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Politics Tagesschau

Konstituierende Sitzung von neu gewähltem Abgeordnetenhaus in Berlin

Knapp sechs Wochen nach der Wahl in Berlin kommt das Abgeordnetenhaus zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung steht die Wahl des Parlamentspräsidiums. Erstmals könnte dieses

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Nach Wahl in Berlin Linken-Politikerin Klein neue Parlamentspräsidentin Stand: 29.10.2026 • 18:31 Uhr

Knapp sechs Wochen nach der Wahl in Berlin ist das Abgeordnetenhaus zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Die Linken-Politikerin Klein ist zur neuen Präsidentin des Parlaments gewählt worden.

Das Berliner Abgeordnetenhaus ist knapp sechs Wochen nach der Wahl erstmals in neuer Besetzung zusammengekommen. Die Linke-Politikerin Hendrikje Klein wurde dabei zur neuen Parlamentspräsidentin gewählt. Bei der konstituierenden Sitzung des Landesparlaments stimmten 98 von 149 anwesenden Abgeordneten für die 46-Jährige. Es gab 42 Nein-Stimmen und neun Enthaltungen. Klein ist damit die erste Politikerin ihrer Partei in dem Amt - und nach Hanna-Renate Laurien (CDU/1991-1995) und Cornelia Seibeld (CDU/2023-2026) die dritte Frau. Die Linke als stärkste Fraktion hatte das Vorschlagsrecht für den wichtigen Posten.

Die Diplom-Verwaltungswirtin Klein gehört dem Abgeordnetenhaus seit 2016 an, sie hat also langjährige parlamentarische Erfahrung. Seit 2024 war sie Parlamentarische Geschäftsführerin der Linke-Fraktion. Zudem gehörten Personal und Verwaltung zu ihren Fachgebieten. Bei der Wahl am 20. September holte sie im Wahlkreis Lichtenberg 5 ein Direktmandat. Eine Aufgabe der Parlamentspräsidentin ist es, Sitzungen des Abgeordnetenhauses zu leiten. Im mehrköpfigen Präsidium und im Ältestenrat hat sie den Vorsitz. Sie übt außerdem das Hausrecht und die Polizeigewalt im Parlament aus und vertritt es nach außen. Gewählt wurde Klein für die Dauer der fünfjährigen Wahlperiode. Sie hatte sich am vergangenen Dienstag in den Fraktionen vorgestellt. Bei der geheimen Wahl im Plenum erhielt sie offensichtlich nicht nur Stimmen aus dem rot-grün-roten Lager. Klein kündigte im Vorfeld an, viel Raum für Debatten lassen zu wollen, der Ton müsse aber stimmen. Das Parlament will sie etwa für Schulklassen oder Erstwähler öffnen. Unparlamentarisches Verhalten wolle sie verstärkt rügen.

Der AfD-Kandidat für den Posten des Vizepräsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Martin Trefzer, fiel bei der Wahl im Plenum durch. Trefzer erhielt in geheimer Abstimmung bei der konstituierenden Sitzung des Parlaments bei 149 abgegebenen Stimmen 40 Ja-Stimmen. Die AfD-Fraktion zählt 29 Abgeordnete. Die CDU-Kandidatin für den Vizeposten, Cornelia Seibeld, bekam dagegen eine Mehrheit. Für sie stimmten 109 Abgeordnete bei 33 Nein-Stimmen, 6 Enthaltungen und einer ungültigen Stimme. Seibeld wirkte in der abgelaufenen Legislaturperiode seit 2023 als Präsidentin des Abgeordnetenhauses. Die beiden Vizepräsidenten des Abgeordnetenhauses werden laut Geschäftsordnung von der zweit- und der drittstärksten Fraktion nominiert, also von CDU und AfD. Einer der beiden Posten bleibt nunmehr zunächst vakant.

Eröffnet wurde die Sitzung vom CDU-Abgeordneten Kurt Wansner, der mit 78 Jahren das älteste Parlamentsmitglied ist. Wansner rief in seiner Rede zur gesellschaftlichen und religiösen Toleranz auf. Jeder Berliner Bürger habe das Recht, seinen eigenen Glauben zu leben und seine Persönlichkeit danach zu gestalten, sagte Wansner. "Es muss uns doch alle erschüttern, wenn jüdische Mitbürger sich in der Hauptstadt Deutschlands nach ihren eigenen Aussagen nicht mehr sicher fühlen. Etwas, von dem wir glaubten, das wir nach der unvergesslichen Vergangenheit nie wieder erleben müssen." Es sei die Aufgabe aller Abgeordneten und Berliner Bürger, sich einer solchen Entwicklung entgegenzustellen.

Das Abgeordnetenhaus hat in der neuen, fünfjährigen Legislaturperiode 153 Mitglieder. Das sind sechs weniger als bisher. Auf die Linke entfallen 45 Sitze. Allerdings gehören der Fraktion zunächst nur 44 Abgeordnete an, weil eine gewählte Linke-Politikerin wegen einer Erkrankung nicht bei der konstituierenden Sitzung der Fraktion dabei war.

Die CDU stellt 33 Abgeordnete, die AfD 29, die Grünen 25 und die SPD 21. Knapp die Hälfte der Abgeordneten zog neu ins Parlament ein. Der Frauenanteil im Abgeordnetenhaus liegt bei rund 38 Prozent. Bei der Berlin-Wahl war die Linke stärkste Kraft geworden und strebt eine Koalition mit Grünen und SPD an. Gelingt das, könnte mit der aktuellen Fraktionschefin Elif Eralp erstmals eine Linke Regierende Bürgermeisterin werden.

Sendung: rbb24 Inforadio, 29.10.2026, 11 Uhr Audio: rbb24 Inforadio, 29.10.2026, Mathias Wetzel

Dieses Thema im Programm: rbb24 | Nachrichten | 29.10.2026 | 07:00 Uhr

Originally published byTagesschau
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