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AfD in Sachsen-Anhalt: Die Rechtsextremen und ihre Steigbügelhalter
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Von David Muschenich, Gareth Joswig und Konrad Litschko
War als 19-Jähriger zunächst bei der Jungen Union, sah dort aber keine Zukunft und wechselte 5 Jahre später zu AfD. 2016 zog er erstmals in den Landtag ein. Trat als Spitzenkandidat für die AfD an und ist bekannt dafür, ständig zu lächeln, selbst wenn er grausame Dinge ankündigt. Nach der Landtagswahl sagte Siegmund bei einer Pressekonferenz, es brauche Rüstungswaffen als Hilfsmittel für eine „Remigrations- und Abschiebeoffensive“. Bundesweite Aufmerksamkeit bekam Siegmund erstmals für seine Teilnahme am „Remigrationstreffen“ in Potsdam. Sein Vater profitierte in der Vetternwirtschaftaffäre unter anderem von einer Anstellung beim AfD-Bundestagsabgeordneten Thomas Korell mit einem Gehalt von bis zu 7.725 Euro im Monat. Auf Tiktok hat Ulrich mehr als 1 Million Follower:innen und in seinem direkten Umfeld alte Neonazikader.
Vor allem bekannt für beleidigende Ausdrücke. Zog 2016 in den Landtag ein, ist seit 2018 Fraktionsvorsitzender. Bei der Landtagswahl 2021 war er sogar Spitzenkandidat. In Berichten des Verfassungsschutzes landete Kirchner, weil er die Verschwörungstheorie vom „großen Austausch“ verbreitet hat und sich rassistisch äußerte. Den BSW-Vorsitzenden Fabio De Masi nannte er während eines Interviews nach der Wahl nur „diesen Halbitaliener“.
Der Islamwissenschaftler gehört zu den Scharfmachern seiner Partei. Der 48-Jährige war beim rechtsextremen Flügel und Sprecher der Patriotischen Plattform. Beide sind heute offiziell aufgelöst, ihre völkischen Positionen mittlerweile Mainstream in der Partei. Tillschneider hat das Identitären-nahe Netzwerk Ein Prozent mitgegründet, ist Pegida-Freund, Putin-Verehrer und stolzer Besitzer einer Kaffeetasse der russischen Armee. Bekannt ist er auch für Tiraden gegen den Islam und sein jährliches „Preußenfest“. Am ultraradikalen AfD-Wahlprogramm schrieb er maßgeblich mit. Die Bundesregierung habe „dem eigenen Volk den Krieg erklärt“, sagte er einmal, daher „führen wir Krieg gegen diese Bundesregierung“.
Der 35-jährige Immobilienkaufmann und bisherige parlamentarische Geschäftsführer stand im Zentrum der AfD-Vetternwirtschaftsaffäre: Er beschäftigte 4 Fußballer aus seinem eigenen Verein, seine Frau arbeitet für die AfD-Fraktion, seine 3 Geschwister und ein Schwager für AfD-Bundestagsabgeordnete. Rausch gilt als Macher und Strippenzieher in der „Pokerrunde“ um Siegmund, wo Posten ausgedealt werden. Ist auf Steuerzahlerkosten mit seiner Frau nach New York gereist und hat sich neben seiner Abgeordnetentätigkeit eine Immobilienfirma aufgebaut. Nebeneinkünfte gibt er nicht an, besitzt laut seiner Website 176 Wohnungen. Prahlt über gute Connections zur CDU und führt die Gespräche mit dem BSW. Ist als designierter AfD-Landtagspräsident ein entscheidendes Stemmeisen, um die Demokratie aus den Angeln zu heben.
Kurz bevor er 30 Jahre alt wurde, ging Rau 2012 nochmal an die Uni. Allerdings fälschte er dafür sein Abizeugnis und machte aus der Durchschnittsnote 3,5 eine 1,0. Für diese Urkundenfälschung flog er von der Uni. Vor dem Verwaltungsgericht versuchte er erfolglos, dagegen vorzugehen: Zum einen habe seine Freundin die Unterlagen abgeschickt und zum anderen sei er durch seine Kokainsucht nicht „Herr seiner Sinne“ gewesen, zitiert die Mitteldeutsche Zeitung aus dem Urteil. Zuvor war er bereits wegen mehrerer Diebstähle verurteilt worden. Später arbeitete Rau für die Landtagsfraktion, reiste mit anderen AfDlern in die USA, posierte mit Präsident Donald Trump für ein Foto. Er soll außerdem an einem Pornodreh beteiligt gewesen sein und gehört auch zur parteiinternen Klüngelclique Pokerrunde.
