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Teureres Deutschlandticket: Wie wär's mit einem Öffi-Rabatt?

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E s ist Krise. Ein Autokrat hat seine Angriffe auf die Ukraine ausgeweitet, jetzt tobt ein Krieg, der viele Menschenleben fordert. Auf dem Weltmarkt werden fossile Rohstoffe knapp. Bür­ge­r:in­nen in Deutschland ächzen unter den hohen Energiepreisen. Um sie zu entlasten, führt die Ampelkoalition unter SPD-Kanzler Olaf Scholz das 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr in ganz Deutschland ein.

Das alles passiert 2022. Und jetzt, im Jahr 2026? Jetzt verfeuert die schwarz-rote Bundesregierung mehrere Milliarden Euro für den neuen Tankrabatt, der ab Donnerstag greift – während der Preis für das Deutschlandticket auf 66,80 Euro pro Monat erhöht wird. Das ist bitter, das Gegenteil von Verkehrswende und politisch extrem ungeschickt.

Bitter für die Menschen, die regelmäßig den Nahverkehr nutzen, entweder weil sie klimabewusst sind oder sich schlicht kein eigenes Auto leisten können. Und bitter für den Klimaschutz, wenn zuerst der Verbrauch fossiler Kraftstoffe subventioniert und dann der Umstieg auf den Nahverkehr verteuert wird.

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Bitter auch, dass der Preisanstieg beim Deutschlandticket unter anderem mit den gestiegenen Energiekosten begründet wird – während Preise für Au­to­fah­re­r:in­nen von der Bundesregierung bereitwillig klein gehalten werden. Und am allerbittersten ist, dass der Tankrabatt viel mehr Geld verschlingt als das Deutschlandticket in einem ganzen Jahr. Gleichzeitig schreckt der Bund vor einer Übergewinnsteuer für Ölkonzerne zurück, die Geld in die Kassen spülen und zum Beispiel das Deutschlandticket querfinanzieren könnte.

Zwar gab es auch 2022 einen unsinnigen Tankrabatt und beim 9-Euro-Ticket lief lange nicht alles perfekt. Trotzdem zeigen die Maßnahmen von damals, dass sich Bund und Länder empathisch mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen zeigen können.

Das Deutschlandticket zum gleichen Preis oder preiswerter anzubieten, würde Menschen ohne Auto zeigen, dass die Politik sie im Blick hat. Und der Verkehr könnte klimafreundlicher werden – das wäre doch geschickt.

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Source: taz