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Klimapolitik | Cloudseeding gegen Waldbrände: Eine technische Verzweiflungstat

Kurt Stenger über Maßnahmen gegen die Waldbrände in Indonesien

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Brand in einem Torfmoorgebiet auf Sumatra Foto: dpa/AP/Muhammad Hatta Seit Monaten toben in Indonesien verheerende Vegetationsbrände, die trotz unermüdlichen Einsatzes des Katastrophenschutzes aufgrund ausbleibenden Regens einfach nicht in den Griff zu kriegen sind. Jetzt will die Regierung durch ein viele Jahrzehnte altes technisches Verfahren namens Cloud Seeding für Niederschläge sorgen lassen. Dabei werden Wolken von Flugzeugen aus mit Trockeneis und Natriumchlorid »geimpft«.

Physiker halten den Nutzen aber für gering. Die gewonnene Wassermenge ist klein, zudem führt das gezielte Auslösen von Niederschlägen in einer Region dazu, dass anderswo weniger Wasser ankommt, was erhebliches Konfliktpotenzial bergen kann. Und dann ist das Regenwasser auch noch mit der Impfsubstanz kontaminiert. Im besten Fall kann das Verfahren an einzelnen Stellen die Löscharbeiten unterstützen.

Entscheidend ist, dass Cloud Seeding an den Wetterbedingungen, die zur Entstehung von Regen führen, nichts ändert. Wirklich wirkungsvoll wäre nur ein verstärkter Kampf gegen den Klimawandel weltweit. Und es braucht es vor Ort politische Beschlüsse, rechtliches Durchgreifen, wirtschaftliche Weichenstellungen und Umweltschutzprioritäten, wie man gerade in Indonesien sieht. Hauptauslöser der Feuer ist hier nämlich ein gefährlicher Mix aus extremer Trockenheit und Brandrodungen zur Gewinnung neuer Cash-Crop-Plantagen.

Der Trend geht in die andere Richtung. Mit der Verschärfung des Klimawandels kommen immer stärker technische Maßnahmen zum Einsatz. Allein mit Cloud Seeding experimentieren nach UN-Angaben rund 50 Länder, allen voran China und Russland. Doch wie man jetzt in Indonesien sieht, ist dies nicht mehr als eine Verzweiflungstat.

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Originally published bynd
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