglich zu halten.

Auch für das kommende Jahr gibt es bereits erste Überlegungen für eine mögliche Fortsetzung der Übungsreihe mit „Red Storm Delta“.

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„Private Krisenvorsorge“

Mit dem Landeskommando Hamburg und unterschiedlichen Einheiten der Bundeswehr trainieren eine Vielzahl von Organisationen mit, wie das Technische Hilfswerk, die Feuerwehr und Polizei Hamburg und auch Landesbehörden und zivile Unternehmen wie das Luft- und Raumfahrtunternehmen Airbus.

Auch der Edeka-Konzern beteiligt sich in diesem Jahr mit einem Beitrag der privaten Notfallvorsorge. Mit einem selbst entwickelten Notfallrucksack möchte der Konzern auf die Bedeutung von privater Vorsorge im Ernstfall aufmerksam machen. In dem robusten Outdoor-Rucksack mit einem Fassungsvermögen von circa 26 Litern befinden sich unter anderem eine Solar-Powerbank, ein Kurbelradio mit Taschenlampe, ein Taschenkocher, eine Verbandstasche und weitere Gegenstände.

„Die verlässliche Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln ist unverzichtbar für unseren Alltag und unsere gesellschaftliche Stabilität“, sagt Markus Mosa, Vorsitzender der Edeka-Zentrale. „Als Teil der kritischen Infrastruktur übernehmen wir Verantwortung – für stabile Abläufe im EDEKA-Verbund und dafür, das Bewusstsein für private Krisenvorsorge zu stärken“, so Mosa weiter. Die Vorsorge vor möglichen Krisen wird Kund:innen somit näher gebracht und als persönliche Angelegenheit verpackt.

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Neben dem Edeka-Konzern, zu dem auch das Tochterunternehmen Netto gehört nehmen weitere Unternehmen unterstützend an „Red Storm Charlie“ teil: das Technologieunternehmen Philips und das Handelsunternehmen Schwarz-Gruppe, dem die bekannten Discounter- und Supermarktketten Lidl und Kaufland gehören, sind ebenfalls dabei.

„Strategische Partnerschaft“ zwischen Schwarz-Digits und Hensoldt

Die IT- und Digitalsparte der Schwarz-Gruppe namens Schwarz Digits hat sich im Februar 2026 mit dem Rüstungskonzern Hensoldt zu einer „strategischen Partnerschaft“ zusammengeschlossen. Hensoldt gehört zu den führenden Technologieunternehmen in der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie. Der Konzern rüstet Flugzeuge, Fahrzeuge, Schiffe und Satelliten mit Hightech-Elektronik aus, unter anderem mit elektronischer Kampfführung, Radar und Cyber-Fähigkeiten. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen einen Gewinn von 452 Millionen Euro.

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Die Partnerschaft reagiere damit auf den „dringenden Bedarf an unabhängiger Cloud-Technologie und verlegefähiger IT-Architektur für den Verteidigungssektor“, teilten beide Unternehmen mit. Gemeinsam würden sie für den Ausbau von „Software-Defined Defence“ (software-definierter Verteidigung) und datengetriebener Fähigkeiten für den vernetzten Einsatzraum vorantreiben, hieß es von beiden Partnern. Das Ziel der Zusammenarbeit sei es, „vollständig integrierte, souveräne und Cloud-fähige Lösungen für Deutschland sowie für weitere mit Deutschland verbündete Nationen bereitzustellen“.

Zusätzlich kooperiert Schwarz Digits mit dem Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI). Damit verfolge die Partnerschaft das Ziel einer „gemeinsamen Entwicklung souveräner Cloud-Lösungen für die öffentliche Verwaltung, um die technologische Unabhängigkeit Deutschlands zu stärken“.

Proteste gegen Bundeswehrübung

Im vergangenen Jahr kam es bereits zu Protesten gegen die Bundeswehrübung in Hamburg. Während Reservist:innen eine Sitzblockade von „Klimaklebern“ nachstellten, die anschließend von der Polizei geräumt wurde, organisierte ein breites Bündnis parallel eine Kundgebung mit rund 250 und einen Demonstrationszug mit etwa 2.000 Teilnehmer:innen.

Arbeiter:innen aus den Mercedes-Werken sowie von Airbus und Enercon brachten dabei ein Banner gegen die Nutzung von Fabriken und Häfen für Kriegszwecke an. Kritisiert wurden vor allem die Militarisierung des Alltags, während gleichzeitig Gelder für Nahverkehr, Pflege und Bildung gekürzt würden. Auch Deutschlands Rolle im Genozid in Gaza wurde thematisiert.

Red Storm Bravo: Simulierter und echter Protest gegen die Zeitenwende in Hamburg

Für dieses Jahr sind noch größere Proteste angekündigt. Das Bündnis Rheinmetall Entwaffnen ruft vom 23. bis 26. September zu bundesweiten Aktionstagen gegen das Manöver auf. Im Aufruf heißt es, Hamburg lasse sich nicht mobil machen und sei „kriegsuntauglich“. Zentrale Anlaufstelle ist eine „Störmanöver-Zentrale“ im Alten Elbpark. Geplant sind unter anderem die Demos „Für offene Grenzen“ und „Hamburg bleibt untauglich“ sowie direkte Aktionen gegen die Kriegslogistik.

Die Rote Jugend Deutschland warnt in ihrem Aufruf für die Aktionstage: „Die zivil-militärische Zusammenarbeit, welche in Hamburg geprobt werden soll, weist bereits darauf hin, dass immer mehr Bereiche fit für den Krieg gemacht werden müssen: Ob Logistik-Unternehmen, Supermärkte oder klassische Industrieproduktion, nirgendwo ist man mehr sicher davor, dass die eigene Lebensgrundlage in den Dienst der Kriegstreiberei gestellt wird.“ Der Aufruf richtet sich damit auch an die Kolleg:innen in Betrieben, die von der Umstellung auf Rüstungsgüter oder Dienstleistungen für die Bundeswehr direkt betroffen sein könnten.

Der DGB schließlich ruft für den 26. September um 14 Uhr zu einer Kundgebung gegen Sozialkahlschlag auf. Im Anschluss demonstriert das Bündnis „Kein NATO-Hafen“ unter dem Motto „Nein zum Kriegsmanöver Red Storm Charlie! Ja zu sozialem Fortschritt!“. Am 24. September organisiert das Bündnis zudem ein „Konzert für den Frieden“.

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Source: Perspektive Online