War & Militarism taz
+++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Angriffe auf russische Raffinerien ausgesetzt
Laut „Wall Street Journal“ übt die Ukraine auf Druck von Trump derzeit keine Luftschläge gegen petrochemische Anlagen des Gegners aus. Russland attackiert die Ukraine aber weiter. mehr...
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Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien auf Druck von US-Präsident Donald Trump ausgesetzt. Dies berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die inoffizielle Unterbrechung habe Anfang vergangener Woche begonnen und werde voraussichtlich bis nach den US-Zwischenwahlen am 3. November und möglicherweise noch bis später im November andauern. (rtr)
Die von der US-amerikanischen First Lady Melania Trump vermittelte humanitäre Hilfsaktion für die russisch besetzte Frontstadt Oleschky im Süden der Ukraine geht in die entscheidende Phase. Nach Angaben der russischen Menschenrechtsbeauftragten Jana Lantratowa ist die Route inzwischen für den Hilfstransport von Minen und Blindgängern geräumt worden. Zudem wurde ein Zeitplan für die Ausgabe von Hilfsgütern und die Abreise von evakuierungswilligen Bewohnern der kleinen Ortschaft veröffentlicht. Lantratowas ukrainischer Gegenpart Dmytro Lubinez muss sich derweil für seine Reiseroute über Belarus und Russland rechtfertigen.
Von Dienstag bis einschließlich Sonntag gilt eine örtlich begrenzte Waffenruhe für Oleschky und Umgebung, von der auch die am gegenüberliegenden Ufer des Flusses Dnipro liegende Gebietshauptstadt Cherson profitiert. So sollen ansonsten durch Drohnenangriffe und Minen verhinderte Transporte in und aus der Stadt ermöglicht werden. (dpa)
Russland hat nach eigenen Angaben militärische Einrichtungen in der Ukraine angegriffen. Dabei sei auch Energieinfrastruktur in und um Kyjiw sowie in der Region Dnipropetrowsk getroffen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem seien Hafenanlagen in der Region Odessa sowie Frachtschiffe beschossen worden. Letztere seien vom ukrainischen Militär genutzt worden, so das Ministerium. (rtr)
Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist russischen Staatsmedien zufolge zu einem Treffen der G20-Außenminister in den USA eingetroffen. Dies berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass am Freitag. Wie sein Ressort in Moskau tags zuvor mitgeteilt hatte, wird Lawrow bei dem Treffen auf eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland drängen.
Lawrows Teilnahme an dem G20-Außenministertreffen am Freitag und Samstag in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia findet im Vorfeld neuer Gespräche zwischen Vertretern aus Moskau, Kyjiw und Washington statt. Dabei soll versucht werden, auf ein Ende des Ukrainekriegs hinzuarbeiten. Zum Abschluss des Treffens am Samstag wird eine Stellungnahme des US-Vorsitzes erwartet, aber wegen der unterschiedlichen Ansichten keine gemeinsame Erklärung, wie es aus Diplomatenkreisen hieß. Zu der G20-Gruppe gehören neben Deutschland, den USA und Russland unter anderem China, Indien und Japan. Der nächste G20-Gipfel findet am 14. und 15. Dezember in Miami statt. (afp/ap)
In der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw ist bei einem russischen Raketenangriff am späten Abend nach Behördenangaben ein Mensch getötet worden. Mehrere Gebäude seien bei dem Beschuss getroffen worden, teilte die Militärverwaltung der Stadt mit. Ein Feuer sei ausgebrochen. Dem Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge seien Lagerhallen getroffen worden, ein Feuer sei ausgebrochen. Herabfallende Trümmer hätten ein Gebäude beschädigt und einen weiteren Brand ausgelöst. (rtr)
Bei einem Drohnenangriff auf das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ein Mitarbeiter getötet worden. Bei dem Opfer handelt es sich demnach um einen Schweißer der zentralen Reparaturwerkstatt der Anlage. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi erneuerte seine Forderung nach militärischer Zurückhaltung rund um das AKW. Wer für den Angriff verantwortlich ist, teilte die IAEA nicht mit. (rtr)
Zwei russische Kampfflugzeuge des Typs Suchoi Su-34 sind nach ukrainischen Angaben bei einem Raketenangriff am Boden zerstört worden. „Ich danke euch, Jungs, für das Ergebnis“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. Zudem sei bei einer weiteren Attacke eine Startrampe für russische Iskander-Raketen beschädigt worden. Nach Angaben der ukrainischen Marine gab es einen Angriff mit Neptun-Raketen auf den Militärflugplatz Marinowka im südrussischen Gebiet Wolgograd. Der Fliegerhorst ist über 450 Kilometer vom ukrainisch kontrollierten Gebiet entfernt.
Es wäre bereits der zweite erfolgreiche ukrainische Raketenangriff auf einen russischen Militärflugplatz im Oktober. Das russische Militär äußerte sich nicht dazu. Militärnahe russische Blogger bestätigten den Verlust indirekt. Unter anderem schrieb der Blogger „Fighterbomber“: „Ich hoffe, dass die Erkenntnis, dass die Frontluftwaffe weiter und tiefer zurückgezogen werden muss, die obersten Befehlshaber noch rechtzeitig erreicht, bevor es nichts mehr gibt, was man zurückziehen könnte.“ Su-34-Jets werden für den Abwurf der gefürchteten Gleitbomben eingesetzt. Mit Flügelkonstruktionen ausgestattete Gleitbomben werden aus großer Höhe und Dutzende Kilometer entfernt von der gegnerischen Flugabwehr auf Ziele abgeworfen. (dpa)
Die Ukraine verfügt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj über Geheimdienstinformationen, wonach Russland neue Angriffe mit ballistischen Raketen plant. In seiner nächtlichen Videoansprache erneuert er die Bitte an die westlichen Verbündeten um mehr Waffen zur Luftverteidigung, insbesondere für das US-System Patriot. „Wir brauchen die Mittel, um all dieses russische Übel auszuschalten“, sagt Selenskyj. Er lobt zudem die Zerstörung von zwei russischen Su-34-Kampfbombern und einer Startrampe für Iskander-Raketen am Donnerstag. Die ukrainische Marine teilt mit, die beiden Flugzeuge seien auf einem Stützpunkt in der russischen Region Wolgograd zerstört worden. (rtr)
Der russische Präsident Wladimir Putin warnt vor einer Eskalation in der Ostsee. „Wenn die Dinge zu weit gehen, wird es keine Gewinner geben“, sagte er. Russland sei zum Krieg bereit, wolle ihn aber nicht. Er wolle in der Ostsee keine Situation wie in der Straße von Hormus. Putin unterstütze alle Schritte zur Wiederherstellung der Beziehungen zu europäischen Ländern, erklärte er mit Blick auf sein Telefonat mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre. (rtr)
Russische und ukrainische Vertreter haben sich nach Angaben belarussischer Staatsmedien am Donnerstag im belarussischen Gomel getroffen, um von dort gemeinsam in die südukrainische Region Cherson zu fliegen. Die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa sagte, sie und ihr Team seien auf dem Weg in die russisch besetzte Frontstadt Oleschky, um die Lieferung von Hilfsgütern zu begleiten. Die Vorbereitung der Aktion habe fünf Monate gedauert.
In und um Oleschky gilt seit Dienstag eine örtliche Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine. „Die Parteien halten sich vollständig an die Vereinbarungen, und es wurden keine Verstöße gegen die Waffenruhe gemeldet“, sagte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez. Die Hilfslieferungen sollten am Freitag beginnen. (ap)
Nach einem russischen Drohnenangriff auf zwei Personenzüge an einem Bahnhof in der zentralukrainischen Stadt Dnipro ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 14 gestiegen. Mindestens 14 weitere Menschen wurden laut ukrainischen Behördenvertretern bei dem Angriff am Donnerstag verletzt, darunter ein 40-jähriger Mann, dem die Beine amputiert werden mussten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach auf der Plattform X von einem „schrecklichen Angriff“. Nach Angaben der Behörden handelte es sich um eine Drohne mit Düsenantrieb. Insgesamt setzte Russland nach ukrainischen Angaben bei seinen jüngsten Angriffen mehr als 110 Drohnen gegen sieben Orte in der Ukraine ein. (ap)
Außenminister Johann Wadephul will einem möglichen „Familienfoto“ zusammen mit dem russischen Kollegen Sergei Lawrow beim Treffen der G20-Außenminister in den USA nicht fernbleiben. Bei Kongressen wie der Zusammenkunft der großen Industrie- und Schwellenländer am Freitag und Samstag in Atlanta „ist es automatisch so, dass es gemeinsame Fotos gibt. Es ist eben eine zentrale Aufgabe von Außenministern, miteinander zu sprechen“, sagte der CDU-Politiker bei einem Auftritt mit dem Außenminister von Panama, Javier Martínez-Acha Vásquez, in der Hauptstadt Panama-Stadt. Eine Journalistin hatte Wadephul gefragt, welche Symbolik von einem solchen Foto mit Lawrow im fünften Jahr des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ausgehe. (dpa)