Gegen den Rinderzüchter Simon Lansmann aus Gardelegen läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Fortführung der 2023 verbotenen rechtsextremen Vereinigung Artgemeinschaft. Das war eine neonazistisch-esoterische Sekte, die sich als Hüter einer germanischen Rasse sah und sich eigene „Sittengesetze“ gegeben hat. Sie wollen „gleichgeartete Gattenwahl“ als „Gewähr für gleichgeartete Kinder“. Zuletzt soll Lansmann unter anderem mit seinem neuen MdL-Kollegen Sebastian Koch mit früheren Artgemeinschaft-Aktiven eine Sonnenwendfeier auf seinem Hof gefeiert haben. Dort soll auch ein Lied der Hitlerjugend gesungen worden sein.
Der 39-Jährige posierte schon vor 10 Jahren mit Neonazis im „I love NS“-Shirt und „Nazi“-T-Shirt und absolvierte Kampftrainings mit mittlerweile aufgelösten der Chemnitzer Neonazi-Gruppe Rechtes Plenum. Vor neun Jahren wurde er Vorsitzender der AfD-Altmarkkreis. Zuletzt feierte er bei einer Sonnenwendfeier seines AfD-Fraktionskollegen Simon Lansmann mit, bei der ein Lied der Hitlerjugend gesungen wurde. Laut Verfassungsschutz nahm Koch auch an neonazistischen „Heldengedenken“ und Konzerten der Neonaziszene teil. Auf Social Media fabuliert er über einen „Rassekrieg gegen unsere Kinder“ und den „kulturellen Erbstrang“ von Migranten, der sie „schwerst frauenfeindlich“ mache. Auch den Leitspruch der Wehrmacht „Treue um Treue“ verbreitet er. Bei einer Durchsuchung zuletzt wegen Fortführung der rechtsextremen Artgemeinschaft wurden bei Koch auch Waffen gefunden, Ermittlungen laufen.
Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler ist seit 2021 im Landtag und Teil der sogenannten Pokerrunde. Im AfD-Wahlprogramm gilt er als Autor des „Remigrationskapitels“. International sucht er nach Vorbildern für eine migrationsfeindliche Politik und spricht sich für „millionenfache Abschiebung“ aus. Früher war er in der Jungen Alternative aktiv, stand der völkischen Identitären Bewegung nahe und war Teil der Patriotischen Plattform der AfD.
Der 77-Jährige war früher bei der Stasi. Zwölf Jahre arbeitete er als Offizier im besonderen Einsatz für die Geheimpolizei der DDR. Laut Medienberichten war er dort für Menschen zuständig, die aus der DDR ausreisen wollten. Er tritt öffentlich mit einem Anstecker auf, der die russische und die deutsche Fahne zeigt. Bei seiner Aufstellung zum Direktkandidaten gibt es den Vorwurf, er habe Stimmen gekauft.
Im Gründungsjahr der AfD trat er in die AfD ein und bekam Parteiintern den Spitznamen „Porno-Ronny“, weil er sich zuvor als Pornodarsteller versucht hatte. Er wurde trotzdem Stadtrat und Vizevorsitzender des Landesverbands unter dem ehemaligen Landeschef André Poggenburg. 2023 landete Kumpf zweimal im Verfassungsschutzbericht, weil er unter anderem zur „Notwehr“ gegen die friedlichen Sitzblockaden der Letzten Generation aufrief.
Seit 2014 in der Partei, seit 2021 im Landtag, gerade zum Fraktionsvize wiedergewählt und Teil der Pokerrunde. Früher arbeitete er im Jobcenter und der Stadtverwaltung Magdeburg. Er will mehr Kinderförderung und keine CO2-Besteuerung oder Impfpflicht. Als AfD-Kreischef wollte er 2016 Parteifreund Tillschneider zu einem Anti-Islam-Vortrag nach Burg holen – nach Protesten wurde der abgesagt. 2025 reiste er mit anderen AfD-Politikern auf Steuerzahlerkosten nach New York. Der Bund der Steuerzahler wertete das als Verschwendung, ein Nutzen sei „nicht erkennbar“. Dennoch wurde er zuletzt Leiter der parteiinternen Kommission zur Filzaffäre. Ebenfalls 2025 setzte er mit CDU-Unterstützung durch, an allen Gebäuden des Jerichower Landes dauerhaft Deutschlandflaggen aufzuhängen. Das Ziel: das Gefühl zu stärken, als Deutscher einer „Schicksals- und Bekenntnisgemeinschaft“ anzugehören.
