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Einstige NS-Gaststätte | Kehlsteinhaus abgebrannt: Mann soll in forensische Einrichtung
Die Löscharbeiten an der früheren NS-Gaststätte am Obersalzberg dauerten am Morgen an, die Polizei hat einen verdächtigen Motorradfahrer festgenommen.
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Das Kehlsteinhaus gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen der Region. Es sollte noch bis zum 8. November geöffnet sein. Foto: dpa/Kilian Pfeiffer Berchtesgaden. Nach dem Feuer im Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden laufen die die Ermittlungen zur Brandursache auf Hochtouren. Ein als mutmaßlicher Verursacher festgenommener Mann ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Traunstein psychisch krank. Das habe ein psychiatrisches Kurzgutachten ergeben, das ein Sachverständiger über den 33 Jahre alten Deutschen erstellt habe. Der Mann kam der eintreffenden Polizei auf einem Motorrad entgegen und soll versucht haben, zu entkommen.
Der mutmaßliche Täter war am Samstag einem Untersuchungsrichter in Rosenheim vorgeführt worden. Ziel sei, eine Unterbringung in einer forensischen Einrichtung für psychisch kranke Straftäter zu erwirken. Man müsse von zumindest verminderter Schuldfähigkeit ausgehen, so die Staatsanwaltschaft. Auch ein mögliches politisches Motiv werde geprüft.
Gegen 21.15 Uhr hatte der Brandalarm des Kehlsteinhauses ausgelöst. Um 21.52 Uhr trafen die ersten Rettungskräfte ein, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit. Laut einem Polizeibeamten brannte es am Morgen gegen 7.00 Uhr immer noch in der Berggaststätte.
Das Kehlsteinhaus gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen der Region. Laut der Internetseite des Zweckverbandes Bergerlebnis Berchtesgaden sollte das Kehlsteinhaus – auch »Eagle’s Nest« (Adlernest) genannt – in dieser Saison noch bis zum 8. November geöffnet sein.
Das Gebäude auf 1.834 Metern Höhe ist seit 1952 eine Berggaststätte. Es wurde 1938 fertiggestellt und befand sich in einem abgeriegelten und für die Öffentlichkeit gesperrten Wohn- und Regierungsareal der nationalsozialistischen Führung. Eine Ausstellung dort widmet sich der Geschichte des Gebäudes.
Die Anfahrt zu dem Gebäude erfolgt nur über die Kehlsteinstraße, auf der heute ausschließlich Busse verkehren. Für die letzten rund 125 Meter bis zum Gebäude wurde einst ein goldener Fahrstuhl in den Fels gebaut. Anders als andere Häuser von NS-Größen am Obersalzberg wurde das Kehlsteinhaus bei Angriffen der Alliierten nicht beschädigt.
Im Einsatz waren bei dem Brand rund 200 Rettungs- und Einsatzkräfte von Feuerwehren aus sechs Gemeinden, Kreisbrandinspektion, Bayerischem Roten Kreuz, Bergwacht sowie Polizei. Von Verletzten geht die Polizei nicht aus. Nach bisherigen Erkenntnissen habe sich niemand im Kehlsteinhaus aufgehalten.
Die Anfahrt mit Löschzügen gestaltete sich wegen der Lage des Gebäudes schwierig. Zudem konnten das nähere Umfeld der Gaststätte sowie das Gebäude selbst nur mit schwerer Atemschutzausstattung betreten werden. Auf dem Obersalzberg liegt bereits Schnee.
Der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden schreibt auf seiner Seite über das Haus: »Erbaut 1937/38, sollte in der NS-Zeit das damals sogenannte Teehaus als politischer Repräsentationsort abseits der Öffentlichkeit dienen. Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering.«
Adolf Hitler habe dort Diplomaten oder andere ausländische Gäste empfangen. »Viel häufiger nutzte es die am Obersalzberg versammelte NS-Entourage zur Erholung und für private Feiern.« Hitler hatte am Obersalzberg zudem 1933 ein Landhaus erworben, das er zum Berghof umbauen ließ. nd/dpa
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