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Fußballprofi mit freiem Wochenende: Gedanken aus dem Fußvolk
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E ndlich mal wieder ein freies Wochenende, ist ja auch dauerhaft nicht zum Aushalten, freitags, samstags, sonntags nicht am Leben der anderen teilhaben zu können. Immer nur vorbereiten, spielen, erholen, jedes verdammte Wochenende. Aber jetzt mach’ ich es mir richtig schön. Seele baumeln lassen, ausspannen, vielleicht auch mal was mit Kultur machen, eine ganze Serie gucken, zum Beispiel. Oder sich und das Leben neu entdecken, am Ende sogar ein neues Hobby für die Zeit nach der Karriere finden.
Gut, bis dahin ist es hoffentlich noch lange hin, also hätte das auch noch Zeit. Andererseits, die Garage ausmisten, und dann diesen schicken Flitzer kaufen, das wäre natürlich am besten. Ha, da würden die anderen aber neidisch sein!
Und hoffentlich hört sich dann auch das Getuschel darüber auf, dass der Klopp mich nicht nominiert hat. Natürlich lass’ ich mir das nicht anmerken, aber verstehen tue ich das wirklich nicht, zumal er ansonsten die halbe Bundesliga ins Nationalteam berufen hat. Nur halt mich nicht. Weil er mich nicht leiden kann, vermutlich. Vielleicht bin ich ihm zu Alpha.
Aber andererseits kann man von jemandem in dem Job schon erwarten, dass er nüchtern und ohne Rücksicht aufs Ego das tut, was fürs Team am besten ist. Also mich nominieren, aber nein, tja. Zum Glück konnte ich wenigstens die kalten Platten stornieren, die ich extra geordert hatte.
Nein, nichts Überkandideltes, wäre nur eine kleine Feier nach dem Training mit den Vereinskollegen und ein paar Reportern gewesen. Schlückchen Champagner, paar Häppchen, kleine Rede. Ist schließlich immer wichtig, Demut zu zeigen, und dass man trotz des Erfolgs sozusagen einer aus dem Fußvolk geblieben ist. Echt schade. Was hätte sich der Dingens vom Lokalblatt geärgert, der immer so viel Mist über mich schreibt, und mir auch hätte applaudieren müssen, hihi.
Wer simst denn um diese Zeit noch? Ach so, die Mannschaft will morgen groß ausgehen. So seht Ihr aus, und dann ständig Bemerkungen übers Nationalteam fallen lassen. Nicht mit mir, sorry, ich muss die Garage aufräumen. Danke, Klopp!
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Source: taz