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Irak | Ende einer Zwangsehe: US-Armee verlässt Irak
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Aus dem Irak wurden die letzten US-Soldaten abgezogen, ist das der Anfang des Rückzugs aus dem gesamten Mittleren Osten? Foto: AFP/Delil Souleiman Es ist das Ende einer Zwangsehe: Die USA haben all ihre Soldaten aus dem Irak abgezogen, die Regierung in Bagdad muss nun militärisch auf eigenen Beinen stehen. Begonnen hat die unfreiwillige Liaison 2003 mit roher Gewalt und dreisten Lügen. Die US-Regierung griff seinerzeit tief in den Instrumentenkoffer ihrer Propagandamaschine, kramte fantasievoll gestaltete Dokumente und Grafiken hervor – sämtlich gefälscht – die angeblich beweisen sollten, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfüge. Der damalige Außenminister Colin Powell log ungeniert die Vereinten Nationen an, manche folgten seiner »Argumentation«, geboren war so eine der größten Kriegslügen überhaupt. Am 20. März folgte dann der völkerrechtswidrige Überfall auf den Irak. Zehntausende Iraker starben, US-Soldaten folterten im irakischen Gefängnis Abu Ghraib. Die angeblichen Massenvernichtungswaffen wurden indes nie gefunden.
Ist der Abzug schon der Anfang vom Ende US-amerikanischer Machtprojektion im Mittleren Osten, wie mancher Kommentator zu prophezeien wagt? Die britische Zeitschrift »The Economist« macht diese Woche auf mit dem Titel »Wenn sich Amerika abwendet«. Für die Region könnte es ein Segen sein: Die maßgeblich von US-Regierungen initiierten Kriege seit 1991 haben dort unheimlich viel Leid und gescheiterte Staaten hinterlassen. Auch wenn nicht alle Mittelostübel den USA angelastet werden können, fällt die Antwort auf die Frage nach positiven Ergebnissen US-amerikanischer Intervention nüchtern aus: Spontan will einem nichts in den Sinn kommen. Allenfalls vielleicht die Bezwingung der Terrortruppe des »Islamischen Staats«, die jedoch auf dem Schlachtfeld in erster Linie von den kurdischen Selbstverteidigungseinheiten erledigt wurde.
Und nicht zu vergessen: Der IS ist nach Ansicht der meisten Experten die verzögerte Konsequenz aus dem US-Angriff auf den Irak und die darauf folgenden Entscheidungen in der irakischen Politik mit der Marginalisierung der ehemaligen, Saddam Hussein treuen sunnitischen Elite. Eine Entschuldigung für den mit Lügen gerechtfertigten illegalen Krieg gegen den Irak hielten US-Regierungsvertreter nie für notwendig.
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Source: nd