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Politiker fährt nach Oleschky: Mission Menschenrettung
Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez nutzt die aktuelle Waffenruhe, um Menschen in der Frontstadt Oleschky zu helfen. mehr...
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In diesen Tagen ist er für Hunderte Menschen so etwas wie die letzte Hoffnung, beziehungsweise eine Art Lebensversicherung: Dmytro Lubinez. Am Donnerstag informierte der Ombudsmann für Menschenrechte des ukrainischen Parlaments die Öffentlichkeit darüber, dass er sich mit einer Delegation auf den Weg nach Oleschky gemacht habe.
Die von russischen Truppen eingeschlossene Frontstadt im Süden der Ukraine mit nur noch 1.500 bis 2.000 katastrophal unterversorgten Einwohner*innen gleicht der Hölle auf Erden. Das Ziel der Mission unter der Ägide von Ljubinez ist es, humanitäre Hilfe in die Stadt zu bringen und die Evakuierung derer, die Oleschky verlassen wollen, sicherzustellen. „Für mich gibt es nichts Wichtigeres als ein Menschenleben. Deshalb tue ich, was ich tue“, schrieb Lubinez auf seinem Telegram-Kanal.
Dort postete er auch Fotos, die ihn am Flughafen der belarussischen Stadt Gomel zeigen. Von dort sollte es weiter in die russische Schwarzmeerstadt Anapa gehen. Wenn die Aktion wie geplant über die Bühne geht – seit vergangenem Dienstag gilt für Oleschky eine Waffenruhe – hätte der 45-Jährige auch mal eine gute Nachricht zu verkünden.
Lubinez wurde in Wolnowacha im Gebiet Donezk geboren. 2003 beendete er an der Fakultät für Geschichtswissenschaften der Universität in Donezk ein Studium in Internationalen Beziehungen und Außenpolitik. 2013 setzte er in Charkiw noch einen Abschluss in Jura drauf. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits seit drei Jahren Abgeordneter des Stadtparlaments von Wolnowacha. Ein Jahr später wurde er in das nationale Parlament gewählt, und zwar auf dem Ticket der Partei des damaligen Präsidenten Petro Poroschenko.
Der verheiratete Vater eines Sohnes und einer Tochter war Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Menschenrechte, die Beendigung der Besetzung und Reintegration der vorübergehend russisch besetzten Gebiete sowie für nationale Minderheiten und interethnische Beziehungen. Zudem war er Mitglied der ukrainischen ständigen Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.
Im April 2022, kurz nach Beginn der russischen Invasion, gehörte Lubinez einem Team ukrainischer Unterhändler an, die mit russischen Vertretern über Sicherheitsgarantien für die Ukraine verhandelten. Drei Monate später wurde er zum Menschenrechtsbeauftragten ernannt.
Auch in der Folgezeit hatte Lubinez im Rahmen unterschiedlicher Verhandlungsrunden immer wieder direkten Kontakt zu Vertretern Russlands.
Das gefällt nicht allen, auch am Donnerstag wurde Kritik laut. Darauf reagierte Lubinez umgehend: „Ich bitte Sie, offiziellen Quellen zu vertrauen und keine Schlüsse aus unbestätigten Berichten zu ziehen. Denn Sie können sich kaum vorstellen, wie komplex diese Verhandlungen waren – und wie lange sie gedauert haben. Doch wir haben erst die Hälfte des Weges zurückgelegt. Daher meine Bitte: Lassen Sie uns alle Fragen zurückstellen, bis ich wieder zu Hause bin“, schrieb er auf Social Media.
Dort kann er dann auch wieder einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen. Jeden Sonntag geht Lubinez auf den Markt. Dort kauft er nicht nur Lebensmittel ein, sondern plaudert auch gerne mit Menschen. Er dürfte einiges zu erzählen haben.