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Nations League | DFB-Team: Jürgen Klopp ist »super happy«

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Derry Scherhant (r.), hier gegen Manolis Saliakas, spielte sich gegen Griechenland in den Vordergrund. Foto: imago/J. Derondeaux Schon kurz nach dem Abpfiff hatte Jürgen Klopp seinen Fußballern wieder jene Wärme zukommen lassen, die ihre wohltuende Wirkung in der deutschen Nationalmannschaft schnell entfaltet hat. Dem Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic legte der Bundestrainer seinen linken Arm so lange um den Hals, dass er fast im Schwitzkasten gefangen war. Doch dass Klopp auch körperlich die Nähe zu seinen Spielern sucht, kommt gut an. Kapitän Florian Wirtz bezeichnete den neuen Bundestrainer als einen »Meister darin, dass sich jeder wertgeschätzt fühlt«. Auch das ist Teil der Veränderungen, die der Nachfolger von Julian Nagelsmann in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) herbeigeführt hat.

Ein bisschen Trost war am Sonntagabend im Toumba Stadion von Thessaloniki bei allen Umarmungen wohl auch dabei. Ein torloses Unentschieden lag ja hinter der deutschen Elf in der Nations League bei jener griechischen Mannschaft, die ihnen eine Woche zuvor in Augsburg eine 0:1-Niederlage zugefügt hatte – gefolgt von einigen unangenehmen Debatten.

Die angestrebte Revanche war also trotz eines lange Zeit guten Auftritts ebenso verpasst worden wie eine bessere Ausgangslage vor den abschließenden Spielen der Gruppenphase. Als Tabellendritter mit je drei Punkten Rückstand auf die Niederlande und Griechenland braucht das DFB-Team wohl im November gegen Serbien und die Niederlande zwei Siege, um einen der ersten beiden Plätze und damit das Viertelfinale zu erreichen.

Klopp sieht jedoch keinen Anlass, die Situation nach vier Länderspielen negativ zu beurteilen. Im Gegenteil: Er versucht, die Aufbruchstimmung stets zu fördern. Der einzige »Makel« in Thessaloniki sei gewesen, dass seine Mannschaft ihre Chancen nicht genutzt habe. »Wenn man mir vor einer Woche gesagt hätte, dass wir am Donnerstag und Sonntag so eine Leistung abliefern können, dann hätte ich das nicht geglaubt«, sagte Klopp und hob die erste Halbzeit als »herausragend« hervor. Auch beim Sieg gegen Serbien in München habe sein Team bereits »ein ganz tolles Spiel gemacht«. Nun wurde gegen die Griechen ein Entwicklungsschritt vollzogen, »als Fazit kann ich sagen: Damit bin ich super happy«.

Tatsächlich hatte die DFB-Elf eine Stunde lang dominant gespielt. Die Abschlüsse allerdings gerieten oft zu unpräzise. Und als die Zuspitzung einmal dank einer scharfen Hereingabe des sehr engagierten Derry Scherhant gelang, wurde Jonathan Burkardts Tor wegen eines vorherigen Handspiels von Tom Bischof per VAR nicht anerkannt. Ein Stürmertor blieb damit auch im vierten Spiel unter Klopp aus, gerade einmal drei Treffer gelangen bislang. Nur ein Sieg steht zu Buche, dazu zwei Unentschieden und eine Niederlage. 

Es ist nach dem Neustart bisher ein Aufbau, der in Sinuskurven verläuft. Auf das 1:1 in den Niederlanden zum Auftakt und das 0:1 gegen die Griechen war das 2:0 gegen Serbien gefolgt. Nach dem jüngsten 0:0 sind die Nationalspieler nun erst einmal wieder in ihren Vereinen. Doch Klopp ist zuversichtlich, im komplizierten November nicht wieder bei null anfangen zu müssen. Wenn man sich wiedersehe, »wird die DFB-Fußball-Festplatte nicht komplett leer sein«, sagte er.

Klopps Themenliste bleibt voll. Das Gegenpressing und die Einsatzfreude funktionieren schon gut und zählen neben dem Binnenklima zu den auffälligsten Verbesserungen. Die Abstimmung in der Offensive und der Abschluss allerdings sind ausbaufähig. Spannend wird, wer von den diesmal 44 nominierten Spielern zum Wiedersehen in fünfeinhalb Wochen eingeladen wird. Der Kader soll dann ein Normalmaß haben, also um etwa 20 Spieler reduziert werden. Von den zehn Debütanten hatten vor allem Torwart Jonas Urbig, Rechtsverteidiger Philipp Treu und Linksaußen Scherhant sportlich Werbung für sich betrieben. Empfohlen als Alternative in der Innenverteidigung haben sich Yann Aurel Bisseck und Malick Thiaw.

Positiv aufgefallen war auch das Mittelfeldtrio Florian Wirtz, Bischof und Pavlovic. Letzterer stach in Thessaloniki erneut als lange Zeit souveräne Ordnungskraft vor der Viererkette hervor. Mit Joshua Kimmich könnte im November dann auch die jüngst aufgekeimte Debatte zurückkehren, ob der Kapitän gesetzt sein sollte. Für den Moment ruht dieses aus Klopps Sicht lästige Thema. Der Bundestrainer widmete sich den erfreulichen Teilen der ersten Bestandsaufnahme. »Ich wollte etwas anschieben, das habe ich auf jeden Fall gesehen«, sagte er und befand: »Das Talent läuft den Jungs aus den Ohren raus.« Auch diese neue Sichtweise hat Klopp schon etabliert.

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Source: nd