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Sozialpolitik | Kranke Kinder als Risiko für Familien
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Dann werd mal schnell gesund: Übermorgen musst du wieder in die Schule. Foto: dpa/Annette Riedl Die Rentenpunkte für pflegende Angehörige sollen doch nicht gekürzt werden, so der neue Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) kürzlich. Wer sich angesichts dieser Ankündigung schon leise Hoffnungen machte, hier könnte sich in der Sozialpolitik endlich mal irgendetwas zum Besseren wenden, der muss nun auf den Boden der Tatsachen zurück. Denn der CDU-Politiker findet die 15 Tage Kinderkrankengeld je Elternteil und Jahr, die aus der Pandemiezeit stammen, deutlich zu viel. Es sollen wieder zehn Tage sein, wenn es nach ihm ginge.
Viele Eltern schöpfen die 15 Tage nicht aus. Dass das so ist, hängt vermutlich auch mit verschiedenen Lebenssituationen zusammen. Es gibt schwerkranke Kinder, bei denen auch die dreißig Tage im Jahr von beiden Eltern niemals reichen. Und Eltern mit geringen Einkommen werden das ebenfalls nicht ausschöpfen, weil sie entweder im Job sowieso schon unter Druck stehen oder mit dem geringeren Ausgleich nicht hinkommen. Aber man soll sich auch nichts vormachen: Wenn fast alle Eltern das Geld vollständig genutzt hätten, wäre das aus Kostengründen genauso ein Kürzungsgrund.
Zu dem absehbar steigenden finanziellen Druck gerade auf Familien oder Alleinerziehende mit Kindern durch höhere Zuzahlungen bei Medikamenten, beim Wohngeld oder beim Unterhaltsvorschuss käme nun noch das gekürzte Kinderkrankengeld hinzu. Was bleibt Eltern noch, wenn die zehn Tage um sind? Überlassen sie die Kinder der Obhut von Nachbarn oder Großeltern, sofern verfügbar? Nehmen sie den Nachwuchs mit ins Büro oder an die Supermarktkasse? Wohl eher nicht. Kinder könnten zum Risiko für Arbeitsplatz und Einkommen werden, das wären die Folgen einer solchen Politik. Oder zum Gesundheitsrisiko für die ganze Kita oder Schulklasse. Man kann das gut kinder- und familienfeindlich nennen. Vereinbarkeit als Schlagwort für das Gegenteil rückt damit wieder ein Stück weiter in die Ferne.
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Source: nd