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Klimawandel | Hitzeschutz ist keine Privatsache

Auch die Bundesregierung hält weiter an fossilen Energien fest. Die Folgen zeigen sich in jedem Hitzesommer deutlicher. Ein Kommentar.

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Öffentliche Trinkwasserbrunnen sind ein Anfang, gegen Hitzefolgen muss aber mehr getan werden. Foto: AFP/MARTIN LELIEVRE Europas Hitzetote aus diesem Sommer: Die neuen Zahlen von britischen Forschern beziehen sich auf Städte. Die 50.000 Menschen wären sicher irgendwann »sowieso« gestorben – aber eben nicht in diesem Sommer, als die Temperaturen zum Beispiel in den letzten Junitagen fünf Grad über dem Durchschnitt lagen. Und sie sind auch nicht immer direkt an einem Hitzetag gestorben, wie aus der Medizin und Notfallversorgung berichtet wird.

Zu diesen Toten zählen Ältere, die selbst nicht bemerkten, dass sie zu wenig Flüssigkeit aufgenommen hatten. Patienten, die weiter ihre Entwässerungsmittel einnahmen, die häufig bei Bluthochdruck verordnet werden. Aber nicht in jedem Fall waren vorerkrankte Menschen betroffen. Auch Bauarbeiter, die noch den ganzen Tag im Freien geschuftet hatten, starben an den Folgen eines Hitzschlags Stunden danach. Das Geschehen ist einigermaßen komplex und kann nicht auf die Faustregel »Genug trinken!« reduziert werden.

Die Hitzewirkungen zeigen anschaulich, wie das Prinzip »Gesundheit in allen Politikfeldern« (Health in all policies) funktionieren müsste. Die nötigen Maßnahmen müssen systematisch umgesetzt werden, Informationskrümel hier und da reichen nicht. Es geht um Klimaschutz für Krankenhäuser und Pflegeheime. Um Ressourcen für Pflegedienste, die in der heißen Jahreszeit noch Zeit für zusätzliche Betreuung brauchen. Um Stadtplanung mit kühlen Orten und ausreichend großen Grünflächen sowie freiem Zugang zu diesen Plätzen. Und nicht zuletzt um strengeren Arbeitsschutz für alle. Und es sollte an jene Berufe gedacht werden, in denen auch in Hitzeperioden weiterhin Menschen versorgt und gerettet werden müssen.

Wer tatsächlich Hitzetote verhindern will, kann sich nicht an fossilen Rohstoffen festklammern und so tun, als wären Verbrenner und Gasheizungen alternativlos. Selbst wenn das Thema Hitzeschutz politisch relativ verwaist ist: Zumindest die Fakten dringen weiter durch, und es kann niemand sagen, er habe es nicht gewusst.

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Originally published bynd
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