Der gelernte Koch und Kaufmann ist seit 2015 in der AfD, seit 2018 als Nachrücker im Landtag. Er ist ein Vertrauter von Rechtsaußen Tillschneider und wollte mit diesem 2022 in den russisch besetzten Donbass in die Ukraine reisen – nach Kritik brach er die Reise ab. Er lobte 2025 auf der Plattform X, dass die Frauennationalmannschaft „ohne N*gerin“ spiele. Will das Bündnis Weltoffener Saalekreis „trockenlegen“.
Trat der AfD 2016 bei und zog 2021 erstmals in den Landtag Sachsen-Anhalt ein. Dort gehörte der gelernte Finanzfachwirt unter anderem dem Ausschuss für Finanzen an. Scharfenort gehört zu den Erstunterzeichnern der prorussischen Initiative „Stoppt die Sanktionen“ und reiste zusammen mit anderen AfD-Mitgliedern aus Sachsen-Anhalt vergangenes Jahr in die USA zu einem Treffen mit Anhängern von Trumps MAGA-Kult.
Der Tischlermeister und Jäger trat 2017 in die AfD ein. Gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung sagte der 50-Jährige, die Griechenlandrettung, der Austritt aus der Atomenergie und die Aufnahme von Geflüchteten hätten ihn dazu bewegt. Er wolle sich dafür einsetzen, dass sich der Zustand des Harzer Waldes verbessert. Musste als Mitglied einer rechtsextremen Partei seinen Waffenschein abgeben.
Nicht zu verwechseln mit dem 3 Jahre jüngeren, aber gleichnamigen Matthias Büttner (Stendal). Gegen Staßfurt-Büttner gab es im Dezember 2016 Vergewaltigungsvorwürfe durch eine frühere AfD-Referentin während einer Dienstreise. Das Strafverfahren wurde eingestellt – kein hinreichender Tatverdacht. Er hatte im Landtag damit gedroht, einen mit Mistgabeln und Fackeln bewaffneten Mob aus wütenden Autofahrern in den Landtag zu führen.
Gilt als alter Widersacher des ehemaligen Landeschefs André Poggenburg und potenzieller Störenfried der völkischen Eintracht. Der 38-Jährige bekam keinen Platz auf der Landesliste, sondern zog direkt ein. 2024 wurde er wegen eines „unwiderruflich zerstörten“ Vertrauensverhältnisses aus der Landtagsfraktion ausgeschlossen. Im Parteiausschlussverfahren wurde er aber nur abgemahnt und später wieder aufgenommen. Ob er Siegmund in geheimer Abstimmung wählt? Selbst in AfD-Kreisen unklar. 2017 sorgte er für Schlagzeilen, als er über Wolfgang Schäuble (CDU), Claudia Roth (Grüne) und Karamba Diaby (SPD) postete: „Neues Präsidium im Bundestag: Ein Rollstuhlfahrer, Claudia Roth von den Grünen und ein Afrikaner der SPD. Perfektes Abbild der BRD 2017.“ 2009 nahm er zudem an einem rechtsextremen Aufmarsch der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen teil, gemeinsam mit NPD-Leuten.
Nicht zu verwechseln mit dem drei Jahre älteren Matthias Büttner aus Staßfurt. Die beiden sind, anders als in der AfD-Fraktion sonst üblich, nicht miteinander verwandt. Aber Büttners Eltern waren für 556 Euro im Büro des AfD-Bundestagsabgeordneten Thomas Korell angestellt. Stendal-Büttner war vor seiner Karriere als Abgeordneter Büroleiter von Ulrich Siegmund. Von 2017 bis 2021 war er Mitglied des Bundestags, dann wechselte er in den Landtag von Sachsen-Anhalt.
Ist seit 2021 im Landtag. Kandidierte mehrfach als Vizepräsident des Landtags, scheiterte aber jedes Mal. Hat für die wegen ihres Rechtsextremismus aufgelöste Junge Alternative gespendet. Seine Frau arbeitete eine Zeit lang für den Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt. Er war vergangenes Jahr einer der AfD-Landtagsabgeordneten, die in die USA zu Trumps MAGA-Anhängern geflogen sind.
Gehört zu den neuen AfD-Abgeordneten im Landtag, ist aber schon länger in der Partei aktiv. 2017 war er auch mal kurz als Direktkandidat für den Bundestag aufgestellt. Aber die AfD-Landesspitze setzte ihn dann doch wieder ab, weil er mutmaßlich gegen den Vorstand um André Poggenburg agierte.
Tochter der ehemaligen Landtagsabgeordneten Margret Wendt und schmückte ihr Social-Media-Profil mit einer Russlandflagge. Die 49-Jährige ist eine von nur zwei Frauen in der Fraktion. Sie stand auch im Zentrum der Verwandtenaffäre, weil sie in ihrem Wahlkreisbüro angeblich sage und schreibe 16 Mitarbeiter eingestellt haben sollte, Scheinbeschäftigung lag nahe. Koppehel wurde trotzdem wiedergewählt. Bei Bürgerdialogen sagt sie eher wenig – außer zum Thema Tierschutz.
Gelernter Industriemechaniker, arbeitete als Autoverkäufer und Vertriebsmitarbeiter und war mal in der FDP. Lief dann 2015 zur AfD über. Schröder feierte trotz des russischen Angriffskriegs 2025 Wladimir Putins Geburtstag in der russischen Botschaft mit, war aber auch Teil einer AfD-Delegation, die in Trumps USA reiste. Ist Jäger und interessiert sich für Waffenrecht. Der 51-Jährige bezeichnete den Journalisten Tilo Jung als „die Spitze menschlicher und charakterlicher Verkommenheit“ und setzte Politiker mit „Krankheit“ gleicht. Postet auf Facebook Selfies mit Alice Weidel, die musikalisch von der Ausländer-Raus-Hymne von Gigi d‘Agostino unterlegt sind.
Im März fiel er im Landtag mit dem Zwischenruf auf: „Wir müssen nur einmal gewinnen! Sie müssen immer gewinnen!“ Der Industriemechaniker bezeichnet sich selbst als gelernter Bergmann. Früher war er laut Spiegel bei neonazistischen „Trauermärschen“ zu sehen. 2014 trat er in die AfD ein, seit 2021 ist er im Landtag. Beim Listenparteitag im vergangenen Jahr kündigte er an, die AfD werde mit der „Vetternwirtschaft in diesem Land“ aufräumen. Als wenig später die Vetternwirtschaft in seiner Partei öffentlich wurde, äußerte er sich nicht. Aber: Im Landtag finanzierte er per Steuergeld mit 13 Mitarbeiter:innen mehr als die gesamte Fraktion der Grünen.
Am Tag der Landtagswahl postete er auf Facebook: „Heute kommt die Abrechnung für eure Taten.“ Lassowski war zuvor kommunalpolitisch für die AfD aktiv. Nach eigenen Angaben ist er seit dem 21. Januar 2019 in der Partei. Auf dem Marktplatz in Haldensleben organisierte er Demonstrationen gegen die Anticoronapolitik, Krieg und alle anderen deutschen Parteien. Er spricht sich gegen „kulturfremde Fachkräfte“ aus. In der DFB-Elf seien ihm „Deutsche aus Schlesien und Ostpreußen“ lieber als eine „kunterbunte Mannschaft“.
Ist der Vater des voraussichtlichen Landtagspräsidentenkandidaten Tobias Rausch. Auch der Rest seiner vier Kinder sowie seine Frau arbeitet bei der AfD. Papa-Rausch war selbst 2016 der erste stellvertretende Landtagspräsident der AfD. Er kam mit 46 Stimmen ins Amt, die AfD hatte damals 25 Abgeordnete in Sachsen-Anhalt. Allerdings hatte er nur sieben Minuten lang die Sitzungsleitung inne. Mehrfach brauchte er in der Zeit Hilfe, bemühte sich stammelnd um Ordnung. Nach einer Unterbrechung trat er aus „persönlichen Gründen“ vom Amt wieder zurück.
Der 57-jährige Magdeburger ist schon seit März 2013 AfD-Mitglied, arbeitete früher als Sachbearbeiter beim LKA. Er forderte, erwerbslose Einwanderer zu „Bürgerarbeit“ zu verpflichten, tritt für die Nutzung von Palantir bei der Polizei ein und erklärte Linke und Grüne zum „parlamentarischen Arm der Antifa“. In seinem Magdeburger Wahlkreis unterlag er in der Direktwahl gegen den Linken Mustafa Groener.
Zieht nicht zum ersten Mal in den Landtag von Sachsen-Anhalt ein: Von 2016 bis 2021 war er bereits Abgeordneter. Damals schaffte er es überregional mit einem antisemitischen Facebook-Post in die Zeitungen: Die damalige Bundeskanzlerin sei eine „zionistische US-Agentin“, schrieb Olenicak. Vor der Wahl erklärte er der Mitteldeutschen Zeitung, er wolle die Energiewende und Waffenlieferungen für die Ukraine stoppen.
Der Heizungsinstallateur wählte nach eigenen Angaben früher CDU, wegen der Asylpolitik ging er zur AfD. 2021 gewann er als einziger AfDler ein Direktmandat. Vor der jetzigen Wahl erklärte er, für seinen Wahlkreis nichts erreicht zu haben, weil alle AfD-Anträge abgelehnt worden seien. 2024 wollte er mit Parteifreund Tillschneider mit einer Antiasyldemo am Haus des CDU-Landrats Götz Ulrich vorbeiziehen – nach Protesten wurde die Route geändert. Auch Waehler war Teil der Vetternwirtschaftsaffäre: Seine Frau und Tochter sollen Mitarbeiterinnen von AfD-Bundestagsabgeordneten gewesen sein.
Anfang des Jahres schloss die AfD-Fraktion ihn aus. Lieschke ist seit 2016 Mitglied des Landtags, wenige Monate vor der Wahl soll er Parteiinterna weitergegeben haben. Allerdings ist es der AfD-Spitze nicht ganz so wichtig. Der nächsten Fraktion gehört er wieder an. War bislang eher unauffällig.
Mit 35 Jahren ist er der jüngste AfD-Abgeordnete im Landtag von Sachsen-Anhalt. In der letzten Wahlperiode gehörte er bereits dem Bildungsausschuss an. Mehrfach versuchte er, Vizepräsident des Landtags zu werden – allerdings erfolglos. 2021 wurde er Landesvorsitzender der Jungen Alternative in Sachsen-Anhalt und blieb es bis zur Selbstauflösung 2025. Er gibt als Wahlkreisbüro dieselbe Adresse an, wie der AfD-Abgeordnete Jan Moldenhauer. Laut MDR ist dort aber niemand anzutreffen. Als Kopfpauschale erhalten Landtagsabgeordnete pro Monat 2.300 Euro, unter anderem für den Betrieb eines Wahlkreisbüros.
Gehörte ab den 90ern zur CDU, wechselte aber 2015 in die AfD. Der Grund: Migrationspolitik. Kommunalpolitisch aktiv war er ab 2019 als Stadtrat und ab 2014 als Ortsbürgermeister. Der Mitteldeutschen Zeitungerzählte er vor der Wahl, dass er sich im Landtag für Innenpolitik engagieren wolle.
Geboren in Leipzig, wurde Schmirander 2016 Mitglied der AfD. Vor der Wahl war er laut Volksstimme hauptberuflich bei der Landtagsfraktion der AfD angestellt. Er stand nicht auf der Landesliste, sondern trat nur als Direktkandidat an. Im Landtag möchte er sich für innere Sicherheit und Entbürokratisierung einsetzen.
Industriemechaniker und Maschinenbauer, 52, trat 2013 in die AfD ein, weil er den „überhasteten Atomausstieg“ und das Erneuerbare-Energien-Gesetz ablehnte. Gelangte 2016 mit einem Zwischenruf im Landtag zu bundesweiter „Berühmtheit“. Als eine Linken-Abgeordnete feststellte, dass Marokko, Tunesien und Algerien für Homosexuelle keine sicheren Herkunftsstaaten sind, weil ihnen dort dafür eine Gefängnisstrafe drohe, rief Gehlmann dazwischen: „Das sollten wir in Deutschland auch machen!“
Der 60-jährige Tischlermeister war zu DDR-Zeiten in der SED, wählte nach der Wende CDU, trat 2015 in die AfD ein. Holte in seinem Wahlkreis Eisleben 55,6 Prozent Erststimmen und damit landesweit am meisten. Hüllte sich bei Anticoronaprotesten in eine Deutschlandflagge und teilte Verschwörungstheorien zu Bill Gates. Bezeichnete Angela Merkel als „die größte Verbrecherin und Mörderin, die Deutschland jemals hatte“. Postet Beiträge der russischen Botschaft, verschwörungsideologische Videos zu angeblichen False-Flag-Aktionen bei russischen Anschlägen oder gleich Reden von Wladimir Putin – und natürlich von Björn Höcke.
Juliane Waehler ist die Tochter von Lothar Waehler, der ebenfalls AfD-Abgeordneter ist. Sie ist Mitarbeiterin des AfD-nahen Deutschlandkuriers. Dort sagte sie in einem Video, ihr Hauptanliegen sei es, dass ihre Kinder sicher seien und nicht indoktriniert würden. Daneben betreibt sie den Podcast „Scharf rechts“, verbreitet „Remigration“-Slogans und war im Mai 2026 beim „Remigrationskongress“ der rechtsextremen Identitären in Porto, wo sie mit dem Identitären-Vordenker Martin Sellner posierte. Waehler war vor ihrem Mandatsgewinn beim AfD-Landeschef und Bundestagsabgeordneten Martin Reichardt angestellt.
Ist neu im Landtag. Der 40-Jährige postet auf Social-Media gerne Schreckensmeldungen mit teils KI-generierter rechtsradikaler Musik, in denen Zeilen gesungen werden wie: „Heuchlerpack, ihr ekelt mich an mit eurer dreckigen Moral. Heuchlerpack, ich spuck es aus!“, „Deutschland wach endlich auf!“ oder „Regiert von Idioten!“
Der Diplomingenieur und Ex-CDUler gewann schon 2016 ein AfD-Direktmandat. Damals erklärte er, die AfD „habe es verstanden, die Sorgen der Wähler im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise aufzunehmen“. Im selben Jahr unterzeichnete er die „Erfurter Resolution“, das Manifest des völkischen AfD-Flügels. Im Landtag beklagte er, dass „Millionen Ungebildete und Kulturfremde ins Land geholt“ würden. In Halle versucht Raue, ein islamisches Zentrum zu verhindern: Man müsse „die eigene Kultur durchsetzen“. Wer aus dem Ausland komme und eigene Kulturen aufbauen wolle, sei „höchst unwillkommen“. Zusätzliche Familienunterstützung will Raue daran knüpfen, dass ein Elternteil die deutsche Staatsbürgerschaft hat.
Der 35-jährige Objektleiter für Gebäudereiniger, dessen Eltern aus Russland zugewandert sind, trat erst Ende 2023 in die AfD ein. Er sitzt im Landesvorstand der Generation Deutschland. Backmund will, dass die Justiz für mehr Sicherheit stärker durchgreift und auch nicht integrierte Migranten abschiebt. Im Wahlkampf postete er auf X, drei Wahlkreise in Halle seien „eingenommen und unter Kontrolle“, „der Kessel um die Altparteien schließt sich“. Demokratiebündnissen wie Sachsen-Anhalt weltoffen will er die Gelder entziehen und den „linken Sumpf trockenlegen“. Auf Tiktok verbreitete er: „Remigration ist ein Versprechen.“ In Halle trainiert er in der Gladiator Fight Academy, die als rechter Treffpunkt gilt.
Der Orthopädiemechaniker tritt für Arbeitsplätze vor Ort und für „Traditionspflege“ ein. Den Strukturwandel in seiner Region nennt er „überstürzt“. Organisierte laut eigener Auskunft in Sachsen-Anhalt 2018 das Kyffhäuser-Treffen mit, eine Zusammenkunft des radikalen AfD-Flügels, der inzwischen aufgelöst ist. Im Wahlkampf stand auf Jonas’ Infoständen laut Mitteldeutscher Zeitung eine Miniaturausgabe von ihm mit Kettensäge in der Hand.
Gilt im Stadtrat von Dessau-Roßlau als gemäßigter AfD-Politiker. Allerdings arbeitete er dort im Fraktionsvorstand unter anderem mit Joachim und Laurens Nothdurft zusammen. Beide waren früher aktive Neonazis, bei der verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend beziehungsweise der NPD aktiv. Das scheint Ratzmann nicht zu stören.
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Source: taz