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Fox News gegen Trump: Keine Helden der Pressefreiheit

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A ls Trump am Montag einen neuen Hubschrauberlandeplatz am Weißen Haus einweihte, ließ der US-Präsident es sich nicht nehmen, ein paar Worte zu sagen. Nur waren diese Worte für die Betrachter des Videomaterials nicht zu verstehen. Der Grund: Vor Trumps Gesicht fehlten die Mikrofone der großen TV-Sender. Der verbalisierte Bewusstseinsstrom verhallte in der Leere.

Die großen Medienhäuser weigern sich aktuell, über Trump zu berichten. Nachdem Trump die Sender CNN und MS NOW und das Portal „Politico“ in den vergangenen Wochen wegen negativer Berichterstattung aus dem Pressepool des Weißen Hauses ausgeschlossen hat, solidarisierten sich andere Medien. Selbst der rechte Sender Fox News schloss sich der Boykott-Aktion an. Kein Medientross mehr, der dem Präsidenten auf Schritt und Tritt folgt.

Dass selbst ein Sender aus dem Rupert-Murdoch-Imperium bei der Aktion mitmacht, mag erst mal überraschen. Für viele gilt Fox News als Haus-und-Hof-Sender des Präsidenten. Was ist da also los? Hat Fox auf einmal sein Rückgrat gefunden? Sind sie jetzt Teil der „Resistance“? Wohl kaum.

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Auch wenn eine breite Front gegen Trumps Angriff auf die Presse zu begrüßen ist, sollte man sich über die Motive von Fox keine Illusionen machen. Der Fox-Eigentümer Murdoch verfolgt hier schlicht seine Geschäftsinteressen. Wenn es ihm und seinem Konzern nutzt, Hofberichterstattung über Trump zu liefern und dessen Angriffe auf die ganze Palette bürgerlicher Freiheiten zu ignorieren, dann tut der Sender das. Wenn er denkt, es nutzt ihm, sich gegen den Präsidenten zu stellen, dann tut er das.

Das Verhältnis von Trump zu Fox News war schon immer von Widersprüchen geprägt. Für Trump ist Fox im besten Fall ein Sprachrohr, in dessen Morgen-Shows er sich einwählen kann, um seine Linie zu verbreiten. Für den Sender ist die Berichterstattung über Trump ein Zuschauermagnet, der den Umsatz steigert. Mehr Trump bedeutet höhere Einschaltquoten. Aus diesem Grund berichten nicht nur Fox, sondern auch liberalere Sender über jede noch so banale Dummheit des Präsidenten.

Wenn es aber – wie in diesem Fall – um einen Ausschluss von Medien durch Trump geht, dann müssen auch die Verantwortlichen bei Fox das als direkten Angriff auf ihre Interessen sehen, nämlich frei zu berichten. Denn auch Fox weiß, dass sie nicht vor Trumps Zorn geschützt sind, dass es auch sie treffen kann. Und zumindest hinter den Kulissen lästern viele Fox-Journalisten über den Präsidenten.

Ein Beispiel für die schwierigen Beziehungen zwischen Fox und dem Präsidenten ist die Berichterstattung über Trumps Lüge von der gestohlenen Wahl 2020. Mitarbeiter von Fox, und sogar Murdoch selbst, bezeichneten Trumps Behauptungen in privaten Nachrichten als unglaubwürdig und „verrückt“. Öffentlich hingegen stellte sich der Sender hinter die „Big Lie“ vom massiven Wahlbetrug.

Als der Sender am Wahlabend Bidens Sieg im umkämpften Bundesstaat Arizona vermeldet hatte, stürzte sich die Trump-Fanbase mit wütenden Nachrichten auf Fox. Dessen Ratings sackten in den darauffolgenden Wochen ab. Noch im Wahlkampf 2024 zeigte sich Fox eher dem Trump-Rivalen Ron DeSantis zugeneigt, schwenkte dann aber wieder zurück, als sich Trump durchsetzte.

Auch ist es nicht das erste Mal, dass sich das Medienhaus des News-Tycoons im offenen Streit mit Trump befindet. So verklagt der Präsident aktuell das Murdoch-Blatt Wall Street Journal (WSJ), nachdem die konservative Zeitung einen Geburtstagsbrief veröffentlicht hat, den Trump dem pädokriminellen Menschenhändler Jeffrey Epstein geschickt haben soll. Trump behauptet, der Brief habe nie existiert, und fordert 10 Milliarden US-Dollar Schadensersatz.

Auch in diesem Streit geht es nicht um höhere Prinzipien, sondern um die Interessen des Zeitungshauses. Und auch, wenn man Trumps Politik beim WSJ in einigen Punkten zugeneigt ist, so wäre es doch geschäftsschädigend gewesen, den skandalösen Brief zurückzuhalten. Es gibt keinen Grund, wieso auch die Murdoch-Medien ihre Interessen hier nicht selbstbewusst gegenüber Trump vertreten sollten, zumal der 80-Jährige gerade politisch in den Seilen hängt.

Die Kritik der rechten Medien wird dabei natürlich vor allem auf die Person Trumps abzielen. Was unterbleibt, ist eine echte Kritik am Kern seiner Politik, die am Ende den Interessen des Kapitals dient – und damit auch Rupert Murdochs Interessen.

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Source: taz