Germany Tagesschau
Fake Hotelanzeigen - Brüssel ermittelt gegen Booking.com
Unternimmt das Portal Booking.com genügend gegen Betrüger, die Reisende mit Fake-Anzeigen locken? Die EU will das ermitteln und sicherstellen, dass die Europäer ihren Urlaub ohne Angst buchen können.
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Fake-Hotelanzeigen von Betrügern EU-Kommission ermittelt gegen Booking.com Stand: 21.10.2026 • 13:32 Uhr
Unternimmt das Portal Booking.com genügend gegen Betrüger, die Reisende mit Fake-Anzeigen locken? Die EU will das ermitteln und sicherstellen, dass die Europäer ihren Urlaub ohne Angst buchen können.
Die EU-Kommission geht wegen gefälschter Hotelanzeigen von Betrügern und möglicher Phishing-Risiken gegen die Buchungsplattform Booking.com vor. Das Reiseportal steht im Verdacht, nicht genug gegen die Betrüger auf der Plattform getan zu haben, wie aus einer Mitteilung der Brüsseler Behörde hervorgeht.
Die Kommission werde in den kommenden Monaten ermitteln, ob Booking ausreichend gegen illegale Angebote vorgehe und die Daten seiner Kundinnen und Kunden ausreichend schütze, teilte die Kommission weiter mit. Konkret will die EU-Kommission prüfen, ob sich das Online-Portal ausreichend bemüht, diese regelwidrigen Angebote zu entfernen. Stellt sie Mängel fest, droht dem Unternehmen ein Bußgeld.
Booking.com teilte mit, man arbeite uneingeschränkt mit der Europäischen Kommission zusammen. Man setze sich weiterhin dafür ein, gemeinsam mit den zuständigen Behörden Online-Betrug zu bekämpfen und Reisende sowie Partner zu schützen.
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Die Ermittlungen kommen zu einer Zeit, in der Verbraucherschützer vor einer wachsenden Zahl von Online-Betrugsfällen warnen. Im ersten Halbjahr 2026 sind nach Angaben der EU-Kommission 1.072 Betrugsmeldungen eingegangen, die zu einem Schaden in Höhe von 82.000 Euro geführt hätten. Dies entspreche einer Verzehnfachung im Vergleich zum Vorjahr.
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Im Fokus der Ermittlungen stehen auch Phishing-Versuche auf der Buchungsplattform. Phishing ist eine der häufigsten Betrugsmaschen im Internet. Dabei versuchen Cyberkriminelle, durch Antworten auf gefälschte Nachrichten an sensible Daten wie Passwörter oder Bankinformationen zu gelangen.
Die EU-Kommission untersucht unter anderem, wie die Plattform Reservierungs- und Gästedaten an Unterkunftsbetreiber weitergibt und wie das Schreiben von Nachrichten auf der Plattform funktioniert. Insbesondere soll dabei geprüft werden, ob das Unternehmen ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat, um zu verhindern, dass Daten der Nutzerinnen und Nutzer missbraucht werden.
Die EU-Kommission teilte mit, dass die Eröffnung des Verfahrens noch nichts darüber aussage, ob Booking.com tatsächlich gegen geltende EU-Regeln verstoßen hat. "Die Europäer sollten ihren Urlaub buchen können, ohne Angst vor Betrug haben zu müssen", sagte EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen.
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Die Brüsseler Internetwächter wollen sich zudem genauer ansehen, wie transparent Booking.com mit bezahlter Werbung umgeht. Konkret geht es darum, welche Suchergebnisse für einen Aufpreis auf der Buchungsplattform weiter oben erscheinen und ob diese klar als Werbung gekennzeichnet sind.
Anbieter von Unterkünften könnten ihre Angebote in den Suchergebnissen von Booking.com besser sichtbar machen, indem sie eine höhere Provision zahlten, teilte die EU-Kommission mit. Nutzer sollten klar erkennen können, dass es sich bei diesen "hervorgehobenen Angeboten" tatsächlich um Werbung handelt.
In einer früheren Version des Beitrags hieß es unter Bezugnahme auf Angaben der EU-Kommission, dass die Zahl der Betrugsfälle auf booking.com um 500 Prozent gestiegen sei. Die EU-Kommission stellte nun laut Nachrichtenagentur dpa klar, dass sich dieser angegebene Anstieg nicht auf das Reiseportal selbst bezieht, sondern auf Betrugsversuche im Internet weltweit. Wir haben den Abschnitt des Textes entsprechend angepasst und den betreffenden Satz gestrichen.
Dieses Thema im Programm: BR24 Radio | Nachrichten | 21.10.2026 | 12:06 Uhr