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Europäische Zentralbank hält Leitzins unverändert
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet die Leitzinsen unverändert bei 2,5 Prozent belassen. Für Gesprächsstoff dürfte aber der vorzeitige Rückzug von EZB-Chefin Christine Lagarde sorgen.
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Ratssitzung in Frankfurt EZB hält Leitzins unverändert Stand: 29.10.2026 • 16:18 Uhr
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet die Leitzinsen unverändert bei 2,5 Prozent belassen. Zuvor hatte auch die US-Notenbank Fed von einer Änderung ihrer Leitzinsen abgesehen.
Trotz hartnäckig hoher Inflation legt die Europäische Zentralbank (EZB) eine Zinspause ein. Die Leitzinsen verharren bei 2,5 Prozent. Das gab die EZB nach ihrer heutigen Direktoriumssitzung bekannt. Ökonomen rechnen nun mit einer neuerlichen Zinsanhebung im Dezember.
Erst im vergangenen September hatten die Währungshüter die Zinsen angehoben und diesen Schritt mit der hohen Teuerung begründet. Die Inflationsrate im Euroraum hatte zuletzt bei 3,8 Prozent gelegen, nach 3,2 Prozent im August. Als Ziel peilt die EZB eine Rate bei 2,0 Prozent an.
Der Grund sind die hohen Energiepreise. mehr
Generell halten Volkswirte großer Banken die Zinspause für vertretbar. "Die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen haben sich verschärft und die wirtschaftliche Stimmung hat sich zuletzt etwas eingetrübt", urteilt Andreas Bley, Chefökonom der Volks- und Raiffeisenbanken. Die EZB könne nun abwarten, "wie sich Preise und Konjunktur in den nächsten Wochen entwickeln", so Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands BdB.
Experten zufolge sollte die EZB die Entwicklung nicht auf die leichte Schulter nehmen. "Hoffentlich lässt sie sich auf der nächsten Sitzung im Dezember von Frankreichs Haushaltskrise nicht von einem Zinsschritt abbringen", warnt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Denn die höheren Energiepreise dürften bald beginnen, auf die Preise anderer Güter und Dienstleistungen durchzuschlagen." Und sein Kollege Ulrich Kater von der Deka Bank ergänzt: "Es wird ungemütlicher für die EZB", so Kater. "Die Kosten für die Lebenshaltung werden zum politischen Thema."
Gerüchte gab es bereits länger, nun ist es bestätigt: EZB-Chefin Lagarde gibt ihren Posten vorzeitig im Februar auf. mehr
Auf der anschließenden Pressekonferenz stand jedoch weniger die Zinsentscheidung im Fokus als vielmehr der vorzeitige Rücktritt von EZB-Präsidentin Christine Lagarde von ihrem Amt. Diesen hatte die EZB am Morgen bestätigt. Der Schritt gilt als wenig überraschend. Lagarde äußerte sich erst am Ende der Pressekonferenz zu ihrem Rückzug. Sie begründete diesen mit der Pflicht zur Neutralität in diesem Amt. "Ich will mir die Freiheit der freien Rede erhalten", so Lagarde. "Ich habe angesichts der weltweiten Probleme viel zu sagen. Meine Stimme kann helfen."
Damit ist aber auch das Rennen um eine Nachfolge entbrannt. Als zukünftige Notenbankpräsidenten werden der Niederländer Klaas Knot und der Spanier Pablo Hernández de Cos gehandelt. Bundesbankchef Joachim Nagel gilt als weitgehend chancenlos, da mit der Vorsitzenden der EU-Kommisson, Ursula von der Leyen, bereits eine Deutsche ein hohes europäisches Amt bekleidet. "Der Prozess ist gestartet", sagte auch Lagarde. "Es gibt viele Kandidaten. Und viele, die besser sind als ich."
Am Vorabend hatte die US-Notenbank Federal Reserve ihre Leitzinsen ebenfalls nicht angetastet. Der geldpolitische Schlüsselsatz bleibt in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent, wie die Währungshüter um Fed-Chef Kevin Warsh am Mittwoch bekanntgaben. Die Entscheidung fiel jedoch nicht einstimmig: Die Währungshüterinnen Lisa Cook und Beth Hammack votierten für eine Anhebung. Die Notenbank räumte ein, dass die Inflation "weiterhin erhöht" sei.
"Wir gehen davon aus, dass die bis zur nächsten Sitzung anfallenden Daten den Eindruck untermauern, dass die Inflation zu hoch ist und sich nicht abschwächt", sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Somit sei eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt im Dezember zu erwarten. Die Zentralbank hatte den geldpolitischen Schlüsselsatz im September erstmals seit rund drei Jahren angehoben, um die hartnäckige Inflation in Schach zu halten.
EZB-Chefin Lagarde tritt vorzeitig zurück tagesschau24, 29.10.2026 • 11:00 Uhr EZB Leitzins Sitzung Christine Lagarde Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | DAX-Start, EZB-Ausblick, VW-Zahlen | 29.10.26 | 09:33 Uhr