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Personalie | Milieuschützer
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Foto: Die Linke Was ist das größte Problem in Berlin? Fehlender bezahlbarer Wohnraum. Was ist das größte Problem in Steglitz-Zehlendorf? Fehlender bezahlbarer Wohnraum. So hat der Bezirksverordnete Dennis Egginger-Gonzalez (Linke) diese beiden Fragen beantwortet. Im Ergebnis der Wahl der Bezirksverordnetenversammlung am 20. September könnte er nun in die Lage kommen, im Bezirk Steglitz-Zehlendorf als Stadtrat für Stadtentwicklung hauptamtlich an der Lösung des Problems mitwirken zu dürfen. Seine Partei strebt an, dass er diesen Posten bekommt, wie sie am Tag nach der Wahl mitteilte.
Die Linke erzielte 12,6 Prozent der Stimmen. Das war weniger als in allen elf anderen Bezirken Berlins, wo die Partei bis auf 40,1 Prozent in Friedrichshain-Kreuzberg hochgeschossen ist. Doch für Steglitz-Zehlendorf sind 16,6 Prozent ein ebenso erstaunliches Ergebnis. Es reicht erstmals dafür, dass die Partei auch hier Anspruch auf einen Stadtratsposten im Bezirksamt hat.
»Ihr seid fantastisch«, bedankte sich Egginger-Gonzalez in einem Video bei den Wählern. »Wir sind mit sieben Verordneten im Parlament und ich kann der erste linke Stadtrat in Steglitz-Zehlendorf in der ganzen Historie dieses Bezirks werden«, sagte er. Ob der Traum aber in Erfüllung geht, hängt allerdings noch von Verhandlungen zwischen den Parteien ab. Darum will sich Egginger-Gonzalez erst einmal weder dazu noch zu seiner Person äußern.
Wer er ist und wofür er steht, lässt sich jedoch beim Internetportal abgeordnetenwatch.de nachlesen. Demnach ist Dr. Egginer-Gonzalez 1980 in Essen geboren und in Hessen aufgewachsen. Er lebt seit 2003 in Berlin, wo er an der Freien Universität Politikwissenschaft studierte und zugleich viele Jahre als Aushilfe in der Krankenpflege arbeitete. Seine Dissertation beschäftigte sich mit linkssozialistischem Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Eine von zwei Bezirksverordneten der Linken in Steglitz-Zehlendorf war Egginger-Gonzalez seit 2021. Damals hat er als Kandidat erklärt: »Den sozialen Zusammenhalt im Bezirk stärken bedeutet für mich unter anderem, Mieter*innen von Wohnungskonzernen vor unersättlicher Profitgier zu schützen.« Vor der jüngsten Wahl am vergangenen Sonntag sagte Egginger-Gonzalez, es brauche einen Mietendeckel und Milieuschutzgebiete, um Mieter vor Luxussanierungen und Verdrängung zu bewahren.
»Wir heben jetzt nicht ab, sondern wir machen bodenständig weiter«, verspricht Egginger-Gonzalez in dem bereits erwähnten Video. Dank des guten Wahlergebnisses könne die Sozial- und die Mietrechtsberatung der Partei sogar noch ausgeweitet werden. Der Politikwissenschaftler ist bisher Mitarbeiter der Abgeordneten Franziska Brychcy (Linke) und könnte es auch bleiben, wenn es mit dem Stadtratsposten nicht klappen sollte. Denn Brychcy gelang am Sonntag einmal mehr der Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus.
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Source: nd