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Kochen mit Körnern: Sesam, röste dich!
Er ist der natürliche Booster für fades Essen: Sesam. Ob süß oder salzig – hier ein paar Ideen, was man mit ihm anstellen kann. mehr...
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D ass ich diese Kolumne erst jetzt über Sesam schreibe, wundert mich selbst. Schließlich bin ich, dank meiner makrobiotisch lebenden Mutter, mit ihm groß und früh süchtig geworden. Bei ihr gab es stets Gomashio, eine aus der japanischen und koreanischen Küche bekannte Mischung aus zerstoßenem geröstetem Sesam und etwas Meersalz. Doch auch ohne Salz ist Sesam ein natürlicher Booster für fades Essen. Er hat einen wunderbar nussigen Umami-Geschmack, bei ungeschältem schwarzem Sesam kommt noch eine leichte Bitternote obendrauf. (Ach, überhaupt! Wir sollten alle mehr bitter essen!)
Im Sesam sind eine Menge ungesättigter Fettsäuren, Mineralstoffe, Vitamine wie E, B1, B2 und B6 und alle essenziellen Aminosäuren. Angebaut wird er seit Jahrtausenden, heute gibt es unzählige regionale Züchtungen – wir nutzen hauptsächlich weißen, das ist der geschälte braune (für mich etwas fad), den ungeschälten braunen (kaufen!) und den anspruchsvollen schwarzen (auch kaufen!).
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Der watscheneinfachste Tipp ist: den Sesam anrösten, bis er duftet und zu tanzen anfängt, frisch mörsern und über Gemüse, Kartoffeln, Vollkornreis, Rohkostteller und asiatische Gerichte streuen. Wer es kulinarisch etwas anspruchsvoller mag, aber keine Zeit zum Kochen hat, sollte eine kräftigende Sesamsuppe probieren. Dazu nehme ich eine gute Gemüse- oder Hühnerbrühe, mische ein paar EL Tahini (Sesampaste) darunter, etwas geröstetes Sesamöl, feingeschnittene Frühlingszwiebel und schmecke alles mit Salz und gemahlenem Pfeffer ab. Wer es kräftiger mag, gibt noch Chili oder Ingwer feingeschnitten dazu. Koriandergrün fürs Auge und ab in den Magen damit.
Aus schwarzem Sesam kann man auch einen Pudding zubereiten. Dazu röste und zerstoße ich einige EL Sesam fein. Ich erhitze Kokosmilch (Kuh- oder Hafermilch gehen auch) und gebe zwei, drei feingeschnittene entkernte Datteln in die Flüssigkeit, bis sie sich aufgelöst haben (sehr trockene Datteln vorher in warmem Wasser einweichen). Dann kommt der Sesam hinein, als Bindung entweder Chiasamen oder etwas Reisstärke, bis der Pudding cremig ist. Mit frischen Kokosraspeln verzieren – oder mit noch etwas mehr Sesam.
Kleine Energiebällchen für unterwegs kann man auch gut machen. Dazu nehme ich Trockenobst, darunter auf jeden Fall Datteln, in Würfel geschnitten, Mandelstifte und gern andere Nüsse und Kerne, gerösteten Sesam, gebe etwas Sesamöl dazu und wälze alles in schwarzem oder braunem geröstetem Sesam. Das Ergebnis? Energie pur! Die Kalorien sind aber auch nicht ohne. Guten Appetit!