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Germany · taz · · 2h

Wahlsieg der Linken in Berlin: Jung, weiblich, mit Abi

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Die Linke ist bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl mit 25,7 Prozent der Stimmen klar stärkste Kraft geworden – Elif Eralp könnte die erste linke Regierende Bürgermeisterin Berlins werden.

Das befürwortet auch eine Mehrheit der Wähler:innen, wie aus einer repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen vom Wahltag hervorgeht. Demnach würden bei einer Direktwahl 36 Prozent für Eralp stimmen. Für ihren Konkurrenten Stefan Evers (CDU) sprechen sich hingegen nur 26 Prozent aus.

Die Auswertung des Umfrageinstituts zeigt auch, in welchen gesellschaftlichen Gruppen die Linke besonders erfolgreich war. Dabei sticht hervor: Den Wahlsieg hat die Linke vor allem Frauen und jungen Menschen zu verdanken. 46 Prozent der 16- bis 24-Jährigen haben die Linke gewählt. Die anderen vier Parteien, die es ins Abgeordnetenhaus geschafft haben, liegen in dieser Altersgruppe zwischen 8 und 12 Prozent.

Insgesamt ist die Linke im Vergleich zu den anderen Parteien bei den unter 45-Jährigen überdurchschnittlich erfolgreich. Und bei Frauen: Während Frauen progressiver wählen (28 Prozent Linke, 14 Prozent AfD), tendieren Männer eher zum rechten Rand (24 Prozent Linke, 18 Prozent AfD).

Der Blick in die Wahlauswertung zeigt auch: Den Grünen wird nicht ganz zu Unrecht nachgesagt, eine Besserverdiener-Partei zu sein. Denn nur 6 Prozent der Arbeiter:innen, die gewählt haben, haben für die Grünen gestimmt gewählt; 25 Prozent dagegen für die Linke. Nur die extrem rechte AfD erreicht mit 29 Prozent mehr Menschen in dieser Berufsgruppe.

Die Sozialdemokraten wiederum werden nur noch von 11 Prozent ihrer einstigen Kernklientel gewählt. Eine reine Arbeiter:innen-Partei ist die Linke allerdings nicht. Unter Angestellten und Selbstständigen erreicht sie ähnlich hohe Zustimmungswerte, bei Be­am­t:in­nen schneidet sie jedoch weniger stark ab.

Was Bildungsabschlüsse angeht, ist die Linke vor allem bei Menschen mit Abitur (32 Prozent) sowie Hoch­schul­ab­sol­ven­t:in­nen (28 Prozent) erfolgreich. Bei Menschen mit Hauptschulabschluss und mittlerer Reife schneidet sie mit 11 beziehungsweise 18 Prozent schlechter ab – liegt aber immer noch deutlich vor den Grünen, die bei diesen Menschen miserabel (4 Prozent und 6 Prozent) abschneiden.

Die AfD ist gerade bei Menschen mit geringer formaler Bildung erfolgreich: 33 Prozent der Wäh­le­r:in­nen mit Hauptschulabschluss sowie 29 Prozent jener mit mittlerer Reife haben sie gewählt.

Laut dem Wahlforschungsinstitut infratest dimap hat die Linke ihren großen Stimmzuwachs von 13,4 Prozentpunkten im Vergleich zur Abgeordnetenhauswahl 2023 vor allem 75.000 Nicht­wäh­le­r:in­nen zu verdanken, die diesmal für sie gestimmt haben. Die Linke graste aber auch stark im progressiven Lager und gewann 96.000 Wäh­le­r:in­nen dazu, die beim letzten Mal noch Grüne und SPD gewählt hatten. Sogar 16.000 ehemalige CDU-Wähler:innen kamen dazu, während 10.000 zum BSW abwanderten.

Die Linke war bei der Wahl am Sonntag vor allem im Zentrum von Berlin erfolgreich, aber auch Wahlkreise am Stadtrand in Treptow-Köpenick, Pankow und Spandau färbten sich bei den Zweitstimmen-Ergebnissen pink. Während die CDU im Westen gut abschnitt, erzielte die AfD im Osten und in Teilen von Spandau hohe Wahlergebnisse. Eine kleine Insel in Tempelhof-Schöneberg ergrünte.

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Source: taz