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Wirtschaft | Allresist GmbH: Hochtechnologie aus Strausberg
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Der Rohbau steht, das Dach ist drauf auf der neuen Halle: Dichtfest bei der Allresist GmbH. Foto: nd/Andreas Fritsche Am Biotop, Ecke Lehmkuhlenring im brandenburgischen Strausberg schwebt am Dienstagnachmittag eine Art Richtkranz an einer Hebebühne. Der Rohbau einer neuen Halle auf dem Firmengelände der Allresist GmbH ist nun fertig und schon in drei Monaten sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Das verspricht Axel Finck, Niederlassungsleiter des Bauunternehmens Goldbeck.
Die künftige Halle wird mit einem Durchgang mit dem Bestandsgebäude aus dem Jahr 1999 verbunden sein. Die zweigeschossige Halle ist als Lager vorgesehen und soll darüber hinaus Büros für den Vertrieb aufnehmen. Wenn dies aus dem Bestandshaus in die Halle verlagert ist, so wird dort Platz für eine Erweiterung der Produktion. Denn das Geschäft des im Oktober 1992 auf engstem Raum mit einer Handvoll Personal gestarteten Familienbetriebs brummt. 200 selbst entwickelte Erzeugnisse werden an mehr als 500 Kunden weltweit verkauft. Die GmbH ist spezialisiert auf lichtempfindlichen Speziallack für Mikrochips, wie sie beispielsweise in Mobiltelefonen, Uhren und Autos zu finden sind. Allresist beliefert mittelständische Unternehmen der Halbleiterbranche.
Die genaue Zusammensetzung von Produkten wie dem brandneuen Medusa 84 SiH ist ein Geschäftsgeheimnis. Medusa 84 SiH komme ohne gefährliches Gift aus und sei für den deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert, freut sich Firmengründer Matthias Schirmer. Mittlerweile 72 Jahre alt, wollen er und seine 67 Jahre alte Frau Brigitte Ende des Jahres aus dem Berufsleben aussteigen. Das Gründer-Ehepaar übergibt den heute 25 Beschäftigte zählenden Betrieb an die Tochter Ulrike. Die kann auf Unterstützung durch ihren Bruder und ihren Mann zählen und hofft, dass die noch kleinen Kinder später mit einsteigen.
Brigitte und Matthias Schirmer haben Know-how aus den volkseigenen Fotochemischen Werken in Berlin-Köpenick gerettet und etwas daraus gemacht, lobt Goldbeck-Manager Finck, der sich fasziniert von der Technologie zeigt. Die Schirmers erklären, der Umsatz steige im laufenden Jahr von 4,3 Millionen Euro auf mehr als fünf Millionen, berichtet Brigitte Schirmer. Es gehe dem Familienbetrieb nicht um Gewinnmaximierung. Überschüsse fließen in Investitionen und in anständige Löhne. Außerdem werde für soziale und Umweltprojekte gespendet. Geld erhalten so beispielsweise der Solidaritätsdienst international und Ärzte ohne Grenzen, sagt Brigitte Schirmer. Es sei ihr und ihrem Mann darum gegangen, das humanistische Ideal der DDR zu bewahren und eine Leistungsfähigkeit dazuzusetzen, die der DDR-Wirtschaft leider oft abgegangen sei.
»Wir schaffen Raum für weiteres Wachstum.«
2,1 Millionen Euro kostet die neue Halle. 45 Prozent der Summe sind gedeckt durch Fördermittel der Investitionsbank des Landes Brandenburg. Davon abgesehen will die Allresist GmbH noch 800.000 Euro in den Umbau ihres Bestandsgebäudes stecken. Für die neue Halle wird am Dienstagnachmittag das Dichtfest gefeiert. Im Gegensatz zu einem Richtfest, bei dem nur der Rohbau steht, ist beim Dichtfest auch schon das Dach gedeckt. »Wir schaffen Raum für weiteres Wachstum«, sagt Ulrike Schirmer.
Zu den Gästen des Dichtfestes gehört Knut Steinkopf, Kandidat der Linken für die Strausberger Bürgermeisterwahl am 20. September. Steinkopf sagt, dass die Stadt sich glücklich schätzen könne, einen wachsenden grünen Chemiebetrieb wie Allresist zu haben, der die Umwelt schont und mit Innovation und Hochtechnologie gut bezahlte Arbeitsplätze bietet. Wirtschaftliches Wachstum sei sonst nur noch schwer möglich, da die Bundeswehr in Strausberg leider viel Fläche belege, die damit für Gewerbe fehle. Auch mangele es der Stadt an Wasser für private Haushalte und Betriebe. Die Linke möchte deshalb, dass der Bau von Regenwasserspeichern finanziell gefördert wird.
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Source: nd