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Militärische Eskalation im Jemen
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Saudi-Arabien und seine verbündeten jemenitischen Kräfte haben eine Gegenoffensive gegen die Huthi-Miliz gestartet. Im Zentrum der Kämpfe steht die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab. Auch die USA und Deutschland mischen indirekt im Konflikt mit.
Am Sonntag hat der Präsidiale Führungsrat in Jemen eine umfassende Militäroffensive gegen die Huthis angekündigt. Als Ziel wurde die Rückeroberung der zuletzt verlorenen Gebiete ausgegeben. Saudi-Arabien unterstützt die Offensive gegen die Huthis mit eigenen Luftangriffen.
Bereits einen Tag später, am Montag, meldeten jemenitische Regierungstruppen, sie hätten den Bezirk Dhubab, sowie ein dort gelegenes Flugfeld unter ihre Kontrolle gebracht. Im Laufe des Tages wurde auch die Einnahme der Hafenstadt Mokka gemeldet. Die Huthis bestreiten die Angaben teilweise.
Gekämpft wird derzeit an mehreren Fronten. In der Region um Taiz, ca. 100 Kilometer östlich von Mokka, konnten die Huthi zuletzt eigene Geländegewinne erzielen und eine wichtige Verbindung zwischen Taiz und Aden an der Südküste des Landes unterbrechen.
Für Saudi-Arabien geht es bei der Gegenoffensive insbesondere um die Kontrolle der Meerenge Bab al-Mandab. Die Meerenge verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Über das Rote Meer führt der kürzeste Seeweg zwischen Asien und Europa. Die Huthis hatten im September große Teile der jemenitischen Westküste sowie die Insel Mayun im Bab al-Mandab erobert. Damit sicherten sie sich den direkten Einfluss auf eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Region.
Die Bedeutung der Meerenge ist durch die aktuelle Lage zusätzlich gestiegen. Nachdem der Iran im Zuge des Krieges mit den USA und Israel den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus blockiert hat, droht mit der Huthi-Kontrolle über Bab al-Mandab ein weiterer Engpass für den Transport von Öl und anderen Gütern. Eine längerfristige Behinderung beider Seewege würde die Energieversorgung und den internationalen Handel erheblich erschweren.
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Fortsetzung des Krieges zwischen Saudi-Arabien und den Huthis
Der heutige Krieg geht auf den Machtkampf zurück, der 2014 mit der Eroberung Sanaas durch die Huthis eskalierte. Die Miliz kontrolliert seitdem große Teile des Nordens und Westens des Jemens. 2015 griff Saudi-Arabien an der Spitze einer Koalition militärisch ein, um die mit ihm verbündeten Kräfte im Land zu unterstützen. Trotz jahrelanger Luftangriffe gelang es ihnen nicht, die Huthis entscheidend zurückzudrängen.
Ein von den Vereinten Nationen unterstützter Waffenstillstand von 2022 führte anschließend zu einem weitgehenden Einfrieren der Fronten. Die Huthis behielten Sanaa und große Teile des Nordens, während die von Saudi-Arabien unterstützten Kräfte vor allem den Süden und Osten kontrollierten. In diesem Jahr brachen die Kämpfe jedoch erneut in größerem Maße aus.
Parallel dazu hat sich der Jemen-Konflikt stärker mit der regionalen Auseinandersetzung zwischen Iran und seinen Gegnern verbunden. Die Huthis stehen politisch und militärisch dem Iran nahe. Das Regime in Teheran betont zwar immer wieder, dass die Huthis unabhängig agieren, beliefert jedoch die Miliz mit Raketen und Drohnen.
Seit Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran haben die Kämpfe im Jemen außerdem erneut an Intensität gewonnen. Die Huthis griffen saudische Infrastruktur und Schiffe an, während Saudi-Arabien mit Luftangriffen reagierte. Die Kämpfe haben nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration seit ihrer erneuten Intensivierung in den letzten Monaten rund 184.000 Menschen vertrieben.
USA hält sich Einstieg in den Jemen-Krieg offen
Die USA beteiligen sich bislang nicht direkt an der saudischen Gegenoffensive. Washington unterstützt den Verbündeten Saudi-Arabien jedoch nach Angaben mehrerer Quellen mit Geheimdienstinformationen und bei der Zielerfassung. Saudi-Arabien hatte die USA um eine direkte Beteiligung an Luftangriffen gebeten, die Trump-Regierung lehnte dies bislang jedoch ab. Als Grund gilt unter anderem die Konzentration der US-Streitkräfte auf den Krieg gegen Iran. US-Außenminister Marco Rubio erklärte am Montag allerdings, Washington werde seine Sicherheitszusagen gegenüber Saudi-Arabien einhalten.
Damit halten sich die USA eine direkte militärische Beteiligung im Jemen zunächst offen. Die US-Regierung muss dabei zwischen der Unterstützung Saudi-Arabiens und dem Risiko abwägen, durch eine weitere Front zusätzliche militärische Ressourcen zu binden. Hochrangige Vertreter der Trump-Regierung berieten am vergangenen Freitag in Camp David über den Krieg gegen Iran und die Eskalation zwischen den Huthi und Saudi-Arabien.
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Deutschland unterstützt Saudi-Arabien
Deutschland ist ebenfalls militärisch in der Region präsent. Die Bundeswehr beteiligt sich an der EU-Mission EUNAVFOR ASPIDES, die Handelsschiffe im Roten Meer schützen und die maritime Lage überwachen soll. Das Bundeskabinett hat Ende September eine Verlängerung des Einsatzes bis Oktober 2027 beschlossen. Vorgesehen sind weiterhin bis zu 350 Soldat:innen – auch der Einsatz einer Fregatte bleibt möglich. Die EU-Mission war Anfang 2024 ins Leben gerufen worden, nachdem die Huthis in Reaktion auf die israelische Offensive in Gaza mehrere internationale Handelsschiffe im Roten Meer attackiert hatten.
Deutschland unterstützt außerdem Saudi-Arabien auf politischer und militärischer Ebene. Die BRD unterhält seit Jahren eine enge militärische Zusammenarbeit mit dem saudischen Königshaus. Dazu gehören Rüstungsexporte, darunter Raketen und Bauteile für Kampfflugzeuge, Ausbildungs- und Kooperationsprogramme sowie der Austausch von militärisch relevanten Informationen.
Erst im Februar hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Saudi-Arabien besucht, um eine strategische Partnerschaft mit dem Königreich aufzubauen. Im Zuge dieser Partnerschaft weitete Deutschland zuletzt erneut die Möglichkeiten für Rüstungslieferungen an Saudi-Arabien aus. Eine direkte deutsche Beteiligung an den aktuellen saudischen Luftangriffen im Jemen gibt es jedoch nicht.
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Source: Perspektive Online