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Ölkonzerne behalten Hunderte Millionen Euro des neuen Tankrabatts ein

Seit den Angriffen auf den Iran besteht weltweit eine Kraftstoffknappheit. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zeigten dabei nur beschränkt Wirkung – so soll der seit Anfang dieses Monats in

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Seit den Angriffen auf den Iran besteht weltweit eine Kraftstoffknappheit. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zeigten dabei nur beschränkt Wirkung – so soll der seit Anfang dieses Monats in Kraft getretene Tankrabatt erneut nur teilweise bei Verbraucher:innen ankommen.

Bereits im April dieses Jahres beschloss die Bundesregierung einen befristeten Tankrabatt für den Zeitraum von Anfang Mai bis Ende Juni. Bei der Auswertung der damaligen Regelung räumte Kartellamtschef Andreas Mundt ein, dass die Steuerentlastung überwiegend, aber nicht vollständig an die Verbraucher:innen weitergegeben wurde.

Eine Untersuchung des Ifo-Instituts (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München) zeigt beim aktuellen Tankrabatt einen ähnlichen Trend. Bereits bei der Untersuchung des ersten Tankrabatts hatte das Institut festgestellt, dass sich die geplante Entlastung bei Diesel nicht vollständig in den Kraftstoffpreisen niedergeschlagen hatte.

Nur 80 Prozent des Tankrabatts kamen bei Verbraucher:innen an – Konzerne machen Milliardenprofit

Rabatt beim Tanken oder Extraprofite für Konzerne?

Die Bundesregierung beschloss, dass alle Kraftstoffe – Super E10, Super E5 und Diesel – eine Steuersenkung um 17 Cent pro Liter erhalten. Am Donnerstag veröffentlichte das Ifo-Institut einen „Tankrabatt-Tracker“, der auf Basis von Tankdaten analysiert, inwiefern sich die Steuerentlastung auf die Verbrauchspreise auswirkt. Die aktuellen Zahlen sind immer mittwochs ab 13 Uhr einsehbar.

In der vergangenen Woche stellte das Institut erneut fest, dass die Steuersenkung von 17 Cent pro Liter nicht vollständig weitergegeben wurden. Während die Weitergabe bei Superbenzin fast vollständig erfolgte – bei Super E10 waren es 15,8 Cent pro Liter und bei Super E5 die vollen 17 Cent pro Liter – liegt der Wert bei Diesel mit gerade einmal 14,2 Cent pro Liter klar unter dem von der Bundesregierung beschlossenen Wert.

Anhand der Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum versteuerten Diesel- und Benzinabsatzes aus dem Jahr 2025 lassen sich die Extraprofite der Konzerne leicht berechnen. Für die drei Monate des aktuellen Tankrabatts wären das rund 265 Millionen Euro bei Diesel und weitere 20 Millionen bei Super E10.

Erdöl-Blockade im Roten Meer: Bringt Tankrabatt Nummer drei wieder nur Extraprofite für Konzerne?

Die Frage danach, was mit der restlichen Entlastung passiert, lässt sich leicht beantworten. So liegt die Verantwortung für die Anpassung der Kraftstoffpreise bei den jeweiligen Mineralölkonzernen. Diese scheinen sich nun erneut einen Teil des durch Steuergeld finanzierten Tankrabatts selbst in die Tasche zu stecken.

Trotz Krise – lukratives Jahr für Ölkonzerne

Der deutsche Tankstellenmarkt wird zu 70 Prozent von fünf Konzernen abgedeckt, die so fast vollständig über die Spritpreise entscheiden können. Dabei können diese Monopole auch in Zeiten von Ölkrise und Kraftstoffmangel hohe Profite erzielen.

Nach einer Berechnung von Greenpeace haben Mineralölkonzerne in Deutschland alleine zwischen dem 2. März und dem 12. April – also kurz nach Beginn des Irankriegs – Extraprofite von 1,18 Milliarden Euro eingestrichen, das entspricht täglich 27 Millionen Euro mehr als vor dem Krieg.

Tankrabatt: Das nächste Geschenk für die Ölkonzerne

Außerdem halten sich die Konzerne neben der unvollständigen Weitergabe der Tankrabatte die Option offen, nach Beendigung der Steuerentlastung die Kraftstoffpreise erneut stark ansteigen zu lassen. So werden zum einen neue Profite generiert, zum anderen wird Druck auf die Politik ausgeübt, um erneut die Möglichkeit herbeizuführen, Steuergelder in den Schlund der Ölkonzerne zu werfen.

Festzuhalten bleibt, dass die Spritpreise trotz der Entlastung im bundesweiten Durchschnitt weit über der Zwei-Euro-Marke liegen. Zum 1. Januar 2027 endet der aktuelle Tankrabatt. Ob dann – wie beim vergangenen Tankrabatt – damit zu rechnen ist, dass die Spritpreise erneut um bis zu 20 Cent steigen, bleibt vorerst unklar. Es ist jedoch nur schwer vorstellbar, dass die Konzerne des deutschen Tankstellenmarkts auf einen extra-profitablen Start ins neue Jahr verzichten wollen.

Der Beitrag Ölkonzerne behalten Hunderte Millionen Euro des neuen Tankrabatts ein erschien zuerst auf Perspektive.

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