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Die Linke | Ferat Koçak: Fehler gemacht, aber nicht kriminell
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Der Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak (Linke) redet im Parlament. Foto: dpa/Elisa Schu Der Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak (Linke) gibt seinen Sitz im Innenausschuss des Parlaments ab. Er zieht damit Konsequenzen aus einer Debatte um seine Person, die teils »verletzend, diskriminierend und von Unterstellungen geprägt« gewesen sei. Koçak versichert: »Ich bin weder kriminell noch unterstütze ich organisierte Kriminalität.« Er setze sich im Gegenteil dafür ein, dass sein Wahlkreis, der Berliner Bezirk Neukölln, sicher für alle Menschen sei.
Nach dem Sieg der Linken bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September sind Koçak Kontakte zur Familie Remmo vorgehalten worden. Mitglieder dieser Familie waren ins Berliner Bodemuseum und ins Grüne Gewölbe in Dresden eingebrochen. Nach eigener Darstellung ist Koçak aus Unkenntnis und Naivität in etwas hineingestolpert. Er hatte gebeten, Antifaschisten Mobiltelefone zu spenden. Ein Remmo-Sohn bot ihm eins an. Erst als Koçak das Telefon abholte und den Vater sah, will er erkannt haben, mit wem er es zu tun hatte. Einer Einladung zu einer Hochzeit folgte der Abgeordnete nicht, zog aber auch nicht deutlich genug einen Trennungsstrich.
Mit der »vollständigen Offenlegung« der Kommunikation mache er transparent, dass er den Remmos weder Vorteile gewährt noch von ihnen Vorteile erhalten habe, erklärte Koçak. Er legte dem Wochenblatt »Die Zeit« die ausgetauschten Textnachrichten vor und schilderte den Ablauf des persönlichen Treffens. Koçak gesteht in diesem Zusammenhang: »Ich habe einen Fehler gemacht.« Sein Verhalten werfe Fragen auf und werde seinem Anspruch nicht gerecht. »Daraus ziehe ich Konsequenzen.« Die Arbeit der Linksfraktion im Innenausschuss solle unbelastet sein.
Die CDU und andere hatten den Fall Koçak dazu benutzt, es als Sicherheitsrisiko hinzustellen, wenn Elif Eralp (Linke) Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden sollte. »Die Berliner Polizei ist zu schade für eine Clan-Bürgermeisterin«, zitierte die »Bild«-Zeitung Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU). Wie bei dem Vorwurf, Die Linke sei antisemitisch, ließ sich Eralp persönlich nichts zuschulden kommen. Angekreidet wird ihr aber, angeblich nichts zu unternehmen.
Nun jedoch berichteten zuerst die »Frankfurter Allgemeine« am Dienstag und dann auch andere Medien, Eralp sei seit ihrem Jura-Studium in Hamburg bis 2025 passives, also zahlendes Mitglied der Roten Hilfe gewesen. Der Roten Hilfe wird angelastet, linksradikalen Angeklagten Rechtsanwälte zu stellen. Obwohl es ein Recht auf einen Verteidiger gibt, wird eine Mitgliedschaft in der Roten Hilfe immer wieder von Politikern ausgeschlachtet. 2007 geriet die damalige Juso-Vorsitzende Franziska Drohsel deshalb unter Druck und trat aus. 2012 wurde es Norbert Müller (Linke) vorgeworfen, als er für den Bundestag kandidierte und dann wieder 2013, als er in den Brandenburger Landtag nachrückte. Dass die Rote Hilfe vom Verfassungsschutz als »linksextrem« stigmatisiert werde, sage »nichts über die Beobachteten aus, sondern vielmehr über die Beobachter«, reagierte Müller seinerzeit.
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Source: nd