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Politics · nd · · 2h

Friedrich Merz | Kanzler zerstört Sozen-Lauch!!!

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Ja, genau so, Herr Kanzler! Wenn Klingbeil erst mal flennt, steigen die Followerzahlen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow Die Wahl in Sachsen-Anhalt war auch ein Signal an den deutschen Bundeskanzler: Um ihn zu ärgern, nehmen 43,8 Prozent der Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter sogar in Kauf, dass ihr Land von einem schmierigen Raumduftverkäufer regiert werden könnte, der den Omas den MDR abschalten möchte und den guten Ruf der Simson KR 51/1 ein für alle Mal ruiniert hat.

Friedrich Merz muss jetzt reagieren. Offensichtlich haben seine launigen Arbeitnehmerbeschimpfungen nicht ganz den Nerv der Bevölkerung getroffen. Dabei macht die AfD-nahe Streamer-Szene vor, wie man als Rechter die Herzen der Menschen gewinnt: Man lässt den Baseballschläger einfach mal im Schrank und nimmt Kamera und Mikrofon zur Hand. Dann schubst man unter Einhaltung journalistischer Standards missliebige Menschen durch die Gegend und schreit ein bisschen herum. Das ist nicht schwer, aber es funktioniert!

Andreas Koristka ist Redakteur der Satirezeitschrift »Eulenspiegel«. Für »nd.DieWoche« schreibt er alle zwei Wochen die Kolumne »Betreutes Lesen«. Alle Texte unter dasnd.de/koristka.

Bislang hat Friedrich Merz der AfD nahezu jede Idee geklaut. Warum schafft er es dennoch nicht, bei Youtube einen Kanal mit dem schönen Titel »Konservativ Mann« zu erstellen und live zu streamen, wie er pöbelnd durch die Straßen zieht? Es hätte jedenfalls enormen Unterhaltungswert, wenn der Kanzler am Vormittag eines beliebigen Werktages durch die Fußgängerzonen der Republik streifen würde, um herumlungernde Personen zur Rede zu stellen: »Warum arbeiten Sie nicht, Sie faules Work-Life-Balance-Schwein? Sind Sie kein echter Deutscher? Suchen Sie sich sofort eine Arbeit und tun Sie nicht so, als bräuchten Sie einen Rollator! Ist das da etwa ein Rentenantrag, Sie Arschloch?!«

Sollte sich Merz zu solch einem Vorgehen durchringen, prophezeie ich mindestens zwei Millionen Follower innerhalb der ersten halben Stunde. Auf lange Sicht wird er der erfolgreichste deutsche Content-Creator werden. Wenn der Kanzler aber weiterhin darauf verzichtet, beweist das nur, dass er und die gesamte Union die neuen Medien noch immer nicht verstanden haben.

Dabei sind deren Gesetze einfach: Um Reichweite zu erzeugen, muss Aufmerksamkeit erregt werden. Das nächste Mal, wenn Merz Klingbeil auf irgendeiner Kabinettsklausur zur Sau macht, muss er das so lange tun, bis Klingbeil weint. Und er muss es unbedingt filmen! Das Youtube-Thumbnail kann man förmlich vor dem geistigen Auge sehen: Merz mit aufgerissenem Mund, Klingbeil mit gesenktem Kopf, dazwischen drei rote Pfeile und die Überschrift: »KANZLER ZERSTÖRT SOZEN-LAUCH AM KALTEN BÜFFET!!! Was danach passiert, ändert alles!«

Wenn er sich dafür zu fein ist, könnte Merz wenigstens ein paar aufrüttelnde Reportagen aus dem deutschen Stadtbild streamen. Ein bisschen durch das Frankfurter Bahnhofsviertel laufen, ein paar Bettler und Cracksüchtige filmen, Taschendiebe stellen – natürlich alles Ausländer! – und zwischendurch bedeutungsvoll schweigen. Anschließend erzählt er, dass die Linken jeden Cracksüchtigen persönlich nach Deutschland geholt haben und er deshalb Lars Klingbeil morgen im Livestream (11.30 Uhr) noch einmal anschreien und demütigen wird. Wer sehen möchte, wie sich Klingbeil vor Angst die Hosen vollmacht, der schreibt das einfach in die Kommentare. Liken, Teilen und Followen bitte nicht vergessen! Mein Gott, es ist doch nicht so schwer!

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Source: nd