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Angeklagter räumt in Prozess um Misshandlung in Soest Beteiligung ein
Im Prozess um die Misshandlung einer Frau in Soest hat der Hauptangeklagte sein Schweigen gebrochen. Bisher hatte er bestritten, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Jetzt räumte der 29-jährige Soest
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Prozess um Misshandlung in Soest Hauptangeklagter räumt Beteiligung ein Stand: 02.11.2026 • 16:04 Uhr
Im Prozess um die brutale Misshandlung einer Frau in Soest haben zwei der Angeklagten heute ihr Schweigen gebrochen. Der Hauptangeklagte gestand, an einem Teil der Taten beteiligt gewesen zu sein, der zweite, die Frau vergewaltigt zu haben. Jetzt rückt aber auch die damalige Lebensgefährtin des Hauptangeklagten immer mehr in den Fokus.
Der Hauptangeklagte hatte bisher bestritten, an den Misshandlungen beteiligt gewesen zu sein. Jetzt räumte der 29-jährige Soester ein, teilweise mitgemacht zu haben. Bei manchen Taten sei er allerdings gar nicht im Haus gewesen, wo alles passierte. Aber er stellte klar: „Ich bin nicht unschuldig.“
Angeklagte gestehen vor Gericht Das Erste Grundsätzlich habe es die brutalen Misshandlungen gegeben, bei der die Frau gequält, geschlagen, sexuell missbraucht und menschenverachtend behandelt worden sei, sagte der Soester beim Prozess heute im Landgericht Arnsberg.
Allerdings relativierte der Hauptangeklagte mehrfach seine Beteiligung. Er bezichtigte seine damalige Lebensgefährtin, der aktive Teil bei den Misshandlungen gewesen zu sein.
So unter anderem, als er die Frau im November vorigen Jahres halbnackt gefesselt an einen Balken auf der Terrasse gehangen habe. Das habe seine damalige Lebensgefährtin als Strafe für das Opfer "angeordnet".
Die misshandelte Soesterin hatte in den Nächten zuvor offenbar nackt auf der Terrasse schlafen müssen, schilderte der Richter aus der Anklage und aus Videos, die das Geschehen zeigen sollen.
Möglicherweise habe die misshandelte Soesterin versucht, in einer dieser Nächte ins Haus zu kommen. Dafür gab es dann offenbar die Strafe, konnte man dem Geständnis des Angeklagten entnehmen.
Seine damalige Lebensgefährtin war erst nachträglich verhaftet worden, nachdem neue Videos bekannt wurden. Die waren erst vor kurzem den Ermittlern zugespielt worden.
Darauf sind 18 weitere heftige mutmaßliche Taten gefilmt, an denen auch Personen beteiligt waren, die bisher noch nicht angeklagt sind, wurde heute im Prozess bekannt.
Der Hauptangeklagte heute bei seinem Geständnis im Gericht.
Die Staatsanwaltschaft plant, dazu eine weitere Anklage zu erheben. Der Hauptangeklagte kündigte am Montag im Gericht an, dass er auch einen Teil dieser Taten, soweit er daran beteiligt war, gestehen wolle.
Er habe die menschenverachtenden Aktionen, zu der die Frau gezwungen worden war, belustigt beobachtet. "Man hat mitgemacht und es hat mich belustigt", sagte er wörtlich aus.
Sicherheitsvorkehrungen vor dem Gerichtssaal.
Der Prozess fand unter sehr hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Alle Besucher wurden vor Betreten des Verhandlungssaals durchsucht und gescannt, mussten ihre Handys abgeben.
Im Saal waren deutlich mehr Wachtmeister als sonst. Grund: Einzelne der Mitangeklagten sagten, sie hätten Angst vor dem Hauptangeklagten. Der wiederum sagte, auch er habe Angst. Wovor konkret, ließ er offen.
Auch der zweite erwachsene Angeklagte legte ein Geständnis ab. Er habe das Opfer vergewaltigt, gab er zu. Allerdings relativierte auch er seine Schuld: Er sei offenbar von dem Hauptangeklagten mit Textnachrichten bedroht und zu der Vergewaltigung der Frau gezwungen worden.
Die neuen Videos zeigen offenbar auch, dass nur der eine der beiden minderjährigen angeklagten Brüder an den Taten beteiligt war, der andere offenbar nicht. Die Staatsanwaltschaft hält deshalb auch ihre Anklage gegen den 17-Jährigen für nicht mehr gerechtfertigt.
Beide minderjährigen Angeklagten nahmen zu den Vorwürfen Stellung – wie, ist allerdings unklar. Denn aus Jugendschutzgründen wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.
Das Opfer soll nächste Woche per Videoschalte vernommen werden. Das sei aufgrund ihrer Erkrankung notwendig, erklärte die Nebenklageanwältin. Anwälte und Richter stimmten dem zu.
Im Prozess am Montag war auch von sogenanntem Waterboarding die Rede, eine Foltermethode. Dazu aber äußerte der Angeklagte sich nicht, diese mutmaßliche Tat könnte später noch eine Rolle spielen.
Aufgeflogen war der Fall im vergangenen November. Ein Anwohner sah, wie auf dem Balkon eines benachbarten Reihenhauses eine Frau hing. Halbnackt, mit Handschellen gefesselt an einem Holzbalken. Der Mann rief die Polizei, die die Frau befreite.
"Wohnungslose Menschen werden oft entmenschlicht" Pfeil rechts Unsere Quellen: Öffentliche Verhandlung am Landgericht Arnsberg Recherchen des WDR-Reporters vor Ort Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 02.11.2026, 18.09 Uhr