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Alternativer Nobelpreis: Unermüdlicher Einsatz für Menschenrechte
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Respekt wem Respekt gebührt: Zum ersten Mal geht der diesjährige Right Livelihood Award auch nach Georgien. Ausgezeichnet für ihr Engagement wird die Georgian Young Lawyers' Association (GYLA), die älteste, größte und bekannteste Nichtregierungsorganisation der Südkaukasusrepublik. Der Preis sei „eine große Ehre und eine noch größere Verantwortung. Wir sind entschlossen, uns trotz des repressiven Umfeldes weiterhin für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen“, sagt die Vorsitzende Tamar Oniani.
GYLA wurde 1994 gegründet, drei Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Unabhängigkeit Georgiens. Seitdem hat das Anwält*innenkollektiv in mehr als 1,3 Millionen Fällen juristischen Beistand und Rechtsberatung geleistet – kostenlos. Das umfasst auch die Vertretung von Betroffenen vor nationalen und internationalen Gerichten. Besonders für vulnerable Gruppen wie Frauen, Kinder, Menschen mit Einschränkungen, Angehörige der LGBTQAI+Community sowie anderer Minderheiten ist dieser Schutz (über)lebenswichtig.
Doch das Portfolio von GYLA umfasst noch weitaus mehr: Neben der Überwachung von Wahlen sowie von Aktivitäten der Legislative und Exekutive erstellen die Jurist*innen auch regelmäßige Berichte für Institutionen wie die UN oder die EU. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklung in Georgien kommt NGOs wie GYLA eine wachsende Bedeutung zu. Denn unter der Ägide der Partei Georgischer Traum – seit 2012 an der Macht – sind Regierungskritiker*innen sowie Teile der Zivilgesellschaft einem wachsenden Druck und verschärften Repressionen ausgesetzt.
Der Annäherungsprozess an den Westen, Georgien ist seit 2023 EU-Beitrittskandidat, liegt auf Eis. Stattdessen nähert sich das Land immer weiter „russischen Verhältnissen“ an. Für die georgische Journalistin Nastasia Arabuli ist die Auszeichnung in zweierlei Hinsicht ein wichtiges Signal. „Sie zeigt, dass es in Georgien immer noch viele Menschen gibt, die für Menschenrechte und eine bessere Zukunft kämpfen“, sagt Arabuli. „Und sie zeigt, dass es Menschen in anderen Ländern gibt, die verstehen, wie wichtig dieser Kampf ist.“
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Source: taz