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Kommende Landtagswahlen | AfD-Schock erst mal einmalig
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So düster wie in Sachsen-Anhalt sieht es in der Hauptstadt noch nicht aus: Berlins AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker bei der Wahlparty in Magdeburg. Foto: dpa/Sebastian Gollnow Natürlich fühlt sich die AfD durch ihr fantastisches Abschneiden bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beflügelt und will den Schub nutzen für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, die am 20. September stattfinden. Es spricht aber einiges dafür, dass die Situation dort mit der in Sachsen-Anhalt nicht vergleichbar ist.
Es war kein Erdrutschsieg in Sachsen-Anhalt, sondern einer, der sich lange angekündigt hatte. Am Ende landete die AfD ungefähr dort, wo sie in den Umfragen gesehen wurde. Die Meinungsforscher lagen da so falsch nicht. Dies zum Maßstab genommen, wird die AfD in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 34 und 37 Prozent erhalten. Eine Alleinregierung dieser Partei droht damit nicht – vielleicht auch, weil die AfD hier keinen Ulrich Siegmund ins Rennen schickt, aber die SPD ihre Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
Auch für Berlin sind keine nennenswerten Auswirkungen zu erwarten. Wir wissen jetzt schon, dass die Hauptstadt-AfD ihr Ergebnis von 2023 verdoppeln könnte. Aber damit käme sie allenfalls auf knapp 20 Prozent und hätte mit der Regierungsbildung nichts zu tun – unabhängig davon, ob das BSW nun ins Abgeordnetenhaus einzieht oder nicht. Linke und CDU sind in Berlin beide in etwa so stark wie die AfD, die SPD und die Grünen liegen nur ein paar Prozentpunkte zurück. Taktisch wählen ist nicht erforderlich und würde nichts bringen. Jeder Wähler kann gut und gerne die Partei ankreuzen, die ihm am meisten zusagt oder die er für das vergleichsweise geringste Übel hält. Es könnte sein, dass der Schock von Magdeburg unentschlossene Berliner dazu bewegt, nun doch ins Wahllokal zu gehen und mit ihrem Kreuz an beliebiger anderer Stelle gegen die AfD zu stimmen.
Entwarnung kann es allerdings nur für die unmittelbar bevorstehenden Wahlen geben. Die Hoffnung, die AfD habe ihr Potenzial ausgeschöpft und könne nicht noch mehr zulegen, ist schon mehrfach enttäuscht worden. Wer nicht geglaubt hätte, dass die AfD in Berlin jemals an die 20 Prozent herankommen könnte, der sollte sich nun nicht in der Gewissheit wiegen, dass es in der Hauptstadt niemals 40 Prozent werden. Das ist durchaus möglich, insbesondere dann, wenn weiter eine Politik des Aufrüstens und des Sozialabbaus gemacht wird, die der AfD in die Hände spielt.
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Source: nd