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Politics Tagesschau

Knesset-Wahl: Kopf-an-Kopf-Rennen in Israel erwartet

Für viele Israelis ist es nicht weniger als eine Schicksalswahl - und das spiegelt sich in der Wahlbeteiligung wider. Die liegt bereits jetzt auf einem Rekordniveau. Umfragen deuten auf ein knappes Re

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Erwartetes Kopf-an-Kopf-Rennen Enorm hohe Wahlbeteiligung in Israel Stand: 27.10.2026 • 21:05 Uhr

Für viele Israelis ist es nicht weniger als eine Schicksalswahl - und das spiegelt sich in der Wahlbeteiligung wider. Die liegt auf einem Rekordniveau. Umfragen deuten auf ein knappes Rennen hin.

Bei der Parlamentswahl in Israel zeichnen sich eine hohe Wahlbeteiligung sowie ein enges Rennen zwischen dem Lager von Premierminister Benjamin Netanjahu und seinen politischen Gegnern ab.

Etwa 7,3 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, die 120 Abgeordneten der Knesset zu bestimmen. Die Wahllokale sollen nach aktuellem Stand um 21.00 Uhr MEZ schließen. Danach werden erste Prognosen auf der Grundlage von Nachwahlbefragungen erwartet.

Nach Angaben der zentralen Wahlkommission zeichnete sich die höchste Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten ab. Bis 19:00 Uhr MEZ lag sie demnach bei 74,3 Prozent. Bei der letzten Wahl 2022 waren es um die Uhrzeit 66,3 Prozent. Die Daten zur Wahlbeteiligung im Laufe des Tages werden seit 1973 erfasst.

Vor Wahllokalen in Tel Aviv, aber auch in arabisch geprägten Städten in Israel bildeten sich laut Augenzeugen lange Schlangen. Medienberichten zufolge reisten mehr als 70.000 Israelis aus dem Ausland an, um ihre Stimme abzugeben.

Pia Steckelbach, ARD Tel Aviv, zu den Folgen der Knesset-Wahl für Israels Zukunft tagesschau24, 27.10.2026 • 14:00 Uhr Aufruf zur Wahl von Netanjahu Premierminister Netanjahu und seine Frau Sara Netanjahu gaben ihre Stimme in einem Wahllokal in Jerusalem ab. Sie appellierten: "Geht wählen!". Auch auf der Plattform X hatte der Premierminister zur Stimmabgabe aufgerufen.

Netanjahu sprach - wie bei früheren Wahlen auch - von einer angeblich überdurchschnittlich hohen Wahlbeteiligung der arabischen Staatsbürger. Es handle sich um einen "Notruf". Die Wahlbeteiligung im rechten Lager falle im Vergleich dazu geringer aus, schrieb er in den Sozialen Medien. Ähnlich äußerte sich auch der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir. Nur wenige arabisch-israelische Wählerinnen und Wähler stimmten in der Vergangenheit für zionistische oder rechte Parteien.

Premier Netanjahu wählte zusammen mit seiner Frau Sara in Jerusalem.

Gadi Eisenkot, Netanjahus stärkster Herausforderer, kündigte indes für den Fall eines Regierungswechsels einen neuen Politikstil an: "In Israel weht ein Wind der Veränderung, diese Veränderung wird heute Abend um 22.00 Uhr eintreten." Er wolle das Land nicht durch "Spaltung und Panikmache führen, sondern durch Einheit und echte Liebe".

Ein echter Kurswechsel in Hinblick auf die Politik im Westjordanland und im Gazastreifen scheint Aussagen führender Politiker zufolge allerdings unwahrscheinlich.

Gadi Eisenkot gilt als aussichtsreichster Herausforderer Netanjahus. Er wählte gemeinsam mit seiner Ehefrau Hanna in Herzlia.

Der israelische Polizeiminister hatte zur Tötung von Palästinensern aufgerufen. mehr

Am frühen Abend beantragte die Likud-Partei von Netanjahu eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Wahllokale. "Wir haben einen Antrag gestellt, um die Zeiten für die Stimmabgabe zu verlängern", erklärte die Partei im Onlinedienst Telegram. Auch die ultraorthodoxe Schas-Partei und die rechtsradikale Otzma Jehudit ("Jüdische Stärke") forderten längere Öffnungszeiten. Sie begründeten das mit dem hohen Andrang vor den Wahllokalen.

Die Partei Jaschar von Eisenkot wandte sich "entschieden" gegen den Vorstoß. "Es hat sich kein außergewöhnlicher Vorfall ereignet, der die Gewährung dieses Antrags rechtfertigen würde", erklärte sie. Der Antrag ziele darauf ab, "den Boden für Anschuldigungen zu bereiten, mit denen die Integrität der Wahl infrage gestellt werden soll". Inzwischen hat der zentrale Wahlausschuss den Antrag abgelehnt.

Die gegenwärtigen Umstände rechtfertigten es nicht, die Öffnungszeiten der Wahllokale über die geplante Schließung um 21 Uhr MEZ hinaus zu verlängern, teilte die Kommission mit. Alle Wahlberechtigten, die bis zu diesem Zeitpunkt in der Schlange stünden, dürften aber noch ihre Stimme abgeben, hieß es.

Heute werden nicht alle Stimmen ausgezählt. Turnusmäßig werden Stimmzettel von Hunderttausenden israelischen Soldaten und Reservisten erst einen Tag später, also ab morgen, ausgezählt. Dieser Wählergruppe wird eine starke Unterstützung rechter Parteien zugeschrieben.

Mit vorläufigen Endergebnissen wird am Donnerstag gerechnet. Die offiziellen Ergebnisse sollen acht Tage nach der Wahl veröffentlicht werden. Es wird eine schwierige Regierungsbildung erwartet.

Mit Informationen von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Tel Aviv

Dieses Thema im Programm: BR24 Radio | Nachrichten | 27.10.2026 | 13:34 Uhr

Originally published byTagesschau
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