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Wahlen | Umfragetief der Berliner CDU – bestellt vom BSW

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Muss der Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers eine Klatsche bei der Wahl fürchten? Foto: dpa Stimmen die Prognosen zur Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September? Die Meinungsforschungsinstitute sehen das BSW bei drei bis vier Prozent. Die Partei würde damit den Einzug ins Parlament verpassen. Doch der BSW-Landesvorsitzende Alexander King sieht das anders. Schon vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, wo seine Partei ebenfalls bei drei bis vier Prozent lag und dann am Sonntag 5,3 Prozent erzielte, wollte King den Umfragen keinen Glauben schenken. Er erinnerte an die Bundestagswahl im Februar 2025. Dem BSW waren damals auch nur drei oder vier Prozent bescheinigt worden. Die Partei bereitete sich darauf vor, die schmerzliche Niederlage öffentlich einzugestehen. Doch dann wurde es mit ganz knapp unter fünf Prozent sehr, sehr eng und das BSW verlangte immer wieder und bislang vergeblich eine Neuauszählung.

Vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl hat der BSW-Landesverband nun eine eigene Umfrage in Auftrag gegeben – bei einem »renommierten französischen, weltweit tätigen Marktforschungsunternehmen«, wie die Partei am Mittwoch mitteilt. Den Namen des Unternehmens verrät sie allerdings nicht, was schon einmal stutzig macht. Es soll sich um eine vom 21. bis zum 26. August durchgeführte Online-Erhebung handeln. Grundlage der Auswertung seien 1091 vollständig ausgewertete Interviews von wahlberechtigten Berlinern.

Besser einordnen lassen sich die Ergebnisse, weil insbesondere die Methoden erläutert werden, die zu einem überraschend schlechten Abschneiden der CDU führen. Während die Berliner CDU trotz eines negativen Bundestrends und schlechter Nachrichten mit um die 20 Prozent immer noch gut abschneidet in anderen Umfragen, soll sie nach der vom BSW in Auftrag gegebenen Befragung angeblich nur 13,5 Prozent erhalten, also regelrecht abstürzen.

Bei Prognosen ist es durchaus üblich, nicht einfach nur zu veröffentlichen, wie viele Befragte angegeben haben, diese oder jene Partei ankreuzen zu wollen. Meinungsforscher wissen aus Erfahrung, dass sich zumindest anfangs nicht alle AfD-Wähler am Telefon offen dazu bekennen wollten. Sie korrigierten deshalb den Wert dieser Partei in ihren Prognosen entsprechend nach oben. Bei der Berliner CDU ist nun umgekehrt das gute Ergebnis bei der Bundestagswahl 2025 nur gedämpft in die Vorhersage für den 20. September eingeflossen. In Sachsen-Anhalt hatte die CDU in den Umfragen bei 22 bis 23 Prozent gelegen, dann aber lediglich 17,2 Prozent erhalten.

»Das Ergebnis erweist sich unter unterschiedlichen, methodisch vertretbaren Berechnungsvarianten als robust und bleibt oberhalb der Fünf-Prozent-Marke.«

Das BSW erreicht in der von ihm bestellten Umfrage 5,5 Prozent und würde – falls es wirklich so kommt – mit acht Vertretern ins Berliner Abgeordnetenhaus einziehen. Das BSW versichert: »Das Ergebnis erweist sich unter unterschiedlichen, methodisch vertretbaren Berechnungsvarianten als robust und bleibt oberhalb der Fünf-Prozent-Marke.«

Die Linke würde dieser Umfrage zufolge 22,3 Prozent einfahren. Das wären nur 0,3 Prozent weniger als bei den historischen 22,6 Prozent bei der Abgeordnetenhauswahl 2001, erzielt damals in der Sondersituation einer CDU-Bankenaffäre und mit Gregor Gysi als Spitzenkandidat. Die AfD würde jetzt 21,1 Prozent erhalten, Grüne 15,4 Prozent, SPD 11,8 Prozent, FDP 4,2 Prozent. Dazu ist aber zu bemerken, dass die Fehlertoleranzen solcher Umfragewerte bei bis zu 3,5 Prozentpunkten nach oben und unten liegen.

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Source: nd