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Personalie | Nicht gegen die Caballeros

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Foto: dpa/AP/Manu Fernandez Dienstagabend in der spanischen Fußballliga, der Weltklub Real Madrid ist beim FC Elche im Südwesten Spaniens zu Gast. Die dortige Unternehmervereinigung will sich solidarisch mit den Bewohnern der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta zeigen. Beide Vereine entscheiden daher, beim Aufwärmen T-Shirts mit einer Botschaft zu tragen: »Todos somos Caballas« (Wir sind alle Caballas – so werden die Einwohner Ceutas gennant) und darunter in kleinerer Schrift: »Ceuta y sus caballeros de la mar« (Ceuta und seine Ritter des Meeres).

Drei Spieler von Real Madrid, Vinícius Júnior, Ibrahima Konaté und Kylian Mbappé tragen ihre Shirts so, dass nur »Todos somos Caballas« zu lesen ist. Das wird den drei Profifußballern als Protest ausgelegt, konservative bis extrem rechte Kreise schäumen.

Später äußert sich Mbappé in der Sportzeitung »As« zu seinen Beweggründen: »Es war eine schwierige Situation, denn am Ende könnten die Leute denken, dass ich gegen die Menschen in Ceuta bin. Aber nein. Ich unterstütze sie zu 100 Prozent. Aber ich wollte auch eine Geste an alle Migranten richten, die ihr Leben verloren haben und ebenfalls unter harten Bedingungen leben.« Er möchte das Leid nicht gegeneinander aufwiegen. Lieber wolle er eine Botschaft von »Positivität und Frieden« vermitteln.

Der 27-jährige Mbappé äußert sich immer wieder zu politischen Themen. Mitspieler in seiner Jugend nannten den Kapitän der französischen Fußballnationalmannschaft scherzhaft »kleiner Obama«. Ein Spitzname, dem der zweimalige Weltmeister alle Ehre macht. Mbappé ist aber auch eine Projektionsfläche. Als Sohn einer aus Algerien stammenden Mutter und eines in Kamerun geborenen Vaters wuchs er im Pariser Banlieue Bondy auf. Politiker*innen führen den Fußballstar regelmäßig als leuchtendes Beispiel für Integration an. Für viele Jugendliche ist er ein Vorbild: Sein Weg aus der armen Vorstadt zu einem der bestbezahlten Fußballer der Welt ist für viele der Traum.

Zu Mbappés Status als Vorbild trägt auch bei, dass er immer wieder den Mund aufmacht. Als im Sommer 2023 ein 17-Jähriger aus Nanterre bei Paris von der Polizei erschossen wird und es zu tagelangen Krawallen kommt, versucht er, mit einer Stellungnahme der französischen Nationalmannschaft die Lage zu beruhigen. Von einem »inakzeptablen Tod« ist darin die Rede und dass die Spieler die Wut verstünden, weil auch viele von ihnen aus Vorstädten kämen. Aber Gewalt sei keine Lösung: »Ihr zerstört eure eigenen Güter, eure Viertel, eure Städte, die Orte, an denen Ihr Euch entfaltet und trefft.« Am Ende des Statements heißt es, man müsse den Weg freimachen für Trauer, Dialog und Wiederaufbau.

Ein knappes Jahr später, kurz vor den Parlamentswahlen, warnt Mbappé davor, »extreme« Parteien zu wählen, und ruft junge Französ*innen auf, wählen zu gehen. Man müsse die Werte der »sozialen und kulturellen Vielfalt« und von Toleranz und Respekt verteidigen.

Der Stürmer verdient im Jahr mehr als 30 Millionen Euro. Er könnte es sich leisten zu schweigen, das macht er aber nicht und hat damit auch schon zahlreiche andere Fußballer ermutigt, sich zu gesellschaftlichen Themen zu äußern.

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Source: nd