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Fußball | Florian Wirtz soll das DFB-Team gegen Serbien zum Sieg führen

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Bei der Niederlage gegen Griechenland am vergangenen Sonntag blieb Wirtz nach seiner Einwechslung noch blass. Foto: imago/Moritz Müller In Herzogenaurach ist der von der deutschen Nationalmannschaft genutzte Sportkomplex im Laufe der Jahre immer weiter verfeinert worden. Dazu zählen auch blickdichte Planen, die den gesamten Zaun umspannen. Wenn die DFB-Elite hinter verschlossenen Türen übt, können nicht einmal die Kinder der angrenzenden Betriebskita durch einen Spalt lugen. Vielleicht haben die ersten zwei geheimen Einheiten im Frankenland ja geholfen, dass die Abläufe an diesem Donnerstag im dritten Nations-League-Spiel gegen Serbien besser sitzen.

Vor allem auf einen dürfte in der längst nicht ausverkauften Arena in München geschaut werden: Florian Wirtz, der endlich für die fehlende Kreativität im deutschen Spiel sorgen soll. Schon allein über die Querverbindung zum FC Liverpool mit Jürgen Klopp wird der 23-Jährige zum Hoffnungsträger. »Alle, die Fußball lieben, sehen nach wie vor, was das für ein außergewöhnlicher Spieler ist«, betonte der Bundestrainer zuletzt im DFB-Quartier.

Dabei soll das Betätigungsfeld des hochtalentierten Fußballers wieder das Zentrum sein, um den serbischen Abwehrriegel aufzubrechen. Als Zehner direkt hinter den Spitzen, wo der Hoffenheimer Bambasé Conté bei seinem Debüt gegen Griechenland (0:1) nicht überzeugte. Auch in Liverpool habe man »jetzt absolut verstanden, wo er spielen muss«, sagte Klopp über Wirtz und dessen Spielmacherrolle unter dem neuen Reds-Coach Andoni Iraola: »Das ist im Zentrum, in den Halbräumen.«

Vorgänger Julian Nagelsmann hatte den Freigeist meist auf der linken Flanke positioniert, um ihm mehr Freiheiten zu lassen. Sein letztes überragendes Länderspiel bestritt der gebürtige Kölner von dieser Position allerdings im März beim 4:3 gegen die Schweiz, als er im St.-Jakob-Park mit zwei Toren und zwei Vorlagen brillierte.

Bei der WM in Nordamerika blieb indes auch der Edeltechniker unter den Erwartungen. Wirtz bereitete zwar das allererste WM-Tor von Felix Nmecha beim 7:1 gegen Curaçao vor, und es war seine Flanke, die Kai Havertz im Sechzehntelfinale gegen Paraguay zum Ausgleich ins Tor lenkte, doch insgesamt standen Aufwand und Ertrag in keinem guten Verhältnis. Wirtz fand nicht die Räume, um das statische deutsche Spiel zu beleben. Geschweige denn, dass ihm bei seiner ersten WM-Teilnahme – 2022 in Katar hatte er wegen der Nachwirkungen eines Kreuzbandrisses gefehlt – ein Treffer glückte.

Nach den Ausfällen von Jamal Musiala und Havertz in der vergangenen Woche ruhen die Hoffnungen jetzt auf Wirtz. Der 46-fache Nationalspieler soll am besten sofort der Impuls- und Ideengeber sein. Seine vorgezogene Berufung vor dem Griechenland-Spiel wirkte bereits wie ein Hilferuf, doch nach seiner Einwechslung bewirkte auch Wirtz in Augsburg nur wenig. Er sammelte zwar 31 Ballkontakte, hatte aber kein erfolgreiches Dribbling, schlug keine Flanke, gab keinen Torschuss ab.

Interessant, dass der Bundestrainer sich im Vorfeld der Partie gegen Serbien nicht zu Wirtz äußern wollte: »Es würde Schlagzeilen kreieren. Egal, was ich sage: Es wird ein Riesenbrett, vor allem in England.« Aber Klopp wäre nicht Klopp, wenn er dann nicht doch etwas parat gehabt hätte: Der 59-Jährige verwies auf den Umstand, dass der Star-Einkauf aus dem vergangenen Sommer nach dem tragischen Todesfall von Diogo Jota in eine Liverpooler Mannschaft kam, »in der wahnsinnig viele Spieler dabei waren, bei denen der Fußball auf der Prioritätenliste nachvollziehbarerweise weit nach hinten gerückt war«.

Doch auch die komplizierte Findungsphase an der Anfield Road darf inzwischen kein Argument mehr sein. Liverpool-Trainer Iraola hat seine Nummer sieben bisher in allen Premier-League-Spielen der neuen Saison in die Startelf gestellt. Klopp findet ja ohnehin, man solle nicht nur auf Tore und Assists, sondern auch auf Pässe und das Pressing schauen. Florian Wirtz hat also auf Vereins- und Nationalmannschaftsebene jetzt Trainer, die seinen fußballerischen Fertigkeiten vertrauen.

Im Grunde liegt der Ball nun beim Spieler. Mit einem Erfolgserlebnis gegen Serbien wäre allen geholfen – Wirtz selbst, genauso wie seinen Fürsprechern auf der Trainerbank.

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Source: nd