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Die Linke | Oranienburg: Parteibüro der Linken überfallen

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Die Linke lässt sich nicht von Rechten vorschreiben, was in ihren Büros stattfindet. Foto: dpa/Andreas Arnold Es sei der zweite Vorfall innerhalb von zwei Wochen und insgesamt die dritte Attacke in kurzer Zeit, sagt der Kreistagsabgeordnete Enrico Geißler (Linke) dem »nd« am Montag. Wie die Polizei am selben Tag meldet und Geißler bestätigt, ist am Sonntagnachmittag ein Unbekannter in die Kreisgeschäftsstelle der Linken in Oranienburg (Oberhavel) eingedrungen und hat dort provoziert. Vier Mitglieder der Linksjugend saßen gerade zusammen und forderten den Unbekannten vergeblich auf, die Räume zu verlassen.

Es sei zu einem Wortgefecht und einer Rangelei gekommen, woraufhin der Täter Pfefferspray einsetzte, informierte die Polizeidirektion Nord. Der Unbekannte sei dann zu Fuß mit Begleitern geflüchtet, die vor der Tür auf ihn gewartet hatten. Zwei durch Pfefferspray verletzte 20 und 32 Jahre alte Personen seien im Rettungswagen beziehungsweise im Krankenhaus medizinisch versorgt worden. Beamte suchten ohne Erfolg in der Nähe des Büros nach dem Tatverdächtigen. Nun habe die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen, so die Polizeidirektion.

Regelmäßig komme es vor der Geschäftsstelle zu Pöbeleien von Passanten, beklagt der Kreistagsabgeordnete Geißler. Viele ältere Genossen fühlten sich dadurch an die 90er Jahre erinnert, in denen Neonazis mit Baseballschlägern durch die Straßen zogen. Das Büro werde dennoch offen für die Linksjugend und für Rat und Hilfe suchende Bürger bleiben, kündigt Geißler an. »Wir lassen uns von solchen Banden nicht einschüchtern.«

»In unserer Stadt tragen wir Konflikte mit Worten aus – nicht mit Reizgas.«

»Der Angriff auf das Büro der Linken in der Bernauer Straße hat mich schockiert«, reagiert Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder (SPD). Sie wünscht den verletzten jungen Menschen rasche Genesung und hofft, dass die Polizei den Täter ergreifen kann. »Wer Menschen in ihren eigenen Räumen angreift, attackiert nicht nur eine Partei – er greift das demokratische Miteinander unserer Stadt an«, erklärt Collin-Feeder. »Gewalt gegen politisch Engagierte, egal welcher Partei, hat in Oranienburg keinen Platz. In unserer Stadt tragen wir Konflikte mit Worten aus – nicht mit Reizgas.«

»Diese Gewalt muss mit aller Konsequenz gestoppt werden«, sagt die Linke- Landesvorsitzende Katharina Slanina. Ihr Stellvertreter Marek Lipp fordert Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) auf, »einen Aktionsplan gegen extrem rechte Gewalt vorzulegen, um gegen diese besorgniserregende Entwicklung vorzugehen«. Lipp zufolge sind die Angreifer dem rechten Spektrum zuzuordnen.

Das Büro der Oranienburger Linken in der Bernauer Straße befindet sich nur anderthalb Kilometer von der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen entfernt, die ebenfalls wieder zunehmend Probleme mit Rechtsextremisten hat.

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Source: nd