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El-Niño-Folgen | Extreme Waldbrand-Saison überfordert Helfer in Indonesien

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Feuerwehr und freiwillige Helfer kriegen die Brände nur lokal in den Griff. Foto: AFP/HERIBERTUS Manchmal sind es bis zu drei Alarme an einem Tag, berichtet Rahmat Hadi Wijaya. Gegenüber Reportern des Nachrichtenportals Channel News Asia erzählt der 48-jährige Feuerwehrmann auf Indonesiens flächenmäßig größter Insel Sumatra, seine Kollegen und er müssten bisweilen entscheiden, ob sie die begonnenen Löscharbeiten an einer Stelle abschließen oder schnell an einen neuen Brandort eilen, weil die Auswirkungen dort noch schlimmer sein könnten.

2000 Feuerwehrleute wie Rahmat hat der südostasiatische Inselstaat regulär für den Kampf gegen Wald- und Buschbrände im Einsatz. Ihre Erschöpfung, das zeigen auch andere Momentaufnahmen, ist spürbar – seit Wochen leisten sie mehr als ihre üblichen Schichten, schuften mit nur wenigen Stunden Schlaf von frühmorgens bis kurz vor Mitternacht. Weil ihr Wirken bei immer mehr Feuern nicht mehr ausreicht, sind inzwischen Abertausende Polizisten und Soldaten zur Unterstützung abkommandiert, die Rede ist von etwa 18.000 solchen zusätzlichen Kräften. Hinzu kommen etwa 10.000 freiwillige Helfer. Bereits im ersten Halbjahr sind in Indonesien 200.000 Hektar Landfläche verbrannt.

Dass es 2026 deutlich schlimmer werden würde als in den Vorjahren, hatte sich frühzeitig angekündigt. Zwar brennt es im Reich der 17.000 Inseln jedes Jahr um diese Zeit, doch diesmal hat der besonders starke El Niño, ein unregelmäßig wiederkehrendes Klimaphänomen, die Landschaften mehr als sonst austrocknen lassen. In der Folge brennen nicht nur die Wälder und Torfmoore wie Zunder. Die Feuerwehrleute haben bei ihren Löscharbeiten auch immer öfter mit Wasserknappheit zu kämpfen. Ein Flusslauf mag vielleicht in der Nähe sein, ist aber derzeit eher ein schlammiges Rinnsal.

Auf Sumatra ist die Entwaldung besonders stark fortgeschritten – die Fläche ist auf nur noch 30 Prozent geschrumpft.

Während sich Anzahl und Stärke der Feuer inzwischen auf Niveau des Katastrophenjahres 2015 bewegen, beklagen die Nachbarstaaten die schlimmste Smogkrise seit 2019. Ungünstige Südwinde treiben die Rauchwolken nach Malaysia und in den Stadtstaat Singapur, wo die Messwerte für die Feinstaubkonzentration in der Luft seit geraumer Zeit über den offiziellen Grenzwerten für eine Einstufung als »ungesund« liegen. Selbst in Hat Yai, der größten Stadt im Süden Thailands, ist die Luft durch rauchbedingten Smog trübe-grau. In Indonesien selbst stieg die Zahl der Betroffenen mit Erkrankungen der Atemwege derweil auf fast 175.000, darunter 40.000 Kleinkinder. Dies gab eine Vertreterin des Gesundheitsministeriums bekannt. Zwei Wochen vorher hatten die Behörden noch 113.000 Fälle registriert.

Manche Feuer entstehen schlicht durch Unachtsamkeit. Doch die vielen Brandstiftungen, vor allem für immer neue Palmölplantagen, bedrohen die Reste einzigartiger, artenreicher Primär-Regenwälder und damit den Lebensraum zahlreicher seltener Spezies. So gibt es nur noch 2000 bis 3000 Sumatra-Elefanten. Erst dieser Tage wurden eine Mutterkuh und ihr Kalb tot aufgefunden.

Auf Sumatra ist die Entwaldung besonders stark fortgeschritten – die Fläche ist auf nur noch 30 Prozent geschrumpft. Einen Achtungserfolg hatten die Umweltstiftung WWF und Partner damit erzielt, dass das Waldgebiet Tesso Nilo unter Schutz gestellt und zum Nationalpark erklärt wurde. Die ursprünglich 38.000 Hektar, Heimat für den Sumatra-Tiger, Nashörner und Orang-Utans, wurden 2009 um 83.000 Hektar erweitert. Allerdings frisst die Brandrodung immer wieder Stücke sogar aus solchen Schutzgebieten. Die sechstgrößte Insel der Welt ist schon weitgehend kahl – vorrangig ein Werk der letzten 30 Jahre.

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Source: nd