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Germany · taz · · 3h

Jelena Rybakina gewinnt US-Open-Finale: Duell mit viel Zukunft

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B evor der erste Ballwechsel im Finale der US Open am Samstag gespielt war, stand ein Verlust schon fest: die Belarussin Aryna Sabalenka würde ihre Position als Weltranglistenerste, die sie stolze 99 Wochen halten konnte, an ihre Gegnerin Jelena Rybakina abgeben müssen. Als Titelverteidigerin konnte sie wenig Ranglistenpunkte dazugewinnen, die gebürtige Russin Rybakina, die seit 2018 für Kasachstan antritt und erstmals im Endspiel der US Open stand, dagegen schon.

Dass Sabalenka nun auch im direkten Duell nach drei Sätzen unterlegen war (4:6, 7:5, 2:6), frustrierte diese besonders. Zumal es ihr dritter US-Open-Triumph in Serie hätte werden können. Das ist im Profitennis bislang nur Chris Ewert und Serena Williams gelungen. Wegen der verpassten Chance zertrümmerte die 28-Jährige, die für ihre Emotionalität bekannt ist, erst einmal ihren Schläger.

Die neue Nr. 1 der Welt ist von ganz anderem Gemüt. Sie hat sich ihren Ruf als Stoikerin redlich erarbeitet und wird häufig auch die „Eisprinzessin“ genannt. Ihr Wimbledon-Sieg 2022 rief großes Erstaunen hervor, nicht minder wunderten sich die Beobachter damals aber über ihre sparsame Freude. Und als dieser Tage klar war, dass sie die Weltrangliste anführen wird, fiel ihr Statement ebenfalls sehr nüchtern aus: „Nummer 1 zu sein, bedeutet mir viel. Aber ich denke da nicht so drüber nach. Wahrscheinlich kommt das, wenn ich mal meine Karriere beende und zurückschaue.“

Sabalenka scheint diese Selbstkontrolle von Rybakina etwas unheimlich zu sein. Nach der Niederlage riet sie ihr: „Hab Spaß heute, morgen und bis zum Ende der Saison, sodass ich auch ein paar Titel gewinnen kann.“ Schon bei den Australian Open hatte Rybakina im Finale gegen Sabalenka triumphiert. Das Duell könnte das Frauentennis in den kommenden Jahren bestimmen. „Ich habe das Gefühl, dass wir uns in solch harten Kämpfen gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen“, sagte Rybakina nach der Partie. Es sei immer noch schwierig zu verarbeiten, was vorgefallen sei. Es seien zu viele Erfolge in wenigen Wochen.

Der Spielstil von Sabalenka und Rybakina ist durchaus ähnlich. Beide verfügen über einen harten Aufschlag und pflegen ein kraftvolles Grundlinienspiel. Wobei Rybakina am Samstag es bemerkenswerterweise gut kompensieren konnte, dass ihr erster Aufschlag häufig nicht gut kam.

Für Rybakinas Erfolge in dieser Saison macht die frühere US-Open-Siegerin und Ex-Weltranglistenerste Lindsay Davenport ausgerechnet deren umstrittenen Trainer Stefano Vukov maßgeblich verantwortlich: „Alles hat sich für Rybakina geändert, nachdem Stefano Vukov wieder in ihr Camp durfte“, sagte die Amerikanerin dem Sportsender Tennis Channel.

Anfang 2025 hatte die Profi-Organisation WTA den Kroaten wegen Verstößen gegen den Verhaltenskodex gesperrt. Einem Bericht von The Athletic zufolge soll Vukov seine Autorität gegenüber Rybakina missbraucht und ihr Wohlbefinden gefährdet haben. WTA-Chefin Portia Archer soll ihm „toxisches Verhalten“ und „seelischen Missbrauch“ bescheinigt haben. Dessen Einspruch gegen die Sperre hatte im August 2025 wohl auch deshalb Erfolg, weil Rybakina ihn verteidigte und dann wieder in ihr Team zurückholte. Vukov, versicherte sie, habe sie nie missbräuchlich behandelt. Nach dem US-Open-Finale schwärmte Rybakina am Samstag: „Ich habe ein großartiges Team, großartige Menschen um mich.“ (Mit Material von dpa)

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Source: taz