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Jusos NRW | Neue Juso-Chefin in NRW will mehr Klassenkampf

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Foto: Jusos NRW In ihrer Bewerbungsrede für den Vorsitz der Jusos in Nordrhein-Westfalen hat Michelle Gnatzy darüber gesprochen, dass sie den Wohlstand an diejenigen zurückverteilen wolle, die ihn erarbeitet haben. Im Radioprogramm des WDR sorgte das für kritische Nachfragen, die Aussage klinge doch sehr nach Klassenkampfrhetorik.

Die 20-Jährige antwortet darauf erfrischend, natürlich sei das Klassenkampfrhetorik, sie empfinde Klassenkampf auch als »nicht Schlechtes«. Im Gegenteil, sie glaubt, die SPD müsse wieder zu »mehr Klassenkampf« kommen. Der Wohlstand komme einfach nicht den Menschen zugute, die »jeden Morgen aufstehen und zehn Stunden arbeiten gehen«. Das will Gnatzy ändern.

»Der Wohlstand muss zurück zu den Menschen, die ihn erarbeitet haben. Die Sozialdemokratie muss wieder ihrer Pflicht gerecht werden, die absurde Vermögensungleichheit in der Gesellschaft radikal abzubauen.«

Wirtschaftspolitik ist einer der Schwerpunkte der Dortmunderin, die auch in ihrer Heimatstadt Wirtschaftswissenschaften studiert und als Werkstudentin für die Ratsfraktion der SPD arbeitet. Sie »brenne« für feministische Ökonomik und will, dass sich die Jusos »damit befassen, welche Auswirkungen Wirtschaftssystematiken auf Geschlechter haben«. Auch das Erstarken der extremen Rechten hält Michelle Gnatzy zumindest in Teilen für ökonomisch begründet und fordert deshalb eine antifaschistische Wirtschaftspolitik.

Apropos Antifaschismus: Im Sommer 2024 wurde Gnatzy attackiert, als sie einen SPD-Stand auf einem Straßenfest abbaute. Der Angreifer betonte, er sei Deutscher und fragte Michelle Gnatzy, ob sie links sei. Die Jungsozialistin bejahte das und wurde unvermittelt ins Gesicht geschlagen. Der Täter war der Polizei wegen ähnlicher Delikte bekannt. Gnatzy ließ sich von der Attacke nicht einschüchtern. Im Gegenteil, in Dortmund ist sie in Bündnissen gegen rechts aktiv. Bei einer Kundgebung gegen eine AfD-Veranstaltung mit dem Stargast Björn Höcke hielt sie eine Rede.

Gnatzys Ziel für das nächste Jahr: Eine gestärkte, verjüngte SPD in den Düsseldorfer Landtag bringen und die Staatskanzlei übernehmen. Die Jusos wollen dabei dafür sorgen, dass die SPD nicht nur dafür steht, »Schlimmeres zu verhindern«, sondern für eine »bessere Zukunft«.

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Source: nd