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Fußball | DFB-Pokal: 1. FC Magdeburg fährt mit Überzeugung zum FC Bayern

Der Zweitligist FCM fordert in der zweiten Pokal-Runde die Alphatiere vom Rekordmeister aus München heraus. Die gemeinsamen Erlebnisse helfen dabei.

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Fußballer und Fans freuen sich gemeinsam auf die Reise von Magdeburg nach München. Foto: imago/Jan Huebner Als Bastian Schweinsteiger Anfang September die Lose für die zweite Pokalrunde zog, machte es der Weltmeister von 2014 für seinen ehemaligen Klub lange spannend. Erst bei der letzten von 16 Paarungen fischte er die Kugel mit dem FC Bayern aus der Trommel – und bescherte den Münchnern so ein Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg.

Die Elbstädter waren am Tag der Auslosung gerade auf Dienstreise zum Gastspiel bei Hertha BSC. Mit dem 2:1 über den FCM schob sich die Alte Dame aus Berlin in der 2. Bundesliga auf Platz eins. Nun bekommen es die Magdeburger mit dem Spitzenreiter aus dem Oberhaus zu tun – dem Alphatier des deutschen Fußballs, das seit Montagabend mit Harry Kane auch den derzeitigen Weltfußballer in seinen Reihen hat.

Mit so vielen hohen Tieren aus der Fußball-Welt bekommen es Petrik Sander und die Magdeburger Fußballer nur sehr selten zu tun. Womöglich auch deshalb bemühte der Trainer des FCM vor dem Duell im DFB-Pokal gleich mehrere animalische Vergleiche. Die Ausgangslage? »Es macht keinen Sinn, aus der ganzen Geschichte einen Elefanten zu machen: Es muss sicher viel zusammenkommen, damit wir dort einen erfolgreichen Abend verleben«, so Sander. Und auch für seinen taktischen Ansatz fand der gebürtige Quedlinburger ein tierisches Gleichnis. »Wenn du da wie das Kaninchen vor der Schlange herumzappelst und sagst: Wann beißt sie endlich zu? Dann wird es auch so kommen«, ahnt der 65-Jährige, der seinen Fußballern also Folgendes mit auf den schwierigen Weg geben will: bei sich bleiben, an sich glauben – ohne ins offene Messer der Münchner zu laufen.

Die Überzeugung für die eigene Arbeit ist beim dreimaligen Oberliga-Meister und einzigen Europapokalsieger der DDR in den vergangenen Jahren erkennbar gewachsen. Finanziell steht der Verein solide da: Das Eigenkapital beläuft sich auf rund zehn Millionen Euro, mit dem Sprung in die zweite Pokalrunde flossen bereits weitere 785.000 Euro aufs Vereinskonto. Um auch strukturell zu wachsen, investierte der FCM zuletzt zudem viel Geld in einen neuen Campus und Trainingsplätze.

Dass der 1. FC Magdeburg bereits in die fünfte Zweitligasaison in Folge gehe, sei alles andere als selbstverständlich, betont der seit 2022 amtierende Vereinspräsident Jörg Biastoch immer wieder. Seine Marschroute für diese Saison fiel entsprechend vorsichtig aus: »Entscheidend wird in dieser Spielzeit sein, dass sich das Team schnell findet, damit wir unser Ziel – den Klassenerhalt – schneller erreichen, als dies in der letzten Saison der Fall war.« Nun ist ein gutes Viertel der Saison absolviert, der FCM ist Fünfter mit nur zwei Punkten Rückstand auf Rang zwei. Und am vergangenen Sonnabend fegte Sanders Ensemble den Karlsruher SC mit 6:1 vom Platz.

Im Alltagsgeschäft liegt der Klub aus der Hauptstadt Sachsen-Anhalts also gut im Rennen – was den Genuss des Sondertermins in München nochmals erhöht. »Wir haben Respekt vor Bayern, wissen aber auch, was wir können. Wir müssen daran glauben und darauf vertrauen, dass wir unser Spiel durchziehen können«, erklärte etwa Felipe Chávez frech. Der 19-jährige offensive Mittelfeldspieler, der vor einem Jahr im Freundschaftsspiel gegen Chile in der peruanischen Nationalmannschaft debütierte, ist seit Sommer vom FC Bayern an Magdeburg entliehen.

Erinnerungen haben sie in Magdeburg keine so schlechten an den FC Bayern. Nachdem der FCM im Mai 1974 den Europapokal der Pokalsieger gewonnen hatte, kam es ein halbes Jahr später im Achtelfinale des Meisterpokals zum Duell mit den Münchnern: Der 1. FC Magdeburg unterlag zweimal knapp mit 2:3 und 1:2. Vor 26 Jahren reichte es für den FCM dann sogar zu einem Pokaltriumph über die Münchner. Deren Trainer hieß Ottmar Hitzfeld, als die großen Bajuwaren – ein halbes Jahr später Champions-League-Sieger gegen Valencia – am 1. November 2000 dem damaligen Viertligisten Magdeburg in der zweiten Runde im Elfmeterschießen mit 2:4 unterlagen. Bastian Schweinsteiger kickte damals noch in der B-Jugend des FC Bayern.

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