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Bulgariens amtierende Präsidentin Jotowa liegt bei Stichwahl vorn

Sie sieht sich als "Präsidentin des Friedens": Bulgariens Amtsinhaberin Jotowa liegt laut Prognosen bei der Stichwahl vorn. Die russlandfreundliche Politikerin setzte sich gegen Herausforderer Gjurow

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Votum in Bulgarien Amtierende Präsidentin Jotowa gewinnt Stichwahl Stand: 02.11.2026 • 10:57 Uhr

Bulgariens Amtsinhaberin Jotowa hat die Stichwahl um das Präsidentenamt nach Auszählung aller Stimmen gewonnen. Herausforderer Gjurow landete auf dem zweiten Platz. Jotowa gehört zum Lager des als russlandfreundlich geltenden Regierungschefs Radew.

Die bulgarische Präsidentin Ilijana Jotowa hat die Stichwahl um das höchste Staatsamt des EU- und NATO-Landes klar gewonnen. Das geht aus den amtlichen Ergebnissen hervor, die von der Zentralen Wahlkommission (ZIK) nach Auszählung aller Wahlprotokolle in Sofia veröffentlicht wurden.

Jotowa kam den Angaben zufolge mit 57,5 Prozent der Stimmen auf Platz eins. Herausforderer Andrej Gjurow landete als Kandidat des prowestlichen liberal-konservativen Oppositionslagers mit 39,4 Prozent auf dem zweiten Platz.

Laut den Nachwahlbefragungen lag die Wahlbeteiligung bei etwa 27 bis 29 Prozent und damit etwas höher als bei der ersten Runde am 25. Oktober, bei der sie mit 23 Prozent einen historischen Tiefstand erreicht hatte.

Jotowa ist damit die erste Frau, die in Bulgarien ins Präsidentenamt gewählt wurde. Sie hatte das Amt automatisch wegen ihrer vorherigen Funktion als Vizepräsidentin übernommen, nachdem der vorherige Präsident Rumen Radew in diesem Jahr zurückgetreten war. Radew ist inzwischen Ministerpräsident.

Jotowa kandidierte als unabhängige Kandidatin, sie gehört aber dem Lager des als russlandfreundlich geltenden Regierungschefs Radew an. Dessen Mitte-Links-Partei hatte ihr ihre Unterstützung ausgesprochen. Die 62-Jährige unterstützt die EU- und NATO-Mitgliedschaft ihres Landes, lehnt Militärhilfen für die Ukraine aber ab. Im Wahlkampf inszenierte sie sich als "Präsidentin des Friedens", die mit Moskau in einen Dialog treten will.

Die Wahl fand vor dem Hintergrund von Drohnenangriffen vor der bulgarischen Küste statt. Dort waren in den vergangenen Wochen Behördenangaben zufolge mindestens sechs Handelsschiffe von Drohnen attackiert worden. Dies schürte Sorgen in dem EU- und NATO-Land vor einer Ausweitung des Ukraine-Kriegs.

Wieder wurden Schiffe vor Bulgariens Küste von Drohnen attackiert. mehr

Jotowas Herausforderer Gjurow war früher stellvertretender Chef der Zentralbank und in diesem Jahr vorübergehend Ministerpräsident. Gjurow hat häufig deutlich gemacht, dass er fest hinter der Ukraine steht.

Im politischen System Bulgariens hat das Staatsoberhaupt vor allem repräsentative Aufgaben. Es kann allerdings sein Veto gegen Gesetze einlegen und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Die neu gewählte Präsidentin soll am 22. Januar ihr Amt antreten.

Dieses Thema im Programm: NDR Info | Nachrichten | 01.11.2026 | 20:30 Uhr

Originally published byTagesschau
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