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Staatsbesuch | Handel und Zölle bei Treffen von Trump und Xi im Fokus

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Trump und Xi bei ihrem letzten Treffen im Mai. Foto: dpa/AP/Pool Reuters/Maxim Shemetov Peking.  Die Handelsspannungen zwischen China und den USA sind eines der beherrschenden Themen beim Treffen von US-Präsident Donald Trump und seines Amtskollegen Xi Jinping in dieser Woche in Washington. Seit Oktober führen Washington und Peking Gespräche, zwischenzeitlich sehr hohe Zölle sind seitdem ausgesetzt. Eine dauerhafte Einigung steht jedoch noch aus.

Trump hatte mit seinem Amtsantritt im Januar 2025 den Handelskrieg mit China wieder entfacht und hohe Zölle eingeführt. China antwortete mit Gegenzöllen – Washington und Peking schaukelten sich in der Folge mit gegenseitigen Aufschlägen weiter hoch. Im April 2025 erreichte der US-Basiszollsatz für chinesische Waren 145 Prozent, China erhob vorübergehend 125 Prozent Zoll. Seitdem gab es Verhandlungen und eine leichte Entspannung, beide Seiten haben die Zollsätze wieder erheblich gesenkt.

Derzeit gilt ein komplexes Geflecht aus branchenspezifischen Aufschlägen. Der durchschnittliche US-Zollsatz für Importe aus China beträgt nach Berechnungen der Forschungsorganisation Penn Wharton Budget Model vom Juli 22,8 Prozent und ist damit der höchste unter den wichtigen Handelspartnern der USA. Zu den am höchsten zu verzollenden Waren gehören Stahl und Aluminium.

China auf der anderen Seite erhebt einen Zoll von zehn Prozent auf alle US-Waren. Für bestimmte Sektoren gelten zusätzliche Sätze, etwa 15 Prozent auf Flüssigerdgas.

Der bilaterale Handel zwischen den USA und China hat in Summe kaum unter den Aufschlägen gelitten. Von Januar bis August dieses Jahres lag das Handelsvolumen nach Angaben des chinesischen Zolls bei gut 400 Milliarden Dollar und damit 5,4 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Die Handelsbeziehung ist dabei äußerst unausgeglichen. 75 Prozent des Handelsvolumens entfallen auf chinesische Exporte in die USA. Es ist eines von Trumps ausgewiesenen Zielen, Chinas Importe in die USA zu senken und die eigenen Exporte zu steigern.

Nach chinesischen Angaben führen Peking und Washington Gespräche zur Senkung von Zöllen auf Waren im Wert von jeweils 30 Milliarden Dollar. Dieses Ziel war beim letzten Treffen zwischen Xi und Trump im Mai in Peking vereinbart worden. Ein weiterer Punkt damals war die Einrichtung spezieller Gremien, um bestimmte Streitpunkte zu klären.

Trump sagte zuletzt, er werde beim Gipfeltreffen »fast alles« mit Xi besprechen. Zölle seien jedoch »das Hauptthema auf der Tagesordnung«, sagt Dan Wang, Direktorin im China-Team des Beratungsunternehmens Eurasia Group. »Xi würde nicht kommen, wenn es keine konkreten Ergebnisse in Bezug auf Zölle oder einen Handelsfrieden gäbe.«

Peking gelang es im vergangenen Jahr, Washington dazu zu bewegen, von seinen extrem hohen Zöllen Abstand zu nehmen, nachdem es strenge Kontrollen für den Export von Seltenen Erden verhängt hatte. China kontrolliert den Welthandel mit den wichtigen Materialien, die für reihenweise Hightech-Produkte – vom Energiebereich bis hin zur Rüstung – benötigt werden.

»China hat vor den Gesprächen nach wie vor die Oberhand«, sagt Wang. Die Lieferketten des Landes seien »sehr flexibel« und sein historischer Exportboom sei bislang durch die Zölle nicht nennenswert beeinträchtigt worden.

Angesichts des Anstiegs der weltweiten Ölpreise wegen der weiteren Eskalation im Iran-Krieg versucht die Trump-Regierung insbesondere, Sorgen um die Wirtschaft im Vorfeld der entscheidenden Zwischenwahlen im November zu zerstreuen. Konkret waren unter anderem chinesische Abnahmeverpflichtungen für US-Agrarprodukte, insbesondere Sojabohnen, ein wiederholt genanntes Anliegen in den Handelsgesprächen mit Peking.

Trump geht es zudem darum, mit einem diplomatischen Treffen im Weißen Haus mit großer Tragweite sein staatsmännisches Geschick unter Beweis zu stellen. Es ist Xis erster Besuch in der US-Hauptstadt seit elf Jahren.

Mehrere weitere heikle Themen könnten eine umfassende Einigung zum Scheitern bringen. So ist Pekings wirtschaftliche und diplomatische Unterstützung für den Iran ein wichtiger Knackpunkt. Jüngsten Berichten des »Wall Street Journal« zufolge sollen chinesische Unternehmen Teheran Satellitenbilder einer Militärbasis in Jordanien geliefert haben, auf der US-Truppen stationiert sind.

Hinzu kommt der technologische Wettbewerb insbesondere im aufmerksam beobachteten Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Die US-Regierung hat chinesischen KI-Forschungslaboren wiederholt vorgeworfen, KI-Technologie von US-Unternehmen in »industriellem Maßstab« zu kopieren.  AFP/nd

Trump und Xi bei ihrem letzten Treffen im Mai. Foto: dpa/AP/Pool Reuters/Maxim Shemetov Andere Zeitungen gehören Millionären. Wir gehören Menschen wie Ihnen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär.

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Source: nd