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Verkehrsbetrieb Bittet zur Kasse: VBB erhöht Ticketpreise erneut

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Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), der größte Verkehrsverbund Deutschlands, hat angekündigt, zum neuen Jahr die Preise für verschiedene Tickets zu erhöhen. Allein betrachtet mögen die Erhöhungen gering wirken, doch sie sind Ausdruck einer Politik, der es an Willen mangelt, den öffentlichen Nahverkehr wirklich zur Priorität zu machen – auf Kosten derjenigen, die auf bezahlbare Mobilität angewiesen sind. – Ein Kommentar von Thomas Mercy

Mehr als 4 Millionen Fahrten verbuchen die Kund:innen des Verkehrsbunds Berlin-Brandenburg (VBB), dem größten Verkehrsverbund Deutschlands, täglich. Dieser hat nun am Donnerstag verkündet, die Preise von mehreren Tickets zum 1. Januar 2027 zu erhöhen. Das Vier-Fahrten-Ticket für Berlin AB wird ab dem neuen Jahr 13,20 Euro statt 12,40 Euro kosten. In Potsdam wird der Preis eines Einzelfahrscheins für den Bereich AB ab dem Jahreswechsel statt 3,00 Euro 3,10 Euro kosten. Und wer eine VBB-Umweltkarte für den Bereich Berlin AB erwerben will, muss dafür künftig 84,30 Euro statt 81,30 Euro zahlen.

Auch wenn andere Ticketpreise, wie zum Beispiel der für Einzeltickets im Bereich Berlin AB, nicht erhöht werden und die Erhöhungen sich durchschnittlich im einstelligen Prozentbereich bewegen, macht dies hochgerechnet einen signifikanten Unterschied. Zudem sind oftmals Personen auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen, die sich bereits jetzt schon in einer finanziell prekären Lage befinden.

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Preise in den letzten Jahren stark gestiegen

Die neusten Erhöhungen reihen sich in eine Welle von Teuerungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), die in den letzten Jahren über die gesamte Bundesrepublik gerollt ist. Das häufig verwendete Einzelticket Berlin AB hatte 2016 zum Beispiel noch 2,70 Euro gekostet und jetzt, 10 Jahre später, 4,00 Euro. Damit ist das Einzelticket in Berlin nun auf Platz 4 der teuersten Einzeltickets, nach Statistiken des ADAC. Das Vier-Fahrten-Ticket für Berlin AB wird zudem nicht das erste Mal erhöht, sondern hat vor 2 Jahren noch 10,80 Euro gekostet, statt der nun geplanten 13,20.

Für Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach sind diese Preise jedoch immer noch zu niedrig. Er sprach sich für eine Umstellung auf Zeitkarten aus und bewertete den Preis für das AB-Ticket in Berlin als „im Moment möglicherweise zu günstig“.

Doch nicht nur in Berlin und Brandenburg steigen die Preise. Auch das bundesweit nutzbare Deutschlandticket, welches 2023 als Nachfolger des zeitlich begrenzten 9-Euro-Tickets eingeführt wurde und monatlich von mehr als 14 Millionen Menschen genutzt wird, wurde in den letzten 3 Jahren wesentlich teurer. Nachdem es zu Beginn 49 Euro monatlich gekostet hat, stieg der Preis 2025 auf 58 Euro und 2026 auf 63 Euro. Für 2027 ist eine erneute Preissteigerung angekündigt, welche Schätzungen zufolge den Preis auf fast 67 Euro erhöhen würde.

Laut ADAC sind in den letzten 5 Jahren die Preise über alle Ticketarten hinweg, ohne das Deutschlandticket, um durchschnittlich 27 Prozent gestiegen. Diese Steigerungen liegen über der zusammengerechneten Inflation über die Jahre, welche ca. 22 Prozent beträgt.

Viele der Fahrgäste sind verständlicherweise sehr unzufrieden mit den Erhöhungen. sind die deutschen Verkehrsbetriebe und besonders die deutsche Bahn dafür bekannt, dass Busse und Bahnen zu spät kommen oder gar ganz ausfallen. Im Nahverkehr sind zum Beispiel 13 Prozent aller BVG-Busse und -Bahnen und 12 Prozent aller DB-Nahverkehrszüge zu spät gekommen. Wobei die BVG alles über 3,5 und die DB alles über 6 Minuten als Verspätung zählt. Und dafür dann immer mehr zahlen, ohne dass sich groß was verbessert, und während die Reallöhne immer weiter sinken?

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Wieso steigen die Preise so stark?

Wenn man den VBB fragt, dann wird als Grund für die Erhöhung der Tickets die gestiegenen Kosten genannt. Besonders die Inflationsrate sowie die notwendigen Investitionen in Fahrzeuge, Infrastruktur und einen modernen und leistungsfähigen ÖPNV sollen den Verkehrsverbund vor große finanzielle Herausforderungen stellen.

Tatsächlich liegt die Ursache der Preiserhöhungen jedoch nicht darin, dass die Kosten drastisch steigen, sondern daran, dass die Finanzierung von Bund und Ländern für den ÖPNV immer weiter abnimmt. Während 2024 noch fast 10 Prozent des Haushaltes für das Bundesministerium für Digitales und Verkehr flossen, sollen es 2027 nur noch knappe 5 Prozent sein. Stattdessen soll ab 2028 jeder dritte Euro für Aufrüstung und Militär ausgegeben werden.

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Zusätzlich werden ja ein großer Teil der Gelder, die dem Ministerium für Verkehr zur Verfügung stehen, für den Erhalt und Ausbau der sogenannten Bundesfernstraßen gegeben. Außerdem gibt es noch außerhalb des Haushaltes regelmäßig massive Zuschüsse und Subventionen für die Autoindustrie, welche auch für den ÖPNV genutzt werden könnten. So wird das Automobilsystem jährlich mit ca. 17 Milliarden Euro subventioniert. Dabei zählen nur Dieselsubventionierung, Entfernungspauschale, das Dienstwagenprivileg und die Förderung von Biokraftstoffen. Die 6.000 Euro an staatlichem Zuschuss für jede Person, die sich einen Tesla holt, oder die Milliarden direkte Subventionen für VW sind da noch gar nicht mit eingerechnet.

Die Einführung eines kostenfreien ÖPNVs für alle Bürgerinnen und Bürger würde den Staat zwischen 12 und 15 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Zudem wäre dies auch viel effizienter darin, Menschen schnell zu transportieren, und um Welten umweltfreundlicher.

Am Geld liegt es also nicht, sondern am politischen Willen. Dem deutschen Staat ist nun einmal egal, dass eine starke Verbesserung und ein Ausbau des ÖPNV, welcher bezahlbar ist, das Leben der Arbeiter:innen stark verbessern und gleichzeitig die Umwelt etwas schützen würden. Die deutsche Autoindustrie ist Heimat der größten deutschen Monopole und hat international viel Einfluss, auch wenn dieser abnimmt. Sie generiert dem Staat Geld durch Steuern und nimmt auch durch Lobbyarbeit direkten Einfluss auf die Politik, weshalb sie vom Staat so stark mit Geld vollgepumpt wird.

Ein effizientes, sinnvolles und günstiges Transportwesen lässt sich nicht mit einem Staat errichten, der einfach nur das fördert, was am meisten Profit einbringt, sondern nur mit einem solchen, der nach den Bedürfnissen der Menschen handelt.

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Source: Perspektive Online