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Zürich: Knall bei Drohnenbauer Destinus

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Symbolbild · Rob Bogaerts / Anefo / CC0 · Wikimedia Commons

Schweizer Waffen morden mit in aller Welt. An dieser Binsenwahrheit, die zugleich Ausgangspunkt für internationalistische Interventionen ist, hat sich nichts geändert. Es ist gut bekannt und historisch belegt, wie die Schweizer Waffenindustrie verschiedene Kriegsschauplätze dieser Welt beliefert. Die offizielle "Neutralität" war dabei kaum je Hindernis, höchstens zwischenzeitliche Hürde, nicht selten gar ermöglichender Faktor im Waffendeal mit Staaten, die ansonsten boykottiert und sanktioniert wurden.

Im Zuge der globalen Krise des Kapitalismus und Imperialismus mit all ihren zerstörerischen Begleiterscheinungen beobachten wir seit Jahren eine gewaltige staatliche Aufrüstung. Die Herrschenden rüsten sich vor dem Hintergrund des Niedergangs der Hegemonie der USA für kommende Kriege. "Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln," das kann uns im imperialistischen Zeitalter kaum erstaunen. Entsprechend rüsten die bürgerlichen Staaten auf, um im Kampf um die Neuaufteilung der Welt mitzumischen. Die Militärmächte Europas (Frankreich, Grossbritannien, Türkei, Deutschland, Polen...) überbieten sich gegenseitig mit ihren Milliardeninvestitionen und Aufrüstungsplänen, die Rüstungsausgaben der EU-Staaten haben sich alleine die letzten 6 Jahre (auf nunmehr beinahe 500 Milliarden Euro pro Jahr) verdoppelt.

Natürlich hat dies auch Auswirkungen für die Situation in der Schweiz. Politische Kriegstreiber:innen von der Sozialdemokratie bis hin zum Freisinn bedienen sich moralisierender oder wirtschaftlicher Argumente, um letztlich eine weitergehende Einbindung in die Kriegsmaschine der NATO oder der Europäischen Union zu ermöglichen. Die nationale Kriegswirtschaft jammert, dass ihnen die Möglichkeit entgehe, beim Geschäft mit dem Morden mitzuwirken und fordert erleichterte Exportbedingungen - hier Hand in Hand mit der SVP und anderen Teilen der Schweizer Bourgeoisie. Es herrscht Durcheinander und Unordnung im parasitären Schweizer Kapitalismus, das Geschacher um Profitmöglichkeiten läuft auf Hochtouren.

Destinus selbst wurde vom russischen Unternehmer Mikhail Kokorich 2021 in der Schweiz gegründet, mit dem Fokus auf der Entwicklung von Wasserstoffantrieben für Überschallflugzeuge. Mit dem Beginn des Krieges in der Ukraine und dem Ausblick auf satte Profite, begann auch die Entwicklung und die Produktion von militärischen Drohnen für die ukrainischen Streitkräfte. Um die Restriktionen im Exportgesetz der Schweiz zu umgehen, wurde die Produktion ins Ausland verlagert und die einzelnen Teile anschliessend in der Ukraine zusammengebaut. 

Wie die Interessen der Bourgeosie sind die staatlichen Verbindungen klar und zielgerichtet. So fungiert ein französischer Luftwaffengeneral als strategischer Berater und ein ehemaliger ukrainischer Finanzminister ist Teil der Geschäftsführung. 2024 wurde der Hauptsitz zwar in die Niederlanden verlegt, dennoch wird am alten Firmenstandort Zürich für Forschung und Entwicklung festgehalten.

An der heutigen Adresse in Zürich residierte zuvor das ETH Spin-Off Daedalean, welches von Destinus für läppische 180 Millionen CHF übernommen wurde. Dieses hatte sich bis dahin mit der Entwicklung von KI Systemen für autonomes Fliegen einen Namen gemacht. Die Verbindungen der Rüstungsindustrie zu den hiesigen Hochschulen sind geradezu typisch für die Schweiz.

In diesem Jahr wurde bekannt, dass Destinus mit Rheinmetall eine Kooperation eingeht unter dem vielversprechenden Namen "Rheinmetall Destinus Strike Systems" zur Herstellung von Raketensystemen. Rheinmetall selbst hat kürzlich bekannt gegeben, am Standort in Zürich-Oerlikon die Belegschaft zu verdoppeln. Das Geschäft mit dem Morden scheint sich also mehr als zu lohnen.

Doch gegen die Aufrüstung der Herrschenden gibt es und entwickelt sich Widerstand, an verschiedenen Orten, getragen von unterschiedlichen Kräften. Streiks, Blockaden, Sabotage, Demonstrationen, Camps usw. usf. Von Griechenland über Italien, nach Frankreich, England oder Deutschland, in der Türkei und Kurdistan, in Palästina, dem Iran und dem Libanon. Der Krieg - auch wenn in seiner konkreten Ausgestaltung natürlich unterschiedlich und ungleichzeitig - ist für uns alle Realität. Wir hier in den Metropolen begegnen ihm (bzw. seinen Treibern und Profiteuren) militant, als Ausdruck einer perspektivischen Bruchposition mit dem Kapitalismus. Krieg dem Krieg, der Hauptfeind steht im eigenen Land!

Für eine revolutionäre Perspektive!

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Source: de.indymedia