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Nach Festnahme des Ex-BND-Chefs: US-Geheimdienste überprüfen Kooperation
Der ehemalige BND-Chef August Hanning soll mit geheimen Informationen Profit gemacht haben. Es steht der Spionageverdacht im Raum. Nun drohen die Vereinigten Staaten mit Informationsentzug. Der Beitra
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Der ehemalige BND-Chef August Hanning soll mit geheimen Informationen Profit gemacht haben. Es steht der Spionageverdacht im Raum. Nun drohen die Vereinigten Staaten mit Informationsentzug.
Anfang Oktober wurde der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) August Hanning wegen Spionageverdacht festgenommen. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen kamen erst mit dem sogenannten Block-Fall ins Laufen.
Denn im Jahr 2025 wurden im Zusammenhang mit dem Entführungsfall der Kinder von Christina Block mehrere Wohn- und Geschäftsräume von Hanning durchsucht, wodurch Beweismaterialien sichergestellt werden konnten. Sie ergaben später den Spionageverdacht.
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Ehemaliger Büroleiter gibt bis zu 2000 Dokumente des BND weiter
August Hanning war von 1998 bis November 2005 Präsident des BND. Damals arbeitete Manfred D. zusammen mit ihm als sein Büroleiter. Nachdem Hanning später als Staatssekretär zum Bundesinnenministerium wechselte, folgte ihm Manfred D. als abgeordneter Assistent. 2009 wurde Hanning dann in den einstweiligen Ruhestand versetzt und seine Beamtenkarriere war damit beendet. Danach arbeitete er als Berater in der Privatwirtschaft. Zur gleichen Zeit wechselte Manfred D. zurück zum BND. Die Verbindung blieb dennoch scheinbar weiterhin bestehen.
Manfred D. arbeitete offenbar mit offizieller Genehmigung des BND weiterhin nebenberuflich für Hanning, das berichtete der Spiegel. Nach Angaben der Ermittler:innen sollen der Ex-BND-Chef und sein früherer Büroleiter vereinbart haben, dass Manfred D. gegen Bezahlung fortlaufend wertvolle Erkenntnisse des BND für Hanning besorgen solle.
Laut Bundesanwaltschaft konnte sich Hanning so bis 2022 knapp 2000 Dokumente, von denen viele der Geheimhaltung unterliegen, verschafft haben. Diese Informationen soll er profitbringend bei seiner Beratertätigkeit verwertet haben.
Profit mit geheimen Informationen
Die Bundesanwaltschaft verdächtigt August Hanning der landesverräterischen Ausspähung und des auskundschaften von Staatsgeheimnissen. Zusätzlich wird ihm versuchter Landesverrat und geheimdienstliche Agententätigkeit vorgeworfen.
Die Ermittler:innen gehen den Verdacht nach, dass er Kontakt zu einem Geheimdienstmann Aserbaidschans pflegte. Die erhaltenen Dokumente sollen von Hanning zur Erstellung einer schriftlichen Analyse verwendet worden sein. Laut Bundesanwaltschaft war diese Analyse für einen „Mitarbeiter eines fremden nachrichtendienstlichen Sicherheitsapparat“ bestimmt. Ob diese den Adressaten erreicht hat, ist derzeit Gegenstand laufender Ermittlungen.
Zudem soll Hanning in intensiven Austausch mit einem Mitarbeiter eines anderen staatlichen Nachrichtendienstes gestanden haben und diesen jahrelang mit politischen Informationen versorgt haben. Entsprechend der SPIEGEL-Recherche soll diese Spur nach China führen.
Dreht die USA den Informationshahn zu?
Nach der Festnahme des früheren BND-Chefs sollen US-Geheimdienste ihre deutschen Kolleg:innen nach Medienberichten vor Konsequenzen gewarnt haben. Wie genau diese aussehen sollen, ist noch unklar. Die Kooperation komme nun allerdings auf den Prüfstand.
Außenminister Johann Wadephul (CDU) sagte bei einem Besuch im US-amerikanischen Atlanta, er sei der falsche Ansprechpartner in der Bundesregierung. „Aber ich kann mir das überhaupt gar nicht vorstellen, weil wir eine sehr erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Nachrichtendienste haben“, ergänzte er.
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Die Ankündigung des Prüfstands führte beim BND bereits zu großer Aufregung. Die USA gilt als wichtigster Geheimdienstpartner Deutschlands. Somit wäre die größte Sorge des BND womöglich, dass der Informationsfluss zum Stehen kommt. In sehr dringenden Fällen, wie beispielsweise mögliche Terroranschläge, würde die USA wohl weiterhin Informationen übermitteln.
Führungskräfte sollen danach angewiesen worden sein, Veränderungen im Austausch mit den USA umgehend zu melden. Bislang sei von einer Zurückhaltung in der Zusammenarbeit mit den US-Geheimdiensten nichts zu spüren, hieß es in Berlin. „Die Zusammenarbeit befindet sich im Normalzustand der Kooperation“, so Sicherheitskreise. „Es sind lediglich ein paar Arbeitsgespräche verschoben worden.“ Diese seien bereits neu terminiert.
Anwendung noch unklar
Andere deutsche Sicherheitsbehörden wie das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sehen bis jetzt keinen Anlass zur Sorge. Die Zusammenarbeit mit den US-Partnerdiensten geht weiter wie zuvor, hieß es. Auch der Austausch nachrichtendienstlicher Erkenntnisse zwischen dem US-Militär, dem US-Militärgeheimdienst DIA und der Bundeswehr soll weiterhin unverändert sein.
Die Drohung durch die US-Regierung könnte wiederum genutzt werden, um Forderungen gegenüber der deutschen Regierung und seinem Geheimdienst durchzusetzen. In der Vergangenheit nutzte die Trump-Regierung etwa häufiger Androhungen von hohen Zöllen, um wirtschaftliche Abkommen mit anderen Staaten durchzusetzen. Ob das im Fall des BNDs auch passieren wird, bleibt abzuwarten.
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