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Sommerspiele | Olympische Spiele: Dabei sein wird nichts
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Berlins Olympia-Beauftragter Kaweh Niroomand (l.) und der Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch (Linke) im Roten Rathaus Foto: dpa/Sebastian Gollnow Berlin bemüht sich darum, die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ausrichten zu dürfen. Zurzeit bewerben sich auch München und die Rhein-Ruhr-Region um das Großereignis. Dort ist die Bevölkerung dafür. Hamburg ist raus, weil die Einwohner sich gegen Sommerspiele in ihrer Stadt ausgesprochen haben. Was Berlin betrifft, weiß es niemand so genau. Eine Abstimmung zu dieser Frage hat es hier nicht gegeben. Man müsste sich auf Meinungsumfragen mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen verlassen oder auf das persönliche Bauchgefühl.
Am 26. September entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund, wer sich für die Bundesrepublik um die Spiele bewerben soll. »So langsam steigt die Spannung«, sagt der scheidende Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Er ist Rathauschef auf Abruf, weil am 20. September das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt wird und die CDU Kai Wegner als Spitzenkandidaten gegen Finanzsenator Stefan Evers ausgetauscht hat.
Wegner kennt selbstverständlich das Berliner Olympia-Konzept. Er hat aber auch das von München und das der Rhein-Ruhr-Region gelesen. Er habe »keinen Zweifel«, dass alle drei die Spiele ausrichten könnten, gesteht Wegner am Montagnachmittag. Aber Berlin habe »die größte Strahlkraft« und damit die besten Chancen, im internationalen Wettbewerb mit anderen Bewerbern den Zuschlag zu erhalten.
Für den nationalen Wettbewerb, der sich nun auf der Zielgeraden befindet, hatte Berlin ein beratendes Kuratorium, das sich am Montag zum fünften und vielleicht letzten Mal getroffen hat. Wegners Olympia-Beauftragter Kaweh Niroomand hofft allerdings, dass die bisher mitwirkenden Personen nach dem 26. September wieder zusammengerufen werden können, weil Berlin für Deutschland ins Rennen gehen darf und das Kuratorium seine Arbeit dann fortsetzen kann. Susanne Buss, die als Vorstandsvorsitzende der Berliner Volkssolidarität im Kuratorium mitwirkte, zeigt sich überzeugt davon, dass es so kommen wird.
»Es ist keine parteipolitische Frage.«
Politiker Dietmar Bartsch (Linke) stieß zum Kuratorium, weil er für Rostock im Bundestag sitzt und dort auf der Ostsee gesegelt werden soll, falls Berlin den Zuschlag für die Spiele bekommt. »Wir wollen die Segelwettbewerbe«, erklärt Bartsch. Die Rostocker Bevölkerung und Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) seien ebenfalls dafür. »Aber es ist keine parteipolitische Frage«, beteuert Bartsch. Er engagiere sich sehr gern dafür, dass Berlin die Sommerspiele und insbesondere auch die Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 ausrichten dürfe.
Bei seinen Genossen in der Hauptstadt stößt das Agieren von Bartsch auf Unverständnis und Ablehnung. Die Berliner Linke mischt wie die Grünen in dem Bündnis NOlympia mit, das die Bewerbung stoppen will. Ein dazu laufendes Volksbegehren benötigt mindestens 20 000 gültige Unterschriften von wahlberechtigten Einwohnern der Stadt. Diese erste Hürde auf dem Weg zu einem Volksentscheid scheint nicht groß zu sein. Bis Mitte Oktober können noch Unterschriften gesammelt werden und allein am vergangenen Wochenende sind mehr als 2000 geleistet worden. »Wir wollen deutlich über 20 000 kommen. Das schaffen wir«, sagt Gabriele Hiller, die von 2001 bis 2016 der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus angehörte.
Bevor sich das Kuratorium am Montag im Roten Rathaus traf, hatte die Abgeordnete Claudia Engelmann (Linke) einen Wunsch geäußert, der sich nicht erfüllte. »Die Kuratoriumssitzung wird hoffentlich mit dem Verzicht Berlins auf die Olympiabewerbung enden«, hatte sie erklärt. Denn bei der Bevölkerung der Hauptstadt sei das Vorhaben längst durchgefallen. Der Senat sollte seine Niederlage akzeptieren und keine Zeit und kein Steuergeld mehr für diesen Traum verschwenden, meinte Engelmann.
Die Berliner wollen, »dass ihre Stadt endlich wieder funktioniert«, ergänzte die Abgeordnete Klara Schedlich (Grüne). »Statt einer aussichtslosen Olympiabewerbung braucht Berlin sanierte Sportstätten, Schwimmbäder, die wieder öffnen, und bezahlbaren Wohnraum. Genau dafür sammeln wir weiter Unterschriften.«
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Source: nd