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Förderung von Frauenhäusern: 200 Plätze mehr für Gewaltopfer

Schleswig-Holstein investiert 30 Millionen Euro in neue Frauenhausplätze. Aber Grundstückssuche und Trägermangel erschweren den Ausbau. mehr...

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Schleswig-Holstein finanziert in den Ausbau von Frauenhäusern: 200 neue Plätze für Frauen und ihre Kinder, die vor häuslicher Gewalt fliehen müssen, sollen landesweit entstehen. Notwendig ist der Ausbau, weil ab 2032 ein Rechtsanspruch auf Schutz vor Gewalt besteht, den alle Länder umsetzen müssen.

Aber es kann schwierig werden, geeignete Orte für neue Frauenhäuser zu finden. Ein „noch nie da gewesenes Investitionsprogramm für Frauenhausplätze“ verspricht Sozial- und Gleichstellungsministerin Aminata Touré (Grüne). Das Geld stammt aus dem Infrastruktur- und Klimaschutz-Sondervermögen des Bundes, von dem Schleswig-Holstein rund 3,4 Milliarden Euro erhält.

30 Millionen Euro aus diesem Paket steckt das Land in den Fördertopf für die Frauenhäuser. Kreise, Kommunen und bereits bestehende Frauenhäuser können sich um Mittel bewerben. „Gewalt gegen Frauen ist leider immer noch eine bittere Realität. Wir setzen das klare Zeichen, dass Frauen sich Hilfe suchen können und wir sie dabei unterstützen“, sagte Touré.

Aktuell gibt es in Schleswig-Holstein 473 Plätze, aber die reichen nicht aus. „Wir konnten viele Frauen und ihre Kinder nicht aufnehmen, weil wir nicht genügend Platz hatten“, berichtete Marion Gerdes, Leiterin des Frauenhauses Norderstedt, bei einer Veranstaltung zum zehnjährigen Bestehen der Einrichtung im Dezember 2025. Bei dieser Veranstaltung verkündete Silke Schiller-Tobies, Staatssekretärin im Sozialministerium, den Plan, weitere Frauenhäuser zu bauen.

Dass es nicht nur um Geld geht, zeigt das Beispiel Nordfriesland. Der Kreis im Nordwesten des Landes hat bisher noch kein Frauenhaus, diese Lücke wollte das Land schließen. Doch trotz einer Förderung von rund 670.000 Euro war der Weg zum ersten Spatenstich lang: So gestaltete sich die Suche nach einem passenden Grundstück schwierig. Zudem fand sich anfangs kein Trägerverein.

Viele Frauenhäuser werden immer noch von kleinen Vereinen mit ehrenamtlichen Vorständen getragen. Oft sind noch die Frauen beteiligt, die in den 1970er und 1980er Jahren zu den Gründerinnen der Zufluchtsstätten gehörten.

Künftig könnten mehr Häuser von größeren Wohlfahrtsverbänden wie der Diakonie oder der Arbeiterwohlfahrt (AWO) übernommen werden. So passierte es auch in Nordfriesland, wo der größere Verein Brücke Rendsburg-Eckernförde die Trägerschaft übernahm. Im Februar startete im Februar der Neubau, entstehen soll ein Frauenhaus mit 20 Plätzen.

Für die betroffenen Frauen spielt die Frage des Trägers vermutlich keine Rolle. Für sie wäre es am besten, wenn sie gar nicht erst in ein Frauenhaus fliehen müssten. „Daher wünschen wir uns, dass nicht nur neue Plätze gebaut, sondern alle Angebote gestützt werden, darunter Beratungen und Maßnahmen zur Gefahrenabwehr“, sagt Katharina Wulf, Geschäftsführerin des Landesverbandes Frauenberatung. Da habe Schleswig-Holstein bereits einiges umgesetzt, etwa die elektronische Fußfessel für Ge­walt­tä­te­r:in­nen.

Ministerin Touré sprach zum Startschuss des Förderprogramms noch ein Thema an. „Viele Frauenhausplätze sind belegt, obwohl Frauen den Schutz akut nicht mehr brauchen, aber keine Wohnung finden.“ Das Gleichstellungsministerium investiere jährlich eine Million Euro für den Bau oder die Förderung von Wohnungen speziell für Frauen und Kinder. Denn die hätten es besonders schwer, Wohnraum zu finden. „Wir müssen weiterhin als Land massiv in sozialen Wohnungsbau investieren“, forderte Touré.

„Das Land steht durch das Gewalthilfegesetz in der Pflicht, mehr für den Schutz von Betroffenen zu tun“, sagt Katharina Wulf. „Es ist eine traurige Pflicht, die zeigt, dass es immer noch und in allen Gesellschaftsschichten Gewalt gibt. Aber wir sind froh, dass das Ministerium diese Notwendigkeit auch erkennt.“

Originally published bytaz